Neue WIFO-Studie bestätigt positive ökonomische Effekte

Wien, 27. Mai 2016 – Die jährlichen Investitionen des Bundes in Schutz vor Naturgefahren in Höhe von fast 200 Mio. Euro rentieren sich in mehrfacher Hinsicht: Sie sichern Leben, Gesundheit und Lebensraum, steigern das Sicherheitsgefühl und tragen zum Wirtschaftswachstum bei. Die Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) stellt Schutzleistungen für 1.394 Gemeinden, überwiegend im ländlichen Raum, in Form von Gefahrenzonenplänen, Schutzmaßnahmen, Fachexpertisen und naturgefahrenbezogenen Geodaten zur Verfügung. Die Nachfrage nimmt infolge des gesellschaftlichen und klimatischen Wandels stetig zu. Eine aktuelle WIFO-Studie (www.wifo.ac.at/Publikationen) zeigt nun erstmals auf, in welchem Ausmaß sich diese Maßnahmen positiv auf die heimische Volkswirtschaft und die regionalen Wirtschaftsstandorte auswirken.

Mit einem Ausgabevolumen von 145 Mio. Euro pro Jahr sind rund 3.500 Beschäftigungsverhältnisse und – überwiegend regionale – Wertschöpfungseffekte von 220 Mio. Euro verbunden. 2015 wurden insgesamt 150 Mio. Euro in WLV-Schutzmaßnahmen (775 Projekte) in ganz Österreich investiert. Damit sind alle Gemeinden mit Wildbach- (12.000) und Lawineneinzugsgebieten (4.200) mit Gefahrenzonenplänen ausgestattet, über welche die Bürger auch im Internet (www.naturgefahren.at) informiert werden. Schwerpunktgebiete der Investitionstätigkeit der WLV sind zurzeit (infolge der schweren Katastrophenereignisse 2012 bis 2015) die Bezirke Landeck, Innsbruck Land, Bludenz und Zell am See. Neue Herausforderungen stellen die nachhaltige Sicherung der Schutzleistung (Erhaltung) sowie das Risikomanagement für gravitative Naturgefahren (Steinschlag, Rutschung) dar.

“Die vielseitigen Maßnahmen der Wildbach- und Lawinenverbauung zielen insbesondere darauf ab, die Daseinsgrundfunktionen nachhaltig abzusichern, das land- und forstwirtschaftliche Produktionspotenzial zu steigern sowie die Wirtschaftsentwicklung in benachteiligten und strukturschwachen ländlichen Gebieten zu stärken. So können die Lebens- und Wirtschaftsbedingungen dort noch attraktiver gestaltet werden”, erläutert der zuständige Minister Andrä Rupprechter. Ferner seien damit eine Wertsicherung des Baulandes und damit beträchtliche Vermögenseffekte verbunden.

Einen positiven Effekt zeigt auch die Gefahrenzonenplanung der WLV für die Raumentwicklung in den Gemeinden: “In den letzten Jahren war die Dynamik der Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung in gefährdeten Zonen deutlich schwächer als in vergleichbaren, nicht gefährdeten Gebieten, was sich auch in einer Abnahme der Hauptwohnsitze in den gefährdeten Gebieten widerspiegelt”, so Franz Sinabell vom WIFO. Bürger von mehr als 70% der Gemeinden in Österreich haben damit Information über ihre aktuelle Sicherheitslage betreffend Wildbach- und Lawinengefahren, was auch Investitionsentscheidungen von Privatpersonen und Unternehmen entscheidend beeinflusst.

Die österreichische Bevölkerung wird laut Prognose der Statistik Austria und der Raumordnungskonferenz bis 2030 auf über 9 Mio. anwachsen, was steigenden Sicherheitsbedarf gegenüber Naturgefahren bedingt. Die WLV trägt diesem mit der Strategie “die.wildbach 2020” Rechnung.

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