Leidtragende sind Berg- und Almwirtschaft sowie Tourismus

Wien, 12. Februar 2019 (aiz.info). – Im Rahmen des parlamentarischen Ausschusses für Petitionen und Bürgerinitiativen werden morgen bei einem Hearing gleich drei Wolf-Petitionen aus Tirol, Salzburg und Niederösterreich behandelt. Der Tiroler Nationalratsabgeordnete Hermann Gahr spricht sich dabei für rechtliche Möglichkeiten zur Entnahme von Problemwölfen aus und sieht hier die Europäische Kommission gefordert, endlich praktikable Antworten zu liefern.

Wolfsfreie Zonen notwendig

“Es ist dringend notwendig, dass wir den Schutzstatus des Wolfes senken. Dazu braucht es eine europaweite Lösung mit nationalem Spielraum. Die Gesellschaft unterschätzt großteils die Gefahren, welche die Rückkehr der Wölfe mit sich bringt. Gerade in intensiv landwirtschaftlich und touristisch genutzten Gebieten brauchen wir wolfsfreie Zonen. Diese Gebiete dürfen wir nicht nach einzelnen Ländern betrachten, sondern müssen sie gesamteuropäisch sehen. Es gibt genügend Gegenden in Europa, die dünn besiedelt sind, dort können Wölfe leben. Doch in Österreich gibt es kaum Platz für die großen Beutegreifer”, betont Gahr.

Er sieht die Problematik rund um die großen Beutegreifer auch als Thema für die kommende Europa-Wahl am 26. Mai. “Wir müssen dringend wolfsfreie Zonen definieren, um unsere Berg- und Almwirtschaft zu schützen. Wölfe sind keine gefährdete Tierart mehr, allein in Europa leben rund 30.000 Tiere. Deswegen ist es notwendig, den Bestand zu regulieren, wie es auch bei jeder anderen Wildart der Fall ist”, erklärt der Tiroler Abgeordnete. In einigen deutschen Bundesländern gab es jetzt grünes Licht für die Entnahme einzelner Problemtiere. Gahr wünscht sich auch praktikable Lösungen für Österreich. Die Verunsicherung in der Landwirtschaft, der Jagd sowie im Tourismus sei sehr groß. “In Deutschland und Südtirol gibt es bereits massive Probleme mit diesem Raubtier. Viele Wölfe haben die Scheu vor dem Menschen verloren, deswegen nähern sie sich Siedlungen und Höfen”, gibt Gahr zu bedenken.

Kommt der Wolf, stirbt die Almwirtschaft

“Eines muss uns allen klar sein, wenn die Wölfe dauerhaft Einzug auf unseren Almen halten, stirbt unsere Berg- und Almwirtschaft. Die heimischen Bäuerinnen und Bauern wollen nicht tatenlos zusehen, wie ihre Tiere gehetzt, gerissen und getötet werden”, so Gahr. “In Südtirol verzichten schon zahlreiche Landwirte auf die Alpung, in Tirol denken viele darüber nach. Wenn die Almen nicht bewirtschaftet werden, stirbt auch der Tourismus, das muss uns bewusst sein. Wer soll die Steilhänge in Tirol sonst bewirtschaften oder mähen? Die einzige Lösung ist die Senkung des Schutzstatus des Wolfes”, stellt Gahr fest.

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