LK KÄRNTEN: WALDBAUERN BRAUCHEN FAIREN ANTEIL AN DER WERTSCHÖPFUNG

Sep 1, 2022 | Allgemein

Nur faire Holzpreise gewährleisten langfristig Versorgungssicherheit und Klimaschutz

Klagenfurt, 31. August 2022 (aiz.info). – Anlässlich der Eröffnung der 56. Internationalen Holzmesse in Klagenfurt fand Landwirtschaftskammer (LK) Kärnten-Präsident Siegfried Huber klare Worte: „Unsere Waldbauern schauen darauf, dass unsere Wälder gesund sind und dass der Wirtschaftskreislauf Holz funktioniert. Damit sichern sie über 40.000 Arbeitsplätze und rund 3 Mrd. Euro Wertschöpfung in Kärnten.“ Allerdings stehe die Forstwirtschaft in Kärnten vor massiven Herausforderungen. „Unsere Wälder zählen zu den ersten Opfern des Klimawandels. Bereits jeder dritte Baum, der in Kärnten geerntet wird, ist Schadholz infolge von Windwürfen oder Borkenkäferbefall. Allein in Oberkärnten reden wir derzeit von mehr als 1 Mio. Festmeter an Borkenkäferholz, das rasch aus dem Wald heraus muss“, so Huber.

Für den LK Kärnten-Präsidenten ist klar, dass das nur funktionieren kann, wenn die Waldbauern für ihre Arbeit einen fairen Anteil an der Wertschöpfung erhalten. Dass das derzeit nicht gegeben ist, zeige eine Studie des renommierten Economica-Instituts: Von den rund 1.200 Euro an Wertschöpfung, die durch einen Festmeter Holz ausgelöst werden, kommen nur 5% bei den Waldbauern an. „Das ist nicht fair. Unsere Waldbauern stehen am Beginn der Wertschöpfungskette und haben sich für ihre harte und gefährliche Arbeit einen höheren Anteil an der Wertschöpfung verdient. Die Holzpreise müssen steigen, damit die höheren Bewirtschaftungs- und Holzerntekosten gedeckt werden können und auch ein Einkommen übrig bleibt“, appellierte Huber an die Holz verarbeitende Industrie.

EU-Waldstrategie zerstört Arbeitsplätze und verhindert Klimaschutz

Harsche Kritik übte der Präsident an der geplanten Wald-Strategie der EU, die vorsieht, dass 10% der Wälder außer Nutzung gestellt werden. „Auf der einen Seite will die EU-Kommission der Atomkraft ein grünes Mäntelchen umhängen und auf der anderen Seite unsere Wälder stilllegen. Das lehne ich klar ab“, betonte Huber, der einen Schulterschluss von Politik und Holzindustrie fordert, um den Plänen der EU-Kommission einen Riegel vorzuschieben. Denn diese gefährden Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Kärnten: Würde der Holzeinschlag um 10% sinken, würden laut Berechnungen des Economica-Instituts 3.500 Arbeitsplätze und mehr als 140 Mio. Euro an Wertschöpfung in Kärnten vernichtet. „Das kann niemand wollen. Schon gar nicht in Zeiten, in denen wir jeden verfügbaren Festmeter Holz brauchen, um von den fossilen Rohstoffen wegzukommen“, unterstrich Huber.

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