Montecuccoli: Forst-Sofortmaßnahmen sind wichtiger Schritt in die richtige Richtung

Aug 27, 2019 | Allgemein

Waldeigentümer bei Wiederaufforstung ermutigen und unterstützen

Wien, 26. August 2019 (aiz.info). – Der Klimawandel ist Realität – Land- und Forstwirte sind davon als erste und unmittelbar betroffen. Um mit den veränderten Bedingungen auch in Zukunft auf Österreichs Wiesen, Feldern und im Wald arbeiten zu können, bedarf es der Mithilfe von Gesellschaft und Politik. Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, zeigt sich daher erfreut über die Sofortmaßnahme „Wiederaufbau und Pflege des forstwirtschaftlichen Potenzials“ des BMNT und der LK Österreich: „Diese Hilfe ist ein Schritt in die richtige Richtung. Wir müssen unsere Waldbesitzer ermutigen und dabei unterstützen, borkenkäferbefallene oder nach einem Extremwetterereignis viel zu früh geerntete Bäume und Waldabschnitte wieder aufzuforsten und zu pflegen. Denn die vielfältigen Aufgaben und Funktionen des Waldes können durch die Waldbesitzer nur sichergestellt werden, wenn es in dieser schwierigen Zeit ausreichend Unterstützung gibt.“

Forschung und Entwicklung

„Dieses Erste-Hilfe-Programm ist sehr wichtig, aber es bedarf noch weiterer Schritte, um die vielfältigen Waldleistungen für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft für die nächste Generation aufrechtzuerhalten. Es braucht mutige Weichenstellungen in der Energiepolitik, eine Umstellung auf Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft. Auch die Forschung und Züchtung von klima- und schädlingsresistenten Pflanzen sowie die Entwicklung und Zulassung von ökologisch verträglichen Bekämpfungsmaßnahmen gegen Schadorganismen muss weiter vorangetrieben werden“, ergänzt Montecuccoli.

EU-weite Diskussion führen

„Neben diesen Ansätzen bedarf es noch dringend begleitender politischer Maßnahmen, wie etwa die Anpassung des Forstgesetzes und die Zulassung befristeter Rodungen für alternative Nutzungsmöglichkeiten in den Schadensgebieten, damit in der Überbrückungszeit Einkommen auf diesen Flächen erwirtschaftet werden kann. Darüber hinaus muss noch viel stärker eine EU-weite Diskussion über die Lage geführt werden, damit grenzüberschreitende Strategien, Maßnahmen und Finanzierungen möglich werden“, so der Präsident.

Im Kampf gegen den Klimawandel ist jeder Einzelne gefragt

Aber nicht nur der Staat ist gefragt. Auch die Gesellschaft muss mithelfen, den Klimawandel zu bremsen. Das bedeutet für jeden Einzelnen: auf heimische Rohstoffe wie Holz setzen, Holzbau forcieren, auf erneuerbare Energien aus Wind, Sonne und Biomasse umsteigen und Müll, vor allem Plastikmüll, vermeiden. Das alles kostet natürlich, aber im Vergleich zu den Ausgaben, die in Zukunft durch eine weitere Erderwärmung anfallen, ist es das weit kleinere Übel und vor allem ein Beitrag für eine lebensfähige Zukunft unserer Gesellschaft.

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