Plus von rund 16% gegenüber dem Vorjahr

Linz, 2. Februar 2018 (aiz.info). – Eine Wertholzsubmission ist für Waldbauern eine lukrative Art, interessante Stämme gewinnbringend zu vermarkten. In Oberösterreich wurde diese Vermarktungsweise heuer bereits zum 15. Mal in Sankt Florian durchgeführt. 700 Stämme wechselten dabei die Besitzer, der Erlös lag bei knapp 430.000 Euro, der Durchschnittspreis über alle Baumarten betrug 460 Euro je Festmeter, was um 16% mehr ist als im Vorjahr. Insgesamt wurden seit der ersten Submission 2004 mehr als 14.000 Laubholz-Stämme mit einem Umsatz von 5,5 Mio. Euro verkauft. Dem Besitzer des teuersten Baumstammes wird dabei alljährlich der “Holzmoar” sowie die “Goldene Axt” verliehen. Heuer ging die Auszeichnung an Familie Schweiger aus Wartberg an der Krems, deren Riegelahorn mit 4.066 Euro/fm das höchste Gebot errang und seinem Besitzer über 6.000 Euro einbrachte. “Die Wertholzversteigerung beweist den Waldbesitzern, dass gezielte Laubholzbewirtschaftung Sinn macht. Im Qualitätsbereich des Laubholzverkaufes ist sie die wichtigste Vermarktungsschiene”, betont Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer (LK) OÖ.

Es bedarf allerdings gezielter waldbaulicher Maßnahmen, um Edellaubholz in geeigneter Güte zu erhalten. Die LK leistete ihren Beitrag mit insgesamt 30.000 Stunden an Waldbauberatung in den vergangenen 15 Jahren. “Die intensive Information und Beratung durch die Waldhelfer, unterstützt durch die Forstberater der LK und des Waldverbandes, bringen den Waldbauern bei der Versteigerung im Vergleich zum klassischen Holzverkauf durchwegs höhere Erlöse”, betont auch Franz Kepplinger, Obmann des Waldverbandes OÖ. Das Know-how und das Bewusstsein für die gezielte Laubwaldbewirtschaftung hat bei den oberösterreichischen Waldbauern aber nicht zuletzt auch aufgrund der Wertholzsubmission zugenommen. Das kommt ihnen im Hinblick auf den Klimawandel entgegen. “Ein höherer Laubholzanteil ist nämlich eine wichtige Maßnahme, um die heimischen Wälder klimafit zu machen”, so Reisecker. Bei der Submission handelt es sich um eine briefliche Versteigerung. Anhand eines Losverzeichnisses kann jeder Stamm beboten werden. Bei Holzstämmen mit Spitzenqualität sind Mehrerlöse von mehreren 100% möglich. Die Durchschnittserlöse sind dadurch ebenfalls deutlich höher als beim herkömmlichen Holzverkauf.

18 verschiedene Baumarten – 80% Eiche

303 Waldbesitzer lieferten heuer 18 verschiedene Baumarten, von Apfel bis Zwetschke, zur Submission. Besonders gute Nachfrage herrschte wiederum nach der Trendbaumart Eiche, die etwa 80% des angelieferten Holzes ausmachte, was beweist, dass die bäuerlichen Waldbesitzer gut auf die aktuelle Holzmarktlage reagiert haben. Hohe Preise wurden auch für Schwarz- und Walnuss erzielt, mit Höchstgeboten von 1.330 Euro/fm beziehungsweise 2.250 Euro/fm. Der Durchschnittserlös pro fm Eiche lag bei 487 Euro, was einer Preissteigerung um 12% gegenüber 2017 entspricht. Wegen des hohen Anteils an Topqualitäten haben heuer 38 nationale und internationale Bieter an der Versteigerung teilgenommen. Sie kamen überwiegend aus Österreich und Deutschland, aber ebenso aus Kroatien und Frankreich. Die Käufer loben besonders die hervorragende Ausformung der Stämme und die Verkaufspräsentation.

Riegelahorn – eine Laune der Natur

Dass häufig Ahornstämme bei Versteigerungen Höchstpreise erzielen, ist einer Laune der Natur zu verdanken. Beim so genannten “Riegelahorn” sind die beim gewöhnlichen Ahorn gerade im Stamm verlaufenden Fasern in sich gewellt. Durch Einwirkung unterschiedlichen Lichteinfalls auf die Schnittflächen entsteht ein spezieller optischer Eindruck, der das Holz vor allem für die Furniererzeugung interessant macht.

Bei ihrem Fachvortrag zum Thema “Kostengünstige, standortgerechte Aufforstung von Laubholz” präsentierten die LK-Experten Johannes Wall und Markus Gemander spezielle Waldbaukonzepte sowie Praxiserfahrungen von Waldbesitzern. Die bäuerlichen Forstpflanzenzüchter demonstrierten auf einer Fläche neben dem Submissionsplatz, wie Laubbäume korrekt gesetzt werden. Darüber hinaus gab es Musteraufforstungen zu besichtigen. Unter anderem wurde eine Teilflächenbepflanzung mit Eichen-Trupps und Fichte als Nebenbestand gezeigt. Die Eichen werden dabei nur alle zwölf bis 14 Meter gesetzt, dort dafür in Gruppen von rund 25 Bäumen auf engstem Raum. Im Altbestand soll dann jeweils ein Baum aus dieser Gruppe zur Holzernte überbleiben. Die Zwischenräume werden vorübergehend mit Fichte bepflanzt. Wenn die Fichten rund 30 Jahre alt sind, werden sie geerntet, um Platz für die Kronen der inzwischen groß gewordenen Eichen zu machen. Dadurch entsteht ein Eichenwald. Die Fichte “auf Zeit” liefert aber ein zusätzliches Einkommen für den Waldbesitzer.

LK Oberösterreich

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