Holzmarkt

Die Haupteinkommensquelle für Forstbetriebe ist die Holzproduktion. Die Experten der Waldverbände sind über die Details am lokalen Holzmarkt stets bestens informiert. Das Forstreferat der Landwirtschaftskammer Österreich veröffentlicht monatlich den Holzmarktbericht und Holzpreise, die auf Meldungen der Landwirtschaftskammern beruhen.

 

Aktueller Holzmarktbericht der LK Österreich

Markt & Radar “Waldverband aktuell” 2/2021

Kommentare werden in der Zeitung “Waldverband aktuell” aus platzgründen auf +/- 1.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) gekürzt. Die vollständigen Markrtberichte werden hier online veröffentlicht. Die Berichte werden im originalen Wortlaut übernommen und redaktionell nicht überarbeitet.

Österreich

Dipl.-Ing. Martin Höbarth
LK Österreich
Leiter der Abteilung Forst- und Holzwirtschaft, Energie

Weitere Preissteigerungen bei Nadelsägerundholz

Der positive Trend in der Bauwirtschaft setzt sich fort. Die Nachfrage nach allen Schnittholzsortimenten übersteigt aktuell das Angebot, Lieferverzögerungen sind die Folge. Preissteigerungen halten an.

Die Standorte der Sägeindustrie in Österreich sind zumeist unterdurchschnittlich mit Nadelsägerundholz bevorratet. Österreichweit besteht bei langsamer Normalisierung des Holzeinschlages eine sehr rege Nachfrage. Zu spät gesetzte Marktsignale sowie eine für die Holzernte ungünstige Witterung reduzieren derzeit das Angebot. Sofern bereits auftretende Tauwettersperren oder Niederschläge den Transport nicht verhindern, wird bereitgestelltes Holz rasch abtransportiert und übernommen. Waldlager sind kaum vorhanden. Teilweise werden zusätzlich Lieferprämien gewährt. Obwohl die Preise auch bei den schlechteren Qualitäten etwas nachgezogen haben, ist die Differenz zum Leitsortiment größer als üblich. Umso wichtiger ist die Kontrolle der Qualitätsbeurteilung am Sägewerk. Im Sog der Fichte haben sich auch die Absatzmöglichkeiten der Kiefer deutlich gebessert. Die Nachfrage nach Lärche ist ungemindert groß.

Die Laubholzsaison neigt sich witterungsbedingt dem Ende zu. Eiche bleibt weiterhin sehr rege nachgefragt. Die Absatzmöglichkeiten der Buche sind unaufgeregt.

Die Vermarktung von Nadelindustrierundholz hat sich mengenmäßig weiter entspannt. Dies ist primär auf das etwas geringere Angebot an Sägenebenprodukten, bedingt durch gedrosselten Einschnitt, zurückzuführen. Auch bereits länger lagernde Mengen werden meist zügig abtransportiert und rasch übernommen. Rotbuchenfaserholz wird wieder normal nachgefragt. Der Energieholzmarkt bleibt aufgrund reduzierter Verbräuche angespannt.

Die Wetterdaten zeigen, dass der bisherige Witterungsverlauf 2021 im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt wieder zu trocken und zu warm ist. Die Forstschutzsituation wird daher angespannt bleiben.

Bayern/Deutschland

Josef Ziegler
Präsident Bayerischer Waldbesitzerverband e.V.

Die anhaltend gute Baukonjunktur in Deutschland, die verbesserten Rahmenbedingungen beim Holzbau und die gute Nachfragesituation aus dem In- und Ausland, insbesondere aus den USA und China, führen dazu, dass die Wirtschaftssituation im Holzgewerbe auch im ersten Quartal überwiegend positiv ist. Insbesondere die Nadelsägeindustrie verzeichnet eine hohe Nachfrage, mit weiteren noch nie dagewesenen Preissteigerungen in den Hauptsortimenten wird gerechnet. Trotz hoher Produktionsraten können wichtige Nachfragemärkte, insbesondere im Bereich der Spanplatte und der Palettenproduktion, nicht ausreichend bedient werden, so dass es in diesen Sektoren zu Produktionseinschränkungen kommt. Auch über die Spotmärkte kann nicht ausreichend Rohstoff generiert werden. Zuletzt zeigte sich auch auf den Laubschnittholzmärkten eine verbesserte Nachfrage.

Die Nachfrage nach Fichtenrundholz ist gut und zum Jahresbeginn konnten flächendeckend Preissteigerungen bei frischer Ware umgesetzt werden, die aber noch nicht mit der Schnittholzpreisentwicklung mithalten können. Auch Abschläge für schwächeres und stärkeres Holz wurden reduziert und die Aushaltung schwächerer Dimensionen ist wieder möglich. Hier gilt es weiter mit den Kunden über eine Verbesserung der Aushaltungsbedingungen (hinsichtlich Zopf- und Stockdurchmesser zu arbeiten. Aufgrund der anhaltend guten Nachfrage auf den Absatzmärkten, versucht derzeit die Nadelschnittholzindustrie aus dem In- und teilweise auch aus dem Ausland verstärkt Kontingente in den Hauptschadregionen zu sichern. Trotz der Preissteigerungen hält sich vielerorts der Kleinprivatwald mit Frischholzeinschlägen zurück. Das Verhalten der Holzindustrie über dem vorigen Sommer hinweg hat bei zahlreichen Waldbesitzern zu einem nachhaltigen Vertrauensverlust geführt. Schwierig bleibt die Vermarktung von Koppelprodukten, insbesondere von Nadelindustrie- und Papierholz.

Die laufenden Laubholzverträge werden weiter zu den bestehenden Konditionen bedient. Die Wintereinschläge haben gezeigt, dass die Qualität vorgeschädigter Buche insgesamt schlechter und nicht immer für die Schnittholzerzeugung geeignet ist.

Keine grundsätzliche Trendwende zeigt der Energieholzmarkt. Zwar war insbesondere in Südbayern über die Wintermonaten hinweg eine zunehmende Hackschnitzelnachfrage zu verzeichnen, die Preise liegen aber immer noch auf einem nicht zufriedenstellenden Niveau. Dagegen ist die Nachfrage- und Preissituation beim Brennholz stabil.

Auch 2021 wird in Deutschland wieder mit hohen Kalamitätsanfällen gerechnet, Schwerpunkt bleiben die bekannten Schadregionen in Nordbayern und Mitteldeutschland.

Biomasse

Ök.-Rat Franz Tischenbacher
Vorsitzender Österreichischer Biomasseverband

In der auslaufenden Heizsaison 2020/21 ist die Situation am Energieholzmarkt weiterhin durch das große Angebot an niedrigwertigen Holzsortimenten geprägt. Außerhalb bestehender Verträge können mit Ausnahme einzelner größerer Abnehmer in Kärnten keine nennenswerten Energieholzmengen an Biomasseheizwerke und Holzkraftwerke geliefert werden. Die Lager der Anlagenbetreiber sind sehr gut gefüllt.

Durch die „Raus aus Öl“-Förderaktion der Bundesregierung konnten die Heizkesselhersteller ihren Absatz an Pellets- und Hackgutkesseln deutlich steigern, in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung der Heizgradtagsummen kann daraus eine Nachfragesteigerung nach Pellets und Qualitätshackgut für die kommende Heizsaison entstehen.

Die Nachfrage nach 2-jährig gelagertem trockenen Qualitätsbrennholz aus Österreich für Kachelöfen, Kaminöfen und Scheitholzkessel ist weiterhin gut, nasse und schlechte Importware wird wegen der Gefahr von Folgeschäden durch Versottung der Heiz- und Kaminanlagen gemieden.

Papier- und Zellstoff

Dr. Kurt Maier
Präsident Austropapier

Motiviert in die Zukunft

Die aktuellen Rahmenbedingungen lassen eine durchaus positive Entwicklung im zweiten Quartal erwarten. Trotz schwieriger Voraussetzungen, gelingt es auf allen Standorten eine nahezu volle Produktion zu gewährleisten. Die Absatzmärkte der Zellstoff- und Papierindustrie sind aber nach wie vor sehr unterschiedlich. Wenn gleich z.B.: im Textilzellstoff sehr zufriedenstellende Aussichten vorliegen, sind es auf der anderen Seite die graphischen Papiere welche anhaltend unter Druck stehen.

Im internationalen Vergleich können sich aber unsere österreichischen Standorte meist besser behaupten als die Konkurrenz. Den moderaten Rückgang im Holzverbrauch von knapp 2 % im vergangenen Jahr, wollen wir heuer wieder auf ein Niveau von insgesamt ca. 9 Mio fm (davon 2,8 Mio fm inländisches Industrierundholz) anheben. Somit ist die Papierindustrie weiterhin ein verlässlicher und stabiler Partner für die heimischen Holzproduzenten und Garant für eine gesicherte sowie planmäßige Holzübernahme.

Papier

Dr. Erlfried Taurer
Sprecher der Österreichischen Plattenindustrie

Die konjunkturelle Situation der Plattenindustrie zeigt auch für das 2. Quartal eine anhaltend positive Entwicklung. Auftragslage und Absatz sind sehr gut, die Produktionskapazitäten dementsprechend voll ausgelastet.

Hohe Produktionsmengen führen zu einer angespannten Situation bei Leim, Dekorpapier sowie Kunststoff-Kanten, verbunden mit einer spürbaren Teuerung.

Die Rohstoffversorgung mit Holz ist gut, momentan werden die Läger nach niedrigen Lagerständen infolge Durchfahrens wieder aufgefüllt. Insbesondere im Süden ist das Winterende spürbar, entsprechend springt die Versorgung an, nachdem die Zufahrt wieder möglich ist und außerdem Schadholz infolge Schneebruchs aufgearbeitet wird. Auch  in den westlichen Regionen ist die Versorgung mit Faserholz gesichert, ebenso in Salzburg, wo bemerkbar ist, dass weniger regionales Faserholz zur Verfügung steht. Die Rohstofflager bauen sich auch im Westen auf.  Merkbar sind große Mengen an Sägenebenprodukten, die infolge lockdownbedingten Ausfalls großer Verbraucher wie Hotels und Thermen auf den Markt drängen, dies gilt auch für Späne.

Die Übernahme von Inlandsholz zu laufenden Kontrakten ist generell gewährleistet, der Forst kann sich auf eine Abnahme durch die Plattenindustrie verlassen. Wichtig für eine gesicherte Abnahme wäre allerdings eine verlässliche Prognose und eine regelmäßige Kommunikation der zu erwartenden Holzmengen.

Säge

DI Markus Schmölzer
Vorsitzender der Österreichischen Sägeindustrie

Werthaltige Investitionen in Immobilien und Renovierung führen zu einem weltweit sehr hohen Bedarf an Werkstoffen und Baumaterialien. Auch in Mitteleuropa ist die Nachfrage anhaltend gut. Die Produktion der Holzindustrie ist nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau und hält den langjährigen Jahresschnitt über 10 Mio. m³ Schnittholzproduktion. Zwischen 2015 und 2020 wurden alleine in Mitteleuropa (Deutschland, Österreich und Tschechien) um 12 % mehr produziert. Für heuer wird erwartet, dass in Mitteleuropa nochmals rund 1 Mio. m³ mehr erzeugt werden können.

Durch einige COVID 19 bedingte Produktionsausfälle bei unseren Nachbarn in Mitteleuropa und wetterbedingte Verzögerungen bei der Rundholzproduktion im Süden Österreichs haben sich in den vergangenen Wochen einige Produktionsengpässe ergeben. Dort wo die Rohstoffversorgunggegeben ist, sind die Produktionen nachfragebedingt wieder auf sehr hohem Niveau. Leider sind immer noch einige Sägewerke nicht ausreichend mit heimischen Rundholz versorgt, was sich aber in den kommenden Wochen ändern sollte.