Holzmarkt

Die Haupteinkommensquelle für Forstbetriebe ist die Holzproduktion. Die Experten der Waldverbände sind über die Details am lokalen Holzmarkt stets bestens informiert. Das Forstreferat der Landwirtschaftskammer Österreich veröffentlicht monatlich den Holzmarktbericht und Holzpreise, die auf Meldungen der Landwirtschaftskammern beruhen.

 

Aktueller Holzmarktbericht der LK Österreich

Markt & Radar “Waldverband aktuell” 1/2019

Berichte im Marktradar der Zeitung “Waldverband aktuell” werden im originalen Wortlaut übernommen und redationell nicht überarbeitet. Kommentare werden in der Zeitung aus platzgründen auf +/- 1.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) gekürzt. Die vollständigen Markrtberichte werden online veröffentlicht.

Österreich

Dipl.-Ing. Martin Höbarth
LK Österreich
Leiter der Abteilung Forst- und Holzwirtschaft, Energie

Weiterhin kann die Forstwirtschaft aufgrund der Kalamitätsholzanfälle im In- und Ausland ökonomisch nicht an der sehr guten Absatzlage der Sägeindustrie mitpartizipieren. Trotz einer witterungsbedingten, leichten Entspannung im Mai und verstärkter Bemühungen namhafte Fichtenrundholzmengen aus Deutschland und Italien direkt nach China zu verschiffen, bleibt der Rundholzmarkt allgemein stark unter Druck.

Das Angebot an Nadelsägerundholz ist auf anhaltend hohem Niveau, obwohl der Schwerpunkt der Holzernteaktivitäten bei der Aufarbeitung von Kalamitätshölzern liegt. Fehlende Transportkapazitäten führen nach einer leichten Entspannung im Mai wieder zum Aufbau von Waldlagern, allgemein verläuft die Holzabfuhr nur sehr schleppend.

Die Standorte der Zellstoff-, Papier- und Plattenindustrie bleiben sehr gut mit Industrieholz versorgt. Der deutlich über den Vorjahren liegende Anfall an Sägenebenprodukten sowie die laufende Schadholzaufarbeitung –vor allem auch der Schneebruchschäden- sorgen für höchste Lagerstände. Auch hier führen strenge Zufuhrkontingente zu wieder ansteigenden Rundholzlagern im Wald.

Der Absatz von Energieholz ist seit einigen Monaten nur mehr auf Basis bestehender Verträge möglich. Zusatzmengen werden, wenn überhaupt, nur zu unbefriedigenden Abwehrpreisen beboten. Hackgut minderer Qualität aus Ast- und Kronenmaterial ist derzeit praktisch unverkäuflich.

Bayern/Deutschland

Josef Ziegler
Präsident Bayerischer Waldbesitzerverband e.V.

Finanzielle Situation im Waldbesitz verschärft sich weiter – Waldschutz hat oberste Priorität

Der Nadelholzmarkt in Bayern ist weiterhin von Kalamitätshölzern geprägt. Die Aufarbeitung von Schneebruch- und Sturmholz entlang der Alpennordseite sowie von Käferholz sind im vollen Gang. Mittlerweile sind von den Auswirkungen der Wetterextreme nahezu alle Baumarten betroffen. Neben der Fichte kommt es vor allem auch bei der Kiefer zu erheblichen Schäden.

Während in Nord- und Ostbayern aber auch in vielen anderen Regionen Deutschlands Kalamitätshölzer zunehmend schwieriger bis kaum noch abzusetzen sind, zeigt sich die derzeitige Lage in Südbayern etwas entspannter. Regional bestehen größere Trocken- und Nasslager bzw. werden derzeit in Betrieb genommen. Die Situation beim Industrieholz sowie im Bereich der Palette und Verpackung hat sich weiter verschärft. Beim Energieholz ist in den Hauptschadregionen eine Vermarktung kaum noch möglich.

Aktuelle Preisrücknahmen bei Kalamitätshölzern führen dazu, dass viele Waldbesitzer aktuell nicht mehr kostendeckend die Aufarbeitung und Waldschutz betreiben können. Insbesondere im Privatwald ist aufgrund der finanziell angespannten Situation eine Abkehr von einer nachhaltigen Forstwirtschaft zu befürchten.

Biomasse

Ök.-Rat Franz Tischenbacher
Vorsitzender Österreichischer Biomasseverband

Auch in diesem Jahr bleiben wir nicht vor neuen Hitzerekorden und einer weiteren Ausbreitung der Käferkalamitäten verschont. Das im Nationalrat verabschiedete Biomassegrundsatzgesetz zur Weiterförderung der Holzkraftwerke wurde im niederösterreichischen Landtag erstmals in ein Landesgesetz gegossen und soll im September in Kraft treten. Die Mehrzahl der restlichen Bundesländer hat signalisiert entsprechende Beschlüsse in Kürze zu fassen. Damit kann ein Großteil der Anlagen vorerst weiter betrieben werden. Das Erneuerbaren Ausbau Gesetz, das eine langfristige Lösung für Holzkraftwerke vorsehen sollte, wird sich allerdings durch die Neuwahl des Nationalrats nach hinten verschieben, was wiederum neue Unsicherheiten für Anlagen bedeutet, die im Jahr 2020 ihren Tarif verlieren. Die Situation bleibt also angespannt. Wie dringend die bestehenden Verwertungskapazitäten gebraucht werden und wie dringend zusätzliche benötigt werden würden zeigt der dramatische Verfall bei den Hackgutpreisen.

Papier- und Zellstoff

Dipl.-Ing. Christian Skilich
Präsident Austropapier

Holzzugang auf hohem Niveau

Gegenwärtig sind die meisten der Standorte der Papierindustrie noch geprägt von guter Auslastung. Die Holzzufuhr ist vor allem derzeit mit sehr hohen Mengen an Sägenebenprodukten konfrontiert. Diese müssen bevorzugt übernommen werden, um den Holzfluss in den Sägewerken aufrecht zu erhalten. Im Nadelindustrieholzbereich ist man bemüht mit externen Lagermöglichkeiten den starken Holzzugang effizient bewerkstelligen zu können. Die Versorgung im Laubholzbereich ist ebenfalls sehr zufriedenstellend.

Die Absatzmärkte zeigen in mehreren Bereichen Tendenzen einer deutlich geringeren Nachfrage. Die Erlöse bei Zellstoff sind gegenüber Ende 2018 bereits deutlich zurück gegangen. Für den Herbst sind einige routinemäßige Revisionsstillstände geplant, dennoch sind die Standorte bemüht auch dann eine kontinuierliche Holzübernahme zu gewährleisten.

Platte

Dr. Erlfried Taurer
Sprecher der Österreichischen Plattenindustrie

Die Konjunktur in Österreich hat sich im Vergleich zum hervorragenden Vorjahr, dem allgemein erkennbaren Trend folgend, leicht abgekühlt. Die Absatzmärkte werden schwieriger. Nichts desto trotz ist die Auftragslage nach wie vor zufriedenstellend.

Die Rohstoffversorgung ist in sämtlichen Sortimenten sehr gut. Die Aufnahmefähigkeit der vollen Läger ist nur eingeschränkt möglich, für Stammlieferanten aber jedenfalls normal im Rahmen der bestehenden Verträge gegeben. Ein weiterer Lageraufbau ist derzeit kaum mehr möglich; Tirol ist weiterhin für direkte -kalamitätsbedingte- Zusatzmengen an Faserholz aufnahmefähig. Ansonsten müssen Zusatzmengen jedoch zumindest auf das nächste Quartal verschoben werden.

Auch besteht regional ein hoher Importdruck aus Nachbarländern. Die Produktionsbedingungen sind sehr gut, die vorhandenen Produktionskapazitäten werden voll ausgeschöpft.

Die Gesamtimporte 2019 sind zum Vergleichszeitraum des Vorjahres merklich gesunken, diese Entwicklung wird sich im 3. Quartal fortsetzen. Das unterstreicht die Bemühungen der Plattenindustrie in Richtung der heimischen Forstwirtschaft, für diese stets ein verlässlicher Abnahmepartner zu sein.

Säge

Mag. Herbert Jöbstl
Vorsitzender der Österreichischen Sägeindustrie

„Die Produktion der Sägeindustrie stieg im ersten Halbjahr 2019 um rund 4 %. Bis Ende des Jahres ist mit keiner weiteren Steigerung zu rechnen, da sich auch in einigen zentralen Märkten ein Konjunkturabschwung abzeichnet. Hohe Produktionsmengen in Mitteleuropa haben Leitsortimente unter Preisdruck gebracht.

2019 sind wieder erhöhte Mengen Schadholz aus dem Inland übernommen worden. Der Zukauf von Sägerundholz aus den benachbarten Einzugsgebieten konnte zeitgleich um mehr als 10% reduziert werden. Die Sägeindustrie zeigt sich seit Jahren als verlässlicher Abnehmer von Schadholz aus den heimischen Wäldern, musste aber heuer wieder mit massiver Verschlechterung der Holzqualitäten kämpfen.

Eine künftig gute Zusammenarbeit mit der Forstwirtschaft wird auch für die Zukunft der gesamten Branche entscheidend sein. Bestehende Verträge werden ordnungsgemäß abgearbeitet-frisches Holz ist vereinzelt schwer zu bekommen.“

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