Foto 1: 25 Jahre Pro Silva Austria: Vorsitzender Eckart Senitza (Mitte), mit seinen Stellvertretern Georg Frank (link) und Andreas Amann (rechts) © Markus Sallmannshofer

Langfristiges Wachstum führt zum Erfolg
Im Jahre 1992 wurde Pro Silva Austria als österreichische Landesorganisation unter dem Vorsitz von Heinrich Reiniger gegründet, damals noch unter dem Dach des Österreichischen Forstvereines und schließlich erfolgte im Jahr 2000 die Gründung des selbständigen Vereins »Pro Silva Austria – Naturnahe Waldwirtschaft«. Anfangs begann die Arbeit als kleine Gruppe mit etwa 50 Mitgliedern. Typisch ist die breite Mitgliederstruktur von Waldbauern, Forstbetrieben, Forstbeamten, Lehrern bis zu Universitätsprofessoren und Wissenschaftlern. Die Vorsitzenden waren Heinz Reininger (1992-1998), Josef Spörk (1998-2006), Georg Frank (2006-2012) und ab 2012 Eckart Senitza, Waldbesitzer und Waldbewirtschafter, sowie Waldplaner und –berater aus Kärnten.

Heute zählt Pro Silva 420 Mitglieder aus ganz Österreich, davon sind rund die Hälfte Waldbesitzer – bäuerliche und andere, sowie kleine bis große Forstbetriebe. Kontinuierliches Wachstum der Mitgliederzahlen ist ein Erfolg, der vor allem im aktiven Engagement der Mitglieder zum Ausdruck kommt. Der Vorsitzende Eckart Senitza stellt fest: „Inzwischen sind wir die zweitgrößte Landesorganisation in Europa und fest verankert in zunehmend besserer Zusammenarbeit mit den Nachbarländern!“

Europäische Integration
Bereits 1989 wurde Pro Silva (Europa) auf Initiative von Dušan Mlinšek und Brice de Turckheim in Slowenien gegründet, mit Vertretern aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, dem ehemaligen Jugoslawien, Norwegen, Österreich, Tschechoslowakei und Ungarn.

Pro Silva zählt derzeit rund 6.000 Einzelmitglieder in 25 europäischen Ländern. In einigen Ländern sind derzeit weitere Gründungen sowie die Organisationsentwicklung im Laufen. Seit der Jahresversammlung 2017 in Rumänien ist der österreichische Vorsitzende Eckart Senitza auch Vorsitzender von „Pro Silva Europa“. In Zukunft sollen die Zusammenarbeit der Länder verstärkt werden und gemeinsame Projekte und auch Initiativen in der europäischen Forstpolitik im Fokus stehen.

Foto 2: Revier Kohlberg – Nach 10 Jahren intensiver Jagd wächst artenreiche Verjüngung zum klimafitten Wald – Der Vergleich macht sicher (siehe Bild im Bild) © Eckart Senitza

Wald – Wild = zentrales Thema
Passend zum 25-Jahr-Jubiläum fand am 6.Oktober 2017 eine Regionaltagung mit dem Themenschwerpunkt „Waldentwicklung nach 10 Jahren intensiver Wildstandsregulation“ statt. Genau vor 10 Jahren hat im Waldgut Pottschach bei Gloggnitz (N.Ö.) eine Betriebsbesichtigung zum Thema Wald-Wild stattgefunden. „Nach 10 Jahren intensiver Bejagung und gleichzeitigem Waldumbau auch zur Äsungsverbesserung hat sich die Situation dramatisch verbessert und die natürliche Verjüngung der Baumarten ist wieder möglich“, freut sich der Waldeigentümer DI Thomas Burtscher. Für diese Bemühungen ist der Betrieb auch als „Forstbetrieb des Jahres“ (2016) von der Forstzeitung ausgezeichnet worden.

Zukunftsthemen anpacken
Pro Silva hat sich zum Hauptziel gesetzt, naturnahe Waldbewirtschaftung zu propagieren, zu fördern und dazu auch vielfältige Weiterbildungsveranstaltungen anzubieten. Seit dem Jahr 2000 haben über 100 Veranstaltungen mit insgesamt rund 4.500 Teilnehmern stattgefunden. Darüber hinaus hat Pro Silva Austria Positionspapiere zu den Themen „Waldbau im Klimawandel“, „Biomassenutzung aus dem Wald“ und „Der Wald, das Wild und die Jagd“ erarbeitet und als klare ausgewogene Stellung mit konkreten Lösungsvorschlägen veröffentlicht.

Nunmehr wurde ein weiteres Positionspapier zum Themenkreis „Naturschutz und Biodiversität im Wald“ mit einem Schwerpunkt für Oberösterreich erarbeitet. Dieses wird demnächst auch in einer allgemeinen Version für ganz Österreich publiziert werden. Ganz wesentlich dabei ist, dass sich „Pro Silva Austria“ für offene Rahmenbedingungen einer (stand-)ortsangepassten Waldbewirtschaftung einsetzt, die natürliche Prozesse bestmöglich in eine aktive Waldbewirtschaftung integriert. Höchste Flexibilität für mehrfache Ziele und eine breite Produktpalette (inkl. Naturschutzleistungen) sowie hohe Resilienz der Wälder sollen erreicht werden.

Forderungen von Pro Silva Austria
Aus den bearbeiteten Themen heraus erhebt Pro Silva Austria folgende Forderungen:

  • Die langfristige Sicherung der Finanzierung des Naturwaldreservate-Netzwerkes und ihre Weiterführung sind unbedingt erforderlich, um diese partnerschaftliche Naturschutzvariante sicher zu stellen und die wertvollen Laboratorien für künftige Waldforschungen zu erhalten.
  • Multifunktionaler, naturnaher Waldbau kann neben Schutz- und Wohlfahrtswirkungen eine Vielzahl von Naturschutzleistungen in den normalen Wirtschaftsablauf integrieren. Entsprechende Anreizsysteme wirken förderlich. Im Management von Natura 2000 Waldgebieten ist verstärkt zu berücksichtigen, dass die Schutzgüter dynamisch sind und bei angepasster naturnaher Bewirtschaftung oft in gutem Zustand erhalten werden können.
  • Wie der Betrieb Burtscher zeigt, ist ohne angepasste Wildstände keine befriedigende Waldentwicklung mit Nutzung des natürlichen Baumartenspektrums möglich. Ohne ganzheitliche Betrachtung von Wild und Lebensraum kann diese Voraussetzung kaum geschaffen werden. Auch für kleinere Waldbesitzer unter Eigenjagdgröße müssen österreichweit diese Voraussetzungen dringend geschaffen werden, da dem Klimawandel-Anpassungspotential der Wälder sonst wertvolle Chancen verwehrt bleiben.

Foto 3: Pro Silva hat seit dem Jahr 2000 Exkursionen mit insgesamt 4.500 Teilnehmern organisiert – Immer neue Interessenten finden spannende Programme © Eckart Senitza

Kontakt:
Eckart Senitza
Tel.: 0664/4416214
eckart@senitza.at
www.prosilvaaustria.at

Über Pro Silva Austria
„Pro Silva Austria“ ist ein Verein zur Förderung Naturnaher Waldwirtschaft mit rund 420 Mitgliedern aus ganz Österreich vom Waldbauer bis zum Universitätsprofessor. Pro Silva ist eine europäische Organisation für naturnahe, nachhaltige Waldbewirtschaftung. Pro Silva steht für eine ganzheitliche Betrachtung des Ökosystems Wald und einem respektvollem Umgang mit der Natur. Dieser Organisation gehören mittlerweile 25 Europäische Länder an. – www.prosilva.org.

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