Holzkraftwerke wichtig für Klima- und Forstschutz

Okt 18, 2017 | Allgemein

Die Verbrennung fossiler Energieträger befeuert den Klimawandel. Der Wald bekommt die zunehmenden Klimaextreme mit aller Brutalität zu spüren. In immer kürzeren Abständen treten Waldschäden auf, bei denen rasch gehandelt werden muss, um schlimmeres zu vermeiden. Aktuell kämpfen viele Waldbesitzer gegen die Ausbreitung der Borkenkäfer. 130 über ganz Österreich verteilte Holzkraftwerke helfen mit, das anfallende Käferholz zügig aus dem Wald zu bekommen. Eine intelligente Reform des Ökostromgesetzes muss den Weiterbetrieb dieser Holzkraftwerke sicherstellen.

Ein wichtiger Teil des österreichischen Erfolges bei erneuerbarer Energie sind die 130 im Rahmen des Ökostromregimes errichteten Holzkraftwerke. Diese sorgen rund um die Uhr 365 Tage im Jahr für wertvollen erneuerbaren Strom und Wärme in unserem Land. Die dezentralen Anlagen entlasten mit jährlich 2 Mrd. Kilowattstunden eingespeistem Ökostrom das öffentliche Stromnetz. Mit der Nutzung von zusätzlich 4,5 Mrd. Kilowattstunden Abwärme, das ersetzt 450 Mio. l Heizöl, tragen die Anlagen wesentlich dazu bei, auch die Wärmeversorgung in der Region mit den bei uns verfügbaren Energieträgern sicher zu stellen.

Intelligente Ökostromgesetzreform für den Weiterbetrieb notwendig

Um die Zielsetzungen unserer Energie- und Klimazukunft erfüllen zu können, brauchen wir die positive Weiterentwicklung aller erneuerbaren Erzeugungstechnologien. Windkraft und Photovoltaik sind von Windstärke und Sonneneinstrahlung abhängig, in krachkalten windstillen Winternächten gibt es Probleme. Jederzeit bedarfsgerecht verfügbare Energie aus nachwachsenden Rohstoffen ist daher unverzichtbar. Die Einspeisetarifverträge für den Ökostrom der Holzkraftwerke laufen zum Großteil 2018 und 2019 aus. Derzeit gibt es keinen praxistauglichen Rechtsrahmen für den Weiterbetrieb der Anlagen. Nur mit einer intelligenten Ökostromgesetzreform, die rechtzeitig umgesetzt wird, kann der Anlagenbestand erhalten bleiben. Subventionierte Atom- und Kohlekraftwerke in unseren Nachbarländern drücken mit gefährlichem Atomstrom und klimaschädlichem Kohlestrom in unseren Strommarkt. Ohne funktionierendes Ökostromsystem können unsere Ökostromanlagen nicht überleben.

Vorteil für alle Sektoren der Wertschöpfungskette

Viele Holzkraftwerke stehen an den Standorten der Säge- und Plattenindustrie und sind optimal in die Holz- und Energieflüsse der Betriebe integriert. Sie stärken damit die österreichischen Standorte unserer exportorientierten Unternehmen und stellen einen wichtigen Baustein im komplexen Gefüge unseres Holzmarktes dar. Für Waldbesitzer und Sägewerksbetreiber ist von großer Bedeutung, dass es einen sinnvollen Absatzmarkt für alle Haupt- und Nebenprodukte gibt. Gute Kapazitätsauslastung beim Sägerundholzeinschnitt bedeutet gleichzeitig mehr Industrierundholz und Nebenprodukte für die Papier- und Plattenindustrie. Die Holzkraftwerke tragen zum Vorteil der gesamten Wertschöpfungskette Holz zum guten Funktionieren unseres Holzmarktes bei. Daher muss die Absicherung des Anlagenbestandes auch ein gemeinsam getragenes Anliegen sein.

Fakten und Details

Energie auf der Basis von Holz ist der wichtigste erneuerbare Energieträger in Österreich. Im Jahr 2015 kamen ca. 42% der erneuerbaren Endenergie aus Holz und Rinde, ca. 37% aus Wasserkraft, ca. 11% aus Biotreibstoffen, Biogas und sonstiger Biomasse, ca. 4% aus Windkraft, ca. 3% aus PV und Solarthermie, ca. 2% aus Geothermie und Wärmepumpe sowie ca. 1% aus erneuerbarem Müll.

Die 130 über ganz Österreich verteilten Holzkraftwerke sind ein wesentlicher Bestandteil unseres Erfolges bei erneuerbaren Energien. Die Holzkraftwerke liefern jährlich 2 Mrd. Kilowattstunden Strom ins öffentliche Stromnetz und zusätzlich 4,5 Mrd Kilowattstunden erneuerbare Wärme. Damit kann der Strombedarf von 600.000 Haushalten abgedeckt und zusätzlich 450 Mio. Liter Heizöl ersetzt werden. Beim Anfall von großen Schadholzmengen durch Stürme, Eisbruch und Borkenkäfer tragen die Holzkraftwerke zur zügigen Aufarbeitung der Schadhölzer bei und helfen damit beim Forstschutz.

Dipl.-Ing. Kasimir Nemestothy

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