Aktueller Holzmarktbericht der LKÖ

Die Haupteinkommensquelle für Forstbetriebe ist die Holzproduktion. Die Experten der Waldverbände sind über die Details am lokalen Holzmarkt stets bestens informiert. Das Forstreferat der Landwirtschaftskammer Österreich veröffentlicht monatlich den Holzmarktbericht und Holzpreise, die auf Meldungen der Landwirtschaftskammern beruhen.

Aktueller Holzmarktbericht

 

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Mit www.holz-fair-kaufen.at alle zwei Wochen den akteullen Holzmarkt im Blick. Zusätzlich finden Sie aktuelle Mark- und Preisinformationen, Beratungs- und Servicekontakte für Ihre Region und umfassende Inhalte rund um das Thema Holzproduktion und -verkauf.

Markt & Radar “Waldverband aktuell” 1/2022

Kommentare werden in der Zeitung “Waldverband aktuell” aus platzgründen auf +/- 1.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) gekürzt. Die vollständigen Markrtberichte werden hier online veröffentlicht. Die Berichte werden im originalen Wortlaut übernommen und redaktionell nicht überarbeitet.

Österreich

Dipl.-Ing. Martin Höbarth
LK Österreich
Leiter der Abteilung Forst- und Holzwirtschaft, Energie

Einkaufsaktivitäten bei Nadelsägerundholz nehmen fahrt auf (LKÖ Jänner 2022)

Zum Ende der geplanten Revisionsstillstände österreichischer Sägewerke sind diese noch meistens ausreichend mit Nadelsägerundholz bevorratet. Aufgrund der verbesserten Situation auf den Schnittholzmärkten nehmen die Einkaufsaktivitäten wieder an Fahrt auf, woraus eine Nachfragebelebung resultiert. Bei Starkholz kann es regional zu Absatzschwierigkeiten kommen. In Oberösterreich werden für spezielle Längenausformungen Bonuszahlungen gewährt. Sofern es die Witterung zulässt, werden bereitgestellte Mengen rasch abtransportiert, sodass kaum Waldlager vorhanden sind. Die Preise für das Leitsortiment Fichte A/C, 2b haben sich gefestigt. Die Preise für Kiefer wurden regional nach oben angepasst. Lärche hält ihr Preisniveau, die Nachfrage übersteigt das Angebot.

Die Nachfrage nach Eiche ist weiterhin sehr rege, dementsprechend groß ist ihr Anteil bei den Anlieferungen zu den Laubwertholzsubmissionen in Nieder- und Oberösterreich, die wiederum Ende Jänner stattfinden. Rotbuche und Esche werden im Vergleich zum Vorjahr zu leicht gestiegenen Preisen nachgefragt. Bei den übrigen Baumarten werden nur beste Qualitäten preislich entsprechend honoriert. Kaum Nachfrage gibt es derzeit nach Kirsche und Birne. Um einen raschen Überblick über den Lauholzmarkt zu erhalten, sind während der Laubholzsaison auf www.holz-fair-kaufen.at auch die wichtigsten Laubholzarten als Kartendarstellung abrufbar.

Die bereits Ende 2021 beobachtbare Nachfragebelebung bei Industrierundholz setzt sich im neuen Jahr fort und spiegelt sich nun auch durch erhöhte Preise wider. Verringertes Aufkommen von Sägenebenprodukten lässt nicht nur bei Faserholz, sondern auch bei Schleifholz die Nachfrage steigen. Die Lager der Plattenindustrie sind ebenfalls wieder aufnahmefähig, hier spielt auch die derzeit verringerte Verfügbarkeit von Altholz eine wesentliche Rolle. Rotbuchenfaserholz wird bei teilweise gestiegenen Preisen nachgefragt, der Absatz von Eschenfaserholz ist derzeit ebenso problemlos möglich.

Der Energieholzmarkt ist differenziert zu betrachten. In der Steiermark ist eine deutliche Nachfragebelebung eingetreten, mit spürbaren Preisanhebungen für kurzfristig georderte Mengen. In Kärnten und Salzburg wurden die Preise abermals nach oben angepasst. Im übrigen Bundesgebiet gibt es keine Veränderungen zum Vormonat. Zusätzliche Mengen außerhalb von Langfristverträgen sind kaum abzusetzen.

Bayern/Deutschland

Josef Ziegler
Präsident Bayerischer Waldbesitzerverband e.V.

„Trendpause“ beim Nadelschnittholz scheint überwunden

Zum Ende des letzten Jahres und zu Jahresbeginn zeichnet sich eine Belebung auf den Nadelrund- und schnittholzmärkten ab. Nachdem zum vierten Quartal viele Säger ihre Kapazitäten zurückgenommen haben, werden nun wieder vermehrt Rundholzmengen für die kommenden Monate gesichert. Dabei zeigt sich insbesondere im ostbayerischen Raum eine preisliche Aufwärtsbewegung für Fichtenrundholz. Auch die Situation beim Nadelindustrieholz und beim Energieholz hat sich zuletzt weiter verbessert. Das liegt zum einen an einer verstärkten Ordertätigkeit von Kunden und Handel, der Rücknahme des Einschnittes im vierten Quartal sowie an neugeschaffenen eigenen Weiterverarbeitungskapazitäten von Großsägewerken, zum anderen aber an den im Vergleich zu den Vorjahren rückläufigen Kalamitätsmengen. So prognostizierte das Bayerische Forstministerium zum vierten Quartal eine Gesamtkalamitätsmenge für 2021 von ca. 4,4 Millionen fm. Im Vorjahr waren es noch 8 Millionen fm. Die bisher feuchte Winterwitterung führt zu einer weiteren Entspannung.

Die Situation auf den Laubstammholzmärkten ist zu den bestehenden Konditionen erfreulich. Vielerorts kann die Nachfrage nicht vollumfänglich bedient werden. Die Laubindustrieholzmärkte sind weiter stabil. Die Meistgebotstermine sind bisher aus Sicht des Waldbesitzes durchweg erfreulich gelaufen.

Biomasse

Ök.-Rat Franz Tischenbacher
Vorsitzender Österreichischer Biomasseverband

Die enorm gestiegenen Preise für Mineralölprodukte, Erdgas und Strom hatten bislang nur geringe Auswirkungen auf den Energieholzmarkt. Mit der Ausnahme von Kärnten und Salzburg, wo im Zuge der gestiegenen Faserholzpreise auch die Energieholzpreise angepasst wurden, sind zusätzliche Mengen außerhalb bestehender Langfristverträge schwer abzusetzen. Die Abnehmer sind auch auf Grund der überdurchschnittlich hohen Temperaturen in der bisherigen Heizperiode ausreichend bevorratet.

Einen jederzeit regen Absatz zu guten Preisen erzielt das klassische, ofentrockene Brennholz, hier bewirken die hohen Erdgaspreise eine verstärkte Inbetriebnahme der Kamin- und Kachelöfen als Zusatzheizungen.

Auf mittlere Sicht kann die verstärkte Investitionstätigkeit in Holzheizsysteme durch die aktuelle „Raus-aus-Öl“-Kampagne des BMK eine Nachfragebelebung nach Energieholzsortimenten (Pellets- und Qualitätswaldhackgut) bewirken.

Papier- und Zellstoff

Dr. Kurt Maier
Präsident Austropapier

Unsicherheiten positiv entgegnen

Ein weiteres herausforderndes Jahr mit globalen Unsicherheiten steht uns bevor. Dennoch können wir aus heutiger Sicht sagen, dass eine starke Nachfrage nach Holzprodukten künftig gegeben ist. So sind auch die Aussichten in der Zellstoff- und Papierindustrie durchaus positiv und es ist ein Holzeinsatz auf Niveau von 2019 zu erwarten. Schwer zu kalkulieren sind aber etwaige Brüche in den Lieferketten von Holz, Roh- und Hilfsstoffen bzw. internationalen Exportbeschränkungen sowie Schadereignissen an Betriebsstandorten.

Im Hinblick auf die Holzverfügbarkeit sehen wir zur Zeit gute Rahmenbedingungen Frischholz zu produzieren; es sollte auch Schleifholz gut vermarktbar sein. Die hohen Schadholzmengen sind aus den Wäldern abgeflossen, Durchforstungsbestände können somit gezielt genutzt werden. Im Sinne einer kontinuierlichen Holzproduktion in enger Abstimmung mit den Abnehmern, freuen wir uns weiterhin auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Papier

Dr. Erlfried Taurer
Sprecher  Österreichische Plattenindustrie

Die Plattenindustrie verzeichnet weiterhin eine stabile und gute Auftragslage, wenngleich die Entwicklung der Coronalage das große Fragezeichen in der näheren Zukunft ist hinsichtlich möglicher Betriebsausfälle bei Weiterverarbeitern mangels verfügbarer Mitarbeiter.

Die Rohstoffversorgung mit Faserholz ist ausreichend, die Verfügbarkeit von Sägespänen ist regional zT schwieriger geworden, mit einer Verbesserung der Situation wird ab Beginn 2022 gerechnet. Bei einzelnen chemischen Produkten ist die Verfügbarkeit teils kritisch wegen vorgenommener Produktionskürzungen bzw. Einstellungen durch einzelne Hersteller infolge der  Gaspreisentwicklung.

Die Lager sind gut gefüllt, lediglich im Westen sind diese für die Jahreszeit leicht unterdurchschnittlich voll, aktuell merkbar ist eine leicht reduzierte Einschnittttätigkeit. Die Aufnahmefähigkeit ist generell gegeben.

Die Produktion  läuft uneingeschränkt bei durchwegs guten Produktionsbedingungen – ausgenommen im Westen, wo diese witterungsbedingt erschwert sind. Aufgrund strenger Sicherheitsvorkehrungen hat Covid aktuell keinen Einfluss auf die Produktionsbedingungen.

Die massiven Kostensteigerungen bei Energie und Gas sowie bei Leimen können marktseitig die Produktion beeinflussen.

Österreichs Plattenindustrie ist auch für 2022 zuversichtlich und präsentiert sich, wie schon bisher, als stabiler und verlässlicher Partner der Forstwirtschaft.

Säge

DI Markus Schmölzer
Vorsitzender  Österreichische Sägeindustrie

Die österreichische Sägeindustrie blickt mit Optimismus in das erste Quartal 2022. Die Auftragsbücher vieler Holzbaubetriebe sind gut gefüllt, dementsprechend wird für das erste Halbjahr mit guter Inlandsabnahme gerechnet. Durch bessere und rechtzeitige Planung könnten Verknappungen und extrem schwankende Holzpreise vermieden werden. Von einer so außergewöhnlichen Situation wie im Jahr 2021will man heuer nicht ausgehen. Die Erhöhungen der Zölle auf Holzexport aus Russland und Schnittholzimport in die USA zeigen global bereits Wirkung. Wie diese Handelshemmnisse auf Europa und konkret den heimischen Markt wirken werden, bleibt offen.

 2021 konnte wieder deutlich mehr Rundholz von heimischen Forstbetrieben abgenommen werden. Die Rundholzversorgung für das erste Quartal 2022 ist vielerorts bereits zum größten Teil gesichert. Die Preise haben sich auf einem für alle Seiten vertretbaren Niveau eingependelt, weshalb weiterhin auf eine gesicherte Versorgung gesetzt werden kann. In den kommenden Monaten werden die steigenden Kosten für Energie, Personal und Logistik die Wirtschaft neben der aktuellen „Covid 19“-Welle vor große Herausforderung stellen.