Holzmarkt

Die Haupteinkommensquelle für Forstbetriebe ist die Holzproduktion. Die Experten der Waldverbände sind über die Details am lokalen Holzmarkt stets bestens informiert. Das Forstreferat der Landwirtschaftskammer Österreich veröffentlicht monatlich den Holzmarktbericht und Holzpreise, die auf Meldungen der Landwirtschaftskammern beruhen.

 

Aktueller Holzmarktbericht der LK Österreich

Markt & Radar “Waldverband aktuell” 4/2021

Kommentare werden in der Zeitung “Waldverband aktuell” aus platzgründen auf +/- 1.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) gekürzt. Die vollständigen Markrtberichte werden hier online veröffentlicht. Die Berichte werden im originalen Wortlaut übernommen und redaktionell nicht überarbeitet.

Österreich

Dipl.-Ing. Martin Höbarth
LK Österreich
Leiter der Abteilung Forst- und Holzwirtschaft, Energie

Nachfrage nach nadelsägerundholz flacht ab

Die Standorte der österreichischen Sägeindustrie sind sehr gut mit Nadelsägerundholz bevorratet. In Tirol, Niederösterreich und Kärnten wird meist noch von einer regen Nachfrage berichtet, wobei für Kärnten bereits Einkaufsstopps einzelner Abnehmer angekündigt wurden. In Vorarlberg werden Lieferungen abseits des Starkholzes kontingentiert, in der Steiermark ist die Nachfrage in Kombination mit gedrosselter Rundholzzufuhrmöglichkeit abnehmend. In Oberösterreich kommt es aufgrund der großzügigen Aufarbeitung der Sturmschäden und entsprechenden Mengen zu Verzögerungen beim Abtransport. Anfang Oktober fällt die behördlich verhängte Einschlagsbeschränkung in Deutschland. Dementsprechende Nachholeffekte werden erwartet, gewisse Mengen werden auch auf den österreichischen Markt drängen. Der Preisanstieg der letzten Monate ist zum Stillstand gekommen. Unverändert ist auch die rege Nachfrage nach Lärche.

Produktionsstillstände sowie ein hohes Angebot an Hackgut und Sägespäne führen zu vollen Lagern bei der Papier-, Zellstoff- und Plattenindustrie. In Abhängigkeit der anfallenden Menge sind die Absatzmöglichkeiten von Industrierundholz sowie der Abtransport regional sehr unterschiedlich. Exporte z.B. nach Slowenien oder Bulgarien sorgen für mengenmäßige Entlastung und weiteren Abbau von Waldlagern. Die Preise sind weiterhin auf unterdurchschnittlichem Niveau. Die Nachfrage nach Rotbuchenfaserholz ist bei stabilen Preisen als normal zu bezeichnen.

Am Energieholzmarkt ist weiterhin kaum Nachfrage zu verzeichnen. Mengen außerhalb bestehender Verträge können kaum abgesetzt werden. Eine Entspannung wird erst mit dem Beginn der Heizperiode erwartet.

 

Zur eigenen Absicherung sowie zur besseren Planbarkeit für die gesamte Wertschöpfungskette wird dringend empfohlen, geplante Erntemaßnahmen vor Durchführung mit den Absatzmöglichkeiten abzustimmen und entsprechende Verträge mit den Abnehmern abzuschließen. Alle relevanten Informationen zur Holzvermarktung finden Sie auf www.holz-fair-kaufen.at.

Bayern/Deutschland

Josef Ziegler
Präsident Bayerischer Waldbesitzerverband e.V.

Derzeit ist beim Nadelholz ein leichter Dämpfer der boomenden Konjunktur zu beobachten. Die noch zum Frühsommer angespannte Versorgungssituation bei den Holzverwendern hat sich in den letzten Wochen zunehmend entspannt. Die hohe Vorratshaltung bei einigen Holzbaubetrieben und eine rückläufige Preisentwicklung auf dem US-Markt führten dazu, dass zuletzt die Nachfrage bei einzelnen Sortimenten zurückgegangen ist und sich Schnittholzlager erhöht haben.

Nach anziehenden Fichtenrundholzreisen und einer hohen Nachfrage zu Beginn des dritten Quartals zeigt sich aktuell eine gute Versorgunglage bei den Nadelholzsägewerken. Große Kalamitätsmengen (Sturm und Borkenkäfer) sind außerhalb der Hauptschadgebiete weitestgehend ausgeblieben. Anhaltende Holzmengen kommen aber weiter aus den Kalamitätsregionen in Nordostbayern und Mitteldeutschland. Nach Ablauf der Verordnung über die Beschränkung des regulären Fichtenrundholzeinschlags zeigt sich in vielen Regionen eine hohe Bereitschaft zum Holzeinschlag im Herbst. Diese trifft auf eine zurückgenommene Produktion bei den Sägern. Bereits in der letzten Zeit kommt es regional zu längeren Abfuhrzeiten und erhöhten Waldlagern. Frischholzeinschläge sollten nur auf bestehende Verträge mit entsprechenden Liefervereinbarungen durchgeführt werden. Wenn möglich, sollten Einschläge auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Im Sog der gestiegenen Fichtenrundholzpreise hat sich auch die Situation bei der Kiefer verbessert. Die Nachfrage ist, zu im dritten Quartal angezogenen Preisen, meist stabil. Auch wenn sich die Situation beim Nadelindustrieholz in den letzten Monaten etwas verbessert hat, ist die Vermarktung vor allem schlechterer Sortimente für den Waldbesitz weiterhin nicht zufriedenstellend. Auch beim Energieholz zeichnet sich aktuell noch keine grundsätzliche Trendwende ab.

Beim Laubholz zeigt sich bundesweit im Vergleich zum Vorjahr ein höherer Bedarf bei den Sägewerken ab. Da gleichzeitig kalamitätsbedingt sowie aus Gründen des Naturschutzes der Einschlag oftmals zurückgegangen ist, ist eine gute Nachfragesituation und der Wunsch nach frühzeitigen Lieferungen bei der Buche zu beobachten. Viele große Betriebe haben bereits ihre Vertragsverhandlungen abgeschlossen. Eichenstammholz bleibt gut nachgefragt. Bei guten Qualitäten zeigt sich ein leicht steigendes Preisniveau.

Biomasse

Ök.-Rat Franz Tischenbacher
Vorsitzender Österreichischer Biomasseverband

Verknappungen des Erdgasangebotes und unterdurchschnittlicher Füllstand der Erdgasspeicher haben in der EU zu einer deutlichen Erhöhung der Großhandelspreise für Erdgas geführt, über Wechselwirkungen mit hoher Auslastung von Gaskraftwerken wurden auch die Strommarktpreise nach oben mitgezogen. Mehrere Analysten gehen davon aus, dass die Verknappung des Erdgasangebotes im direkten Zusammenhang mit dem Genehmigungsverfahren für die Nordstream-2-Gasleitung steht.

Am Energieholzmarkt hatten die Gas- & Strompreisverwerfungen bislang keine Wirkung. Die Lager der Biomasseheizwerke und Holzkraftwerke sind – auch auf Grund des hohen Nebenproduktangebotes der Sägewerke – sehr gut gefüllt. Mengen außerhalb bestehender Verträge konnten im 3. Quartal kaum abgesetzt werden. Eine Entspannung wird erst mit dem Beginn der Heizperiode erwartet.

Sollte der Höhenflug der Gas- & Strompreise länger anhalten, kann es zu verstärkter Nachfrage nach Qualitätsbrennholz und Briketts für den Betrieb von Zusatzheizungen (Kachel- und Kaminöfen) kommen.

Papier- und Zellstoff

Dr. Kurt Maier
Präsident Austropapier

Solide Produktionsaussichten

Die sehr positiven Rahmenbedingungen für die holzverarbeitende Industrie treffen auch für Papier- und Zellstoffindustrie zu. Wir sehen insgesamt steigende Produktionszahlen und konstant gute Nachfrage in allen Sektoren. Erfreulicherweise konnte sich auch die Negativspirale der graphischen Papiere stabilisieren und mengenmäßig einen Aufwärtstrend erfahren.

Leider können vereinzelte Standorte derzeit aus technischen Gründen keine Vollproduktion garantieren. Sämtliche Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten sollten aber in absehbarer Zeit abgeschlossen sein. Die Holzversorgung (Hackgut sowie Rundholz) ist insofern als sehr zufriedenstellend einzustufen. Für das vierte und erste Quartal, ist aber von einem Mehrverbrauch an unseren Standorten auszugehen.

An vielen Fabrikstandorten werden sinnvolle Investitionen in moderne Energieanlagen getätigt. Vor allem im Bereich Wasserkraft (Laakirchen, Pöls), in Photovoltaik (Laakirchen, Lenzing, Bruck a.d. Mur) und besonders in Ökoenergie aus Biobrennstoffen (Nettingsdorf, Bruck a.d. Mur, Gratkorn). In Hinblick auf eine für beide Seiten erfolgreiche und nachhaltige Zukunft, freuen wir uns weiterhin auf eine gute Kooperation mit allen Waldeigentümern.

Papier

Dr. Erlfried Taurer
Sprecher  Österreichische Plattenindustrie

Die Auftragslage der heimischen Plattenindustrie ist nach wie vor durchwegs sehr gut und stabil mit positiven Signalen, die bis weit in das nächste Jahr hinein reichen. Auch die Rohstoffversorgung mit Industrieholz ist entsprechend den Erwartungen und Planungen gut, die Übermenge an Sägenebenprodukte geht leicht zurück, liegt aber nach wie vor über dem Vorjahresniveau. Die Lager sind für die Jahreszeit optimal gefüllt, die Aufnahmefähigkeit ist praktisch ohne Einschränkungen, insbesondere für inländisches Faserholz, voll gegeben. Die Produktionskapazitäten sind bei ausgezeichneten Bedingungen völlig ausgelastet.  Abseits dieser durchwegs positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Aussichten wird jedoch die mangelnde Verfügbarkeit von Leim/Melamin ein beherrschendes Thema, ebenso wie massive Energiepreissteigerungen bei Gas und Strom.

Ungeachtet dessen blickt die heimischen Plattenindustrie zuversichtlich in die Zukunft und stellt damit für die Forstwirtschaft einen verlässlichen Abnahmepartner dar.

Säge

DI Markus Schmölzer
Vorsitzender  Österreichische Sägeindustrie

Am Beginn des 4. Quartals ist die Auftragslage der heimischen Sägeindustrie nach wie vor auf einem guten Niveau, allerdings sind Auftragsrückgänge bereits seit Mitte des Sommers spürbar.

Die Sägeindustrie produziert bereits im Herbst deutlich weniger als noch in den Spitzenmonaten April-Juli 2021 – auf marktkonformem Niveau. Hochrechnungen zufolge bewegt sich die Produktionssteigerung der Sägeindustrie heuer dennoch mit einigen Prozenten im Plus.

Weltweit sind stabile und positive Signale zu erkennen, wonach der Holzbau in den nächsten Jahren weiter verstärkt nachgefragt wird.

Auch die Rohstoffversorgung aus dem heimischen Forst hat über den Sommer erwartungsgemäß stark zugenommen. Jetzt ist es wichtig, vertragskonform anzuliefern und auch zu einer stabileren Marktlage und Normalität zu finden.