Japans Forstsektor orientiert sich an der forstlichen Ausbildung in Österreich

Aug. 31, 2018 | Allgemein

Memorandum of Understanding – FAST Ossiach exportiert Know-how nachhaltig

Ossiach, 30. August 2018 (aiz.info). – Japan liegt mit einer Waldausstattung von etwa 72% weit über dem europäischen Schnitt. Es setzt auch auf nachhaltige Forstwirtschaft. Was fehlt, sind Ausbildungskonzepte für die Waldarbeiter sowie qualifizierte Forstfacharbeiter. Das Know-how dafür wird von der forstlichen Ausbildungsstätte (FAST) Ossiach des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) übernommen, wo auch japanische Forstleute ausgebildet werden.

Die österreichische Wertschöpfungskette Wald und Holz ist sehr erfolgreich – aufgrund des Ressourcenreichtums und einer schlagkräftigen Industrie. Einen wichtigen Beitrag leisten die Waldeigentümer und forstlichen Fachkräfte, die für die nachhaltige Bewirtschaftung verantwortlich sind. Das forstliche Bildungssystem in Österreich sichert diesen Erfolg langfristig. “Österreich ist Weltmeister in effizienter Holzerntetechnologie sowie in leistungsfähiger holzverarbeitender Industrie. Dieser Erfolg wird natürlich auch in Japan gesehen”, weiß BFW-Leiter Peter Mayer.

Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding

Auch der Inselstaat hat reichlich forstliche Ressourcen und will diese nutzen. Die forstliche Forschung ist gut etabliert, viele Wissenschafter sind weltweit in Netzwerke (z. B. IUFRO) eingebunden. Was jedoch fehlt, sind Ausbildungskonzepte für Waldarbeiter und qualifizierte Forstfacharbeiter. Dazu werden Partner in Mitteleuropa gesucht, wo bereits Erfolgsmodelle etabliert sind. Mit der FAST Ossiach wurde ein entscheidender Kooperationspartner gefunden. Besonders die praktischen Aus- und Weiterbildungsaktivitäten, wie sie in den heimischen forstlichen Ausbildungsstätten umgesetzt werden, sind für Japan neu: Aus diesem Grund wurden seit 2010 eine Reihe von Kursen und Exkursionen auch in Ossiach abgehalten, wo praxisnah aufgezeigt wurde, worauf es bei der Umsetzung der Waldbewirtschaftungskonzepte auf die Fläche ankommt. 309 japanische Gäste haben seitdem einen Fortbildungskurs in der FAST Ossiach absolviert.

Im Rahmen der Holzmesse in Klagenfurt wurde diese Zusammenarbeit zwischen der Präfektur Nagano, der Shinshu Universität und dem BFW dauerhaft mit einem Memorandum of Unterstanding besiegelt. Ziel ist es, den Bildungs- und Forschungsexport zu fördern, dem interessierten japanischen Fachpublikum das ausgezeichnete Know-how der österreichischen Forstwirtschaft vorzustellen und den Weg für zukünftige Kooperationen und Expertenaustausche zu ebnen.

Parallelen zwischen Österreich und Japan?

Trotz einer Distanz von fast 10.000 Kilometern gibt es zwischen der japanischen und der österreichischen Forstwirtschaft starke Parallelen: So streben zum Beispiel beide Staaten nach einer naturnahen, ökologisch orientierten Waldbewirtschaftung. Wie in Österreich befinden sich auch die japanischen Waldregionen überwiegend in steilen, sensiblen und teilweise sehr schwer zugänglichen Regionen, sodass eine fachlich qualifizierte Vorgehensweise bei der forstlichen Erschließung und Umsetzung von mechanisierten Holzernteeinsätzen unerlässlich ist. Das wiederum erfordert, dass Waldarbeiter, die Managementkonzepte umsetzen müssen, entsprechend gut geschult und bestens ausgebildet sind.

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