Neuartiges Frühwarnsystem hilft bei Bekämpfung – Gefahr nicht gebannt

Innsbruck, 7. Jänner 2019 (aiz.info). – Der Borkenkäferbefall konnte 2018 in Tirol unter Zutun von Waldbesitzern und Forstdienst in Schach gehalten werden. Über 1.000 Pheromonfallen, die von den Waldaufsehern aufgestellt und betreut wurden, standen im Einsatz. Außerdem wurden 4.000 Fangbäume, die nach der Besiedelung durch die Käfer aus dem Wald abtransportiert wurden, ausgelegt. 2018 griff das Land Tirol erstmals auch auf ein Frühwarnsystem der Universität für Bodenkultur Wien zurück, mit dem Karten erstellt werden, die den aktuellen Entwicklungszustand der Borkenkäferbruten in allen Waldgebieten des Landes zeigen. In einem nächsten Schritt werden auf Basis von eingespeisten Wetterdaten auch Prognosen über die Käferentwicklung möglich sein.

“In Tirol werden die Schäden im Wald durch Borkenkäfer im Vergleich zum Jahr 2017 sogar zurückgehen. Der Sturm Ende Oktober hat uns in unseren Bemühungen aber  zurückgeworfen und stellt uns im neuen Jahr gerade in Osttirol vor große Herausforderungen”, resümiert Forstreferent und LH-Stellvertreter Josef Geisler. 131.000 m3 Schadholz, das sind 10% der gesamten Holznutzungsmenge, und einen wirtschaftlichen Schaden von 4,5 Mio. Euro hat der Borkenkäfer 2017 in Tirol verursacht. Für 2018 rechnet man in der Landesforstdirektion mit knapp einem Fünftel weniger Borkenkäfer-Schadholz. In weiten Teilen Österreichs ist die Situation um vieles dramatischer – allein in Oberösterreich geht man für 2018 von 1 Mio. m3 Schadholz aus, das ist das Dreifache des Jahres 2017. In Summe rechnet man in Österreich mit 4 Mio. m3 Borkenkäferholz.

Die Waldeigentümer müssen also auch 2019 auf der Hut sein. “Es ist sehr wichtig, die vielen einzelnen Windwürfe bis zum Sommer aufzuarbeiten”, betont Geisler. Das Land Tirol biete dafür finanzielle Unterstützung an.

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