Holzmarkt

Die Haupteinkommensquelle für Forstbetriebe ist die Holzproduktion. Die Experten der Waldverbände sind über die Details am lokalen Holzmarkt stets bestens informiert. Das Forstreferat der Landwirtschaftskammer Österreich veröffentlicht monatlich den Holzmarktbericht und Holzpreise, die auf Meldungen der Landwirtschaftskammern beruhen.

 

Aktueller Holzmarktbericht der LK Österreich

Markt & Radar “Waldverband aktuell” 1/2019

Berichte im Marktradar der Zeitung “Waldverband aktuell” werden im originalen Wortlaut übernommen und redationell nicht überarbeitet. Kommentare werden in der Zeitung aus platzgründen auf +/- 1.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) gekürzt. Die vollständigen Markrtberichte werden online veröffentlicht.

Österreich

Dipl.-Ing. Martin Höbarth
LK Österreich
Leiter der Abteilung Forst- und Holzwirtschaft, Energie

Die Aufarbeitung von Sturm- und Käferholz läuft aufgrund der günstigen Witterung auf hohem Niveau. Waldlager bauen sich aufgrund der am Limit befindlichen Abfuhr- und Übernahmekapazitäten kaum ab. Aufgrund des seit Monaten andauernden, massiven Holzanfalls sind die Rundholzlagerkapazitäten der Sägeindustrie (SI) erschöpft, die Nachfrage ist derzeit verhalten. Abwartend zeigt sich die SI auch bei Vertragsabschlüssen für das erste Quartal 2019. Aufgrund des Überangebotes an Fichte ist die Vermarktung von Weiß- und Schwarzkiefern herausfordernd. Lärche wird weiterhin sehr rege nachgefragt.

Am Laubsägerundholzmarkt ist die Nachfrage nach Eiche ungebrochen. Die Mengennachfrage nach Esche und Rotbuche steigen. Die bisher angelieferten Mengen für die Ende Jänner stattfindenden Wertholzsubmissionen der Waldverbände in Ober- und Niederösterreich liegen auf Vorjahresniveau. Die Rundholzlager der Zellstoff-, Papier- und Plattenindustrie sind ebenfalls sehr gut mit Nadelindustrierundholz gefüllt. Die Preise stehen unter Druck. Die Produktion von Rotbuchenfaserholz läuft mengenmäßig gut.

Der Energieholzmarkt ist weiterhin zweigeteilt. Während im Süden Österreichs ausreichend Vermarktungsmöglichkeiten bestehen, verschärft sich im Norden aufgrund des Überangebotes an Käferholz und der drohenden Abschaltung von KWK-Anlagen der Absatz zunehmend. Die Nachfrage nach Ofenholzsortimenten bleibt sehr gut.

Bayern/Deutschland

Josef Ziegler
Präsident Bayerischer Waldbesitzerverband e.V.

Der bayerische Nadelrundholzmarkt bleibt durch das europaweite Angebot an Kalamitätshölzern bestimmt. In Teilen Nordbayerns sowie in anderen Regionen Deutschlands ist die Rundholznachfrage fast vollständig zusammengebrochen. Aufgrund des hohen Kalamitätsangebotes aus dem In- und Ausland kontingentieren einige Abnehmer die Vertragsmengen, teilweise konnten aufgrund der Überversorgung gar keine oder nur reduzierte Vertragsmengen vereinbart werden. Die Anfuhrsituation bei den Abnehmern bleibt schwierig.

Es ist wichtig, dass über den Winter hinweg vorhandene Kalamitäten aufgearbeitet und Frischholzeinschläge nur auf bestehende Verträge und bei einer tatsächlichen Nachfragesituation sowie sicherer Abfuhr durchgeführt werden.

Im Gegensatz zum Nadelrundholz ist beim Laubholz die Nachfragesituation zu stabilen bis steigenden Preisen sehr gut. Für Buchenstammholz wurden hohe Frühlieferprämien vereinbart. Beim Eichenstammholz ist die Nachfrage ungebrochen. Auch im Bereich des Laubindustrieholzes besteht eine gute Nachfrage zu stabilen bis leicht anziehenden Preisen.

Im Energieholzbereich ist die Nachfragesituation vielerorts zu stabilen Preisen gut.

Biomasse

Ök.-Rat Franz Tischenbacher
Vorsitzender Österreichischer Biomasseverband

Noch immer produzieren in Österreich Kohlekraftwerke doppelt so viel Strom wie Holzkraftwerke. Die Effizienzanforderungen sind im Vergleich dazu bei Holzkraftwerken bereits jetzt wesentlich höher als bei der bestehenden Kohleverstromung, die nur zu 16% auf Kraft-Wärme-Kopplung basieren. Warum hier keine Effizienzdebatte geführt wird, obwohl die Rohstoffe oft von südafrikanischen oder amerikanischen Großkonzernen importiert werden müssen, ist unverständlich.

Ende des Jahres haben die Regierungsparteien den Rahmen für das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) beschlossen, in dem der Bioenergie wieder eine bedeutende und wesentliche Rolle zugesprochen wird. Andererseits gibt es auch noch einige offene Fragen was die konkrete Ausgestaltung betrifft. Für die Absicherung bestehender Holzkraftwerke wurde von den Regierungsparteien ein Initiativantrag eingebracht. Die Öffnung der Strommärkte für Gemeinschaftsanlagen, der Zugang zu Regel- und Ausgleichsenergiemärkten und die geplanten Steuererleichterungen für Erneuerbare Energien sind weitere positive Entwicklungen. Fest steht, dass die Energie-Ziele der Regierung ohne bestehende Holzkraftwerke und massive Investitionen in Fernwärme, Nahwärme und Einzelfeuerungen nicht zu schaffen sind. In diesem Sinne gehen wir positiv gestimmt ins Jahr 2019.

Papier- und Zellstoff

Dipl.-Ing. Christian Skilich
Präsident Austropapier

Gute Aussichten für 2019

Die Vorausschau auf 2019 zeigt für die Österreichische Papier- und Zellstoffindustrie eine 2%-ige Steigerung des Holzeinsatzes. Somit sind wir im Hinblick auf die kontinuierliche Industrieholzabnahme weiterhin ein stabiler Partner für der heimische Forstwirtschaft. Trotz der heurigen Dramatik des regional massiven Schadholzaufkommen, möchten wir die betroffen Waldbesitzer ermuntern auch weiterhin eine aktive Forstbewirtschaftung im Sinne eines klimafitten Waldes zu betreiben. Gerade die bäuerlichen Waldbesitzer sind ein bedeutender Partner für die heimische Holzindustrie und ein Garant für die Bereitstellung von ausreichend Durchforstungsholz. Im Sinne dieser Partnerschaft freuen wir uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit im kommenden Jahr, auf eine gut abgestimmte Holzlogistik sowie auf eine zeitnahe und rasche Kommunikation in etwaigen Krisensituationen.

Platte

Dr. Erlfried Taurer
Sprecher der Österreichischen Plattenindustrie

Die vorlaufenden Indikatoren weisen bis Jahresende noch auf eine gute Konjunktur in Österreich hin, danach wird sich das Wirtschaftswachstum allerdings abschwächen. Diese Tendenz zeigt sich auch bereits in einer spürbaren Abkühlung der bisher guten Auftragslage in der heimischen Plattenindustrie.

Die Rohstoffversorgung ist in allen Sortimenten bedingt durch die bisher milde Witterung und dadurch uneingeschränkte Zufuhr sowie infolge gefüllter Läger und Schadholzanfall im Norden und Süden durchwegs sehr gut. Probleme gibt es nach wie vor mit der Bahn-Logistik, was die Aufnahme/Abfuhr von Faserholz beeinträchtigt. Die Aufnahmefähigkeit der Läger ist trotz derzeitigem Höchstniveau für inländische Mengen im Rahmen der laufenden Verträge jedenfalls gegeben. Zudem ist im 1. Quartal saisonal bedingt mit einem leichten Lagerabbau zu rechnen. Die Produktion läuft auf hohem Niveau bei guten Bedingungen.Als Belastung werden die anhaltend steigenden Chemie- Energie- und Transportkosten gesehen. Insgesamt ist der Ausblick nach wie vor noch positiv, sodass die Österreichische Plattenindustrie wie schon bisher ein verlässlicher Partner für die Forstwirtschaft ist.

Säge

Mag. Herbert Jöbstl
Vorsitzender der Österreichischen Sägeindustrie

Die österreichische Sägeindustrie wird 2019 sehr gefordert sein. Die Lager in unseren Hauptmärkten füllen sich und die Nachfrage nach Schnittholz schwächt ab. Im 1. Quartal 2019 wird die Sägeindustrie kaum das hohe Niveau von 2018 erreichen können. Aufgrund der konjunkturbedingten Nachfrage war es der europäischen Sägeindustrie in den letzten Jahren möglich, die in Mitteleuropa angefallenen Holzmengen auch mengenmäßig sehr gut und rasch zu verarbeiten. Positiv bleibt die Nachfrage nach modernen Holzbaulösungen bei Großprojekten.

Der Schaden für die betroffenen Waldbesitzer war 2017 und 2018 regional unterschiedlich massiv. Katastrophen werden in Österreich immer schon partnerschaftlich abgehandelt. Regionales Holz wird seit Jahren prioritär behandelt und auch weiterhin in bester Abstimmung mit den Stammlieferanten koordiniert. Nach plus 0,5 Mio.fm heimisches Rundholz 2017 konnte auch 2018 wieder rund 1 Mio.fm mehr Rundholz aus dem Inland aufgenommen werden. Unsere heimischen Lieferanten sind mit dem gesamten Sortimentsmix und den entsprechenden Frischholzmengen existentiell für die heimische Industrie. Das wichtigste ist, das Forst, Industrie und Politik gut zusammenarbeiten. Die Suche nach Schuldigen ist fehl am Platz und in der derzeitigen Situation nicht hilfreich. Tatsächliche Unterstützer und Vermittler sind heute mehr denn je gefordert.

Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie weitersurfen, gehen wir davon aus, dass Sie damit einverstanden sind. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen