Holzmarkt

Die Haupteinkommensquelle für Forstbetriebe ist die Holzproduktion. Die Experten der Waldverbände sind über die Details am lokalen Holzmarkt stets bestens informiert. Das Forstreferat der Landwirtschaftskammer Österreich veröffentlicht monatlich den Holzmarktbericht und Holzpreise, die auf Meldungen der Landwirtschaftskammern beruhen.

Aktueller Holzmarktbericht der LK Österreich

Markt & Radar “Waldverband aktuell” 4/2018

Kommentare im Marktradar der zeitung “Waldverband aktuell” werden im originalen Wortlaut übernommen und nicht redationell überarbeitet.

Österreich

Dipl.-Ing. Martin Höbarth
LK Österreich
Leiter der Abteilung Forst- und Holzwirtschaft, Energie

Der Nadelsägerundholzmarkt ist in den Borkenkäferschadensgebieten extrem angespannt. Sägewerke bemühen sich auch aus dem Inland Mehrmengen zu übernehmen. Verstärkter Kalamitätsholzanfall im In- und Ausland und Revisionsstillstände haben die Wartezeiten zum Abtransport des bereitgestellten Holzes wieder auf mehrere Wochen ansteigen lassen. Außerhalb der Kalamitätsgebiete ist eine Nachfragebelebung nach frischem Holz spürbar. Aufgrund des Überangebotes an Fichtensägerundholz ist die Vermarktung von Kiefer äußerst schwierig. Die Nachfrage nach Lärche und stärkerem Douglasienholz ist ungebrochen rege und schwer zu bedienen.

Die Standorte der Zellstoff-, Papier- und Plattenindustrie sind sehr gut mit Nadelindustrierundholz bevorratet. Mengen werden bei vorhandenen Transportkapazitäten rasch abgefrachtet. Rotbuchenfaserholz wird normal nachgefragt.

Unverändert die Situation am Energieholzmarkt. Im Süden bestehen gute Absatzmöglichkeiten, im Norden (Schadgebiete) ist der Absatz nur zu reduzierten Preisen möglich. In den nächsten Monaten laufen die Verträge mit Heizkraftwerken aus. Aufgrund fehlender Nachfolgetarife im Ökostromregime ist die Zukunft dieser Werke ungewiss. Ein Wegfall dieser Vermarktungsschien würde weiteren Druck auf die Energieholzsortimente ausüben, und die Möglichkeiten der Bekämpfung der Borkenkäferkalamität massiv einschränken.

Bayern/Deutschland

Josef Ziegler
Präsident Bayerischer Waldbesitzerverband e.V.

Kalamitäten prägen Holzmarkt

Die Witterung in diesem Jahr hat zunehmend Auswirkungen auf den Holzmarkt. Seit August kommen erhebliche Käferholzmengen auch aus Nordbayern sowie Mittel- und Norddeutschland. Gleichzeitig kommt noch immer Holz aus den Hauptschadgebieten des Orkans Friederike, welches noch nicht vollständig aufgearbeitet ist und durch die Käferkalamität überlagert wird. Auch aus dem tschechischen Raum gibt es erhebliche Käferholzeinfuhren an bayerische Abnehmer, so dass der Holzmarkt derzeit von einem massiven Überangebot an Kalamitätshölzern geprägt ist. Problematisch werden von den bayerischen Waldbesitzern tschechische Holzimporte insbesondere aufgrund des dortigen Befalls mit dem hier noch nicht vorkommenden Ips dublicatus gesehen.

Der Nadelrundholzmarkt ist vielerorts geprägt durch Verzögerungen bei der Abfuhr, zunehmenden Wald- und Zwischenlagern und Anfuhrreglementierungen bei den Abnehmern. Viele Waldbesitzer stehen derzeit vor neuen Vertragsverhandlungen. Aufgrund des hohen Rundholzangebotes stehen die Kalamitätsholzpreise zunehmend unter Druck, dies gilt auch für Paletten- und Verpackungsware. Lediglich im südbayerischen Raum wird von den Abnehmern eine gewisse Frischholznachfrage kommuniziert.

Beim Industrieholz läuft derzeit der Absatz zu stabilen Preisen zufriedenstellend. Beim Laubholz beginnt der Einschlag bei der Buche zu einen gestiegenen Preisniveau.

Biomasse

Ök.-Rat Franz Tischenbacher
Vorsitzender Österreichischer Biomasseverband

Aufgrund fehlender Einspeisetarife haben in den vergangenen Monaten die ersten Holzkraftwerke ihre Pforten geschlossen und können somit kein Schadholz mehr annehmen. Kommt es nicht innerhalb der nächsten Monate zu einer tragfähigen Lösung für Holzkraftwerke wird ein Großteil der bestehenden Anlagen zusperren müssen. Damit fällt die Verwertungsmöglichkeit für mehrere Millionen Festmeter Schadholz weg. Angesichts der aktuellen Borkenkäferkatastrophe, ausgelöst durch den überschwänglichen Verbrauch von fossilen Brennstoffen, ist es absurd, dass Holzkraftwerke, die installiert wurden um eben fossile Brennstoffe zu ersetzen, zusperren sollen. Erst kürzlich titelte die Tageszeitung „Die Presse“: „Strom wird auch im Sommer knapp“, gefolgt vom Untertitel: „Nicht nur die Kälte im Winter, auch der heiße August brachte Österreichs Stromversorgung heuer an die Grenze“. Diese Analyse unseres Stromsystems ist zwar treffend, die darauf basierenden Schlussfolgerungen des österreichischen Stromregulators E-Control aber befremdlich. Er fordert nicht etwa den Weiterbetrieb der bestehenden österreichischen Holzkraftwerke, sondern mit dem berechtigten Hinweis auf den unberechenbaren Anfall von Wind-, Wasser- und PV-Strom die Absicherung und den Neubau von fossilen Kraftwerken. Diese Art der Energiepolitik ist keine nachhaltige Energiewende sondern bringt nicht nur unser Energiesystem, sondern langfristig auch unseren Wald an seine ökologischen Leistungsgrenzen. Umso mehr ist es unser gemeinsamer Auftrag und unsere Verpflichtung an einer Energiewende mit Erneuerbaren Energieträgern zu arbeiten.

Papier- und Zellstoff

Dipl.-Ing. Christian Skilich
Präsident Austropapier

Höchste Anstrengungen bei Faserholzabnahme

Sämtliche Standorte der Zellstoffindustrie sind intensiv bemüht die anfallenden heimischen Faserholzmengen zeitnah aufzunehmen. Dazu wurden die Lagerkapazitäten gesteigert und zusätzliche externe Lagerplätze geschaffen. Um den heimischen Markt zu entlasten, konnten auch die Importe entsprechend reduziert werden. So wurde im Jahresverlauf das Industrierundholz ohne gröbere Verzögerungen aus dem Wald abtransportiert. Für das vierte Quartal sind alle Fabriken für österreichisches Faserholz nach wie vor aufnahmefähig; vor allem im Laubholzbereich besteht steigender Bedarf. Um weiterhin einen zügigen Abtransport des Holzes zu gewährleisten, ist es auch notwendig die 50 Tonnen Ausnahmeregelung aufrecht zu erhalten bzw. zu verlängern.

Platte

Dr. Erlfried Taurer
Sprecher der Österreichischen Plattenindustrie

Die Wirtschaftsindikatoren belegen eine anhaltend robuste Wirtschaftslage in Österreich. Dementsprechend ist die Auftragslage für die heimische Plattenindustrie weiterhin sehr zufriedenstellend, auch absatzseitig setzt sich im Wesentlichen der positive Trend fort. Die Produktionskapazitäten sind bei optimalen Produktionsbedingungen voll ausgelastet. Hinsichtlich der Rohstoffversorgung bestehen starke regionale Unterschiede. Im Osten ist die Versorgung mit Faserholz und Sägenebenprodukten sehr gut bei maximalen Lagerbeständen und klarer Bevorzugung von verfügbaren Regionalmengen (Schadholz). In speziellen Regionen bestehen wegen anhaltend eingeschränkter Waggonverfügbarkeit noch Übermengen.

Im Westen und Süden zeigt sich ein differenziertes Bild. Im Süden wird beim Faserholz noch kein überdurchschnittliches Schadholzaufkommen verzeichnet, insofern besteht eine normale Versorgungssituation; die Lagerstände befinden sich auf durchschnittlichem Niveau, es gibt keine Zufuhrbeschränkungen. Im Westen bewegt sich der Eingang von Faserholz auf Vorjahresniveau, was nicht immer reicht, um die niedrigen Lagerstände zum Jahresanfang voll auszugleichen. Auch bei den Sägenebenprodukten hat ein leicht erhöhter Einschnitt keine Übermengen hervorgebracht. Die Läger sind voll aufnahmefähig.

Generell ist eine Steigerung der Kosten für Leim und Chemie sowie Transport und Energie zu verzeichnen. Eine gute Planung der Frachtkapazitäten und eine realistische Einschätzung der geplanten Faserholzmengen sind Garant für eine gesicherte Abnahme der inländischen Mengen durch die österreichische Plattenindustrie.

Säge

Mag. Herbert Jöbstl
Vorsitzender der Österreichischen Sägeindustrie

Auch 2018 wird es zum dritten Mal in Folge wieder eine Steigerung der Schnittholzproduktion in Österreich geben. Eine hohe Verfügbarkeit von Rundholz trifft derzeit auf eine ebenso gute Absatzlage in nahezu allen Hauptmärkten. Um 2019 das Produktionsniveau halten zu können, braucht die heimische Sägeindustrie eine konstante Versorgung über das gesamte Jahr, insbesondere auch mit Frischholzsortimenten um der Nachfrage gerecht zu werden. Bereits im 3. Quartal wurden in vielen Gebieten Österreichs wieder vermehrt heimische Frischholzmengen angenommen. Das wird sich über die nächsten Monate nicht ändern. Trotz der aktuellen katastrophalen Borkenkäfer Situation in ganz Mitteleuropa (z.B. in Deutschland und Tschechien), werden die Importzahlen bis Jahresende in den betroffenen Gebieten NÖ und OÖ nicht über dem Vorjahresvergleich liegen. Den Wettbewerbsvorteil und die Stärken unserer Holzindustrie haben wir den ausgezeichneten Eigenschaften der Holzart Fichte zu verdanken. Mit einer kontinuierlichen Rundholz Versorgung dieser Holzart, wird die heimische Holzindustrie auch in Zukunft ihre internationale Führungsrolle behaupten können.

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