Waldbewirtschaftung ist Klimaschutz

Mrz 21, 2019 | Allgemein

Wien, 21. März 2019, Waldverband Österreich – „Die Menschheit lebt seit Jahrtausenden problemlos mit Holz. Plastik bzw. fossile Rohstoffe und Energieträger haben es hingegen geschafft, unseren Planeten innerhalb von wenigen Generationen nahezu zu zerstören“, unterstreicht Ök.-Rat Rudolf Rosenstatter, Obmann Waldverband Österreich, anlässlich des heutigen Internationalen Tag des Waldes, die Notwendigkeit, das ‚Fossile Zeitalter‘ so rasch wie möglich zu beenden und die Zukunft der Bioökonomie einzuläuten.

Gesundheitskur: Aktive Waldbewirtschaftung

Lang anhaltende Hitzeperioden und ausgeprägte Niederschlagsdefizite machen den Klimawandel augenscheinlich und deutlich spürbar. Auch unsere Wälder sind davon direkt betroffen. Trockenheit und Hitze sind ideal für eine außerordentlich schnelle Entwicklung der Borkenkäfer. Gleichzeitig wirken sich hohe Temperaturen und Wassermangel negativ auf den Gesundheitszustand der Bäume aus. „Die Borkenkäferproblematik ist eine unmittelbare Auswirkung des Klimawandels. Enorm hohe Käferpopulationen gepaart mit ‚verdurstenden‘ und damit geschwächten Bäumen macht die Situation doppelt prekär. Unser ‚Klimapatient‘ Wald braucht eine Gesundheitskur: eine aktive und nachhaltige Waldbewirtschaftung. Damit begründen wir neue klimafitte Waldbestände und machen unsere Wälder klimafit“, unterstreicht der Obmann die Bedeutung der aktiven Bewirtschaftung und Pflege unserer Wälder im Kampf gegen den Klimawandel. „All unsere Bemühungen sind jedoch umsonst, wenn wir den CO2-Ausstoß aus fossilen Energieträgern nicht unverzüglich und massiv reduzieren“, stellt der besorgte Waldbauer Rosenstatter fest.

Jeden Tag 100 Jahre vorausdenken

Im Hinblick auf den Klimawandel ist heute die Baumartenwahl die Gretchenfrage für den klimafitten Wald von morgen. Erschwerend kommt hinzu, dass der durch fossiles CO2 und somit menschlich verursachte Klimawandel deutlich schneller voran schreitet als sich unsere Wälder daran anpassen können. Keine andere Branche muss soweit in die Zukunft denken wie die Forstwirtschaft. „Wir müssen bei unserer Arbeit stets berücksichtigen, wie der Klimawandel die Welt in einem Jahrhundert verändert haben könnte. Für manche einheimische Baumarten wird das künftige Klima an derzeit passenden Standorten nicht mehr geeignet sein. Waldbesitzer/innen aber auch Jäger/innen müssen lenkend und gezielt eingreifen, um den klimafitten Wald und seine Leistungen für die Gesellschaft auch künftig zu sichern“, erklärt der Obmann.

Heißer Sommer 2018 wird kühler Sommer ab 2050

Bei der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris wurde das sogenannte „2-Grad-Ziel“ beschlossen. Ziel ist es, die globale Erderwärmung auf weniger als 2°C zu begrenzen. Für Österreich bedeutet die Erreichung des „Zwei-Grad-Zieles“ eine um 3-3,5°C höhere Jahresdurchschnittstemperatur. Der heiße Sommer 2018 könnte damit in 30-35 Jahren zu den kühlen Sommern zählen.  „Der heiße Sommer vergangenen Jahres mag zwar vorerst ein Extremfall gewesen sein, aber mit Sicherheit auch eine Vorschau in welche Richtung das Klima in Österreich langfristig steuert“, zeichnet Rosenstatter abschießend ein aufrüttelndes Bild.

Wald und Tourismus

Der Wald und die gesamte Kulturlandschaft Österreichs sind eine sehr geschätzte Tourismusdestination. In Salzburg wird der Wald in der Sommersaison eine besondere Rolle in der Tourismuswerbung spielen. „Der Wald ist natürlich eine besondere Kulisse, um Touristen und Einheimischen eine erholsame Zeit in der Natur zu ermöglichen. Wir sehen unter dem hohen Waldanteil in Österreich hier auch eine Chance, die Leistungen der Forst- und Holzwirtschaft mit zu transportieren, um den Gästen und Erholungssuchenden auch Rahmenbedingungen näherzubringen, damit das Waldeigentum und das Ökosystem Wald nicht überbelastete wird. Aktive Waldbewirtschaftung ist Lebensraumsicherung vor Lawinen, Hochwässern oder Muren, Lebensraum für Wildtiere und natürlich auch Wirtschaftsraum zur Erzeugung des nachwachsenden Rohstoffes Holz. Holz wird in den Hotels als Baustoff, als Innenausstattung und Möbel erlebbar, was die Gäste ebenfalls sehr schätzen und Identität stiftet,“ so Obmann Rosenstatter abschließend.

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