FORST & JAGD-DIALOG ZIEHT BILANZ UND DISKUTIERT ZUKUNFT DER WALDÖKOSYSTEME

Sep 13, 2021 | Allgemein

Pröll: Verstärkte Freizeitnutzung bringt Unruhe in Wildlebensräume

Ried/Wien, 10. September 2021 (aiz.info) – Im Rahmen der 16. Boardsitzung des Forst & Jagd-Dialogs in Ried wurde gestern die 8. Jahresbilanz im Beisein von Bundesministerin Elisabeth Köstinger präsentiert. Im Zentrum standen dabei die Systemleistungen der Jagd- und Forstwirtschaft sowie die Herausforderungen durch die infolge der Corona-Pandemie gestiegene Nutzung der Waldökosysteme und Wildlebensräume. Im Rahmen der Sitzung wurde Ferdinand Gorton aufgrund seiner Verdienste um den Forst & Jagd Dialog zu dessen Ehrenvorsitzenden ernannt. „Mit dem Forst & Jagd-Dialog ist ein wichtiger Brückenschlag gelungen, um gemeinsam praxis- und zukunftsorientierte Lösungen anzustreben. Der Weg zur Erreichung ausgeglichener Wald-Wild-Verhältnisse muss nun konsequent weiter beschritten werden“, stellte Köstinger fest. „Die Corona-Krise hat durch die damit verbundene verstärkte Freizeitnutzung der Wälder viel Unruhe in unsere Wildlebensräume gebracht. Wir müssen uns gemeinsam für die Minderung von Störungseinflüssen auf Wild und Wald stark machen“, unterstrich Josef Pröll, Präsident des Dachverbandes Jagd Österreich.

Waldfonds unterstützt wichtige Klimaziele

Um die Waldbauern sowie die Forst- und Holzwirtschaft zu unterstützen, hat Köstinger den Waldfonds ins Leben gerufen. Mit 350 Mio. Euro handelt es sich dabei um das bisher größte Investitionspaket für die heimischen Wälder. Da Wild und Wald eine untrennbare Gemeinschaft bilden, ermöglicht der Waldfonds auch die Förderung von Maßnahmen gegen Wildschäden im konkret abgegrenzten Rahmen. „Dieser Impuls ist ein wichtiger Meilenstein für den Forst & Jagd-Dialog im Sinne der ‚Mariazeller Erklärung'“, sagte Pröll.

2012 haben sich Vertreter der Bundesländer, der Jagdverbände und der Forstwirtschaft in der „Mariazeller Erklärung“ das Ziel gesetzt, in den heimischen Wäldern ein gutes Auskommen zwischen Jagd und Forst zu fördern. Die am Standort typisch vorkommenden Baumarten sollen sich möglichst ohne Schutzmaßnahmen verjüngen können, dadurch soll ein widerstandsfähiger und vielfältiger Wald entstehen. Die Wildstände sollen derart gestaltet sein, dass Schutzmaßnahmen nicht die Regel, sondern die Ausnahme darstellen. Durch das gemeinsame Bemühen will man auch weitere Verschlechterungen der Wildlebensräume und weitere Beeinträchtigungen des Wildes und seiner Lebensweise durch Dritte hintanhalten.

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