COPA-COGECA: OHNE BIOENERGIE KEIN ERNEUERBAREN-ANTEIL VON 45% BIS ZUM JAHR 2030

Sep 16, 2022 | Allgemein

Entscheidung missachte die Grundlagen der forstwirtschaftlichen Realität

Brüssel, 15. September 2022 (aiz.info). – Copa-Cogeca, die EU-Landwirte- und Genossenschaftsverbände, kritisieren das Votum der Europa-Parlamentarier über die EU-Erneuerbaren Energien-Richtlinie (RED III), in der Waldbiomasse und Biokraftstoffe im Mittelpunkt standen, als “unhaltbare“ und “realitätsferne“ Position für den europäischen forstwirtschaftlichen Biomasse-Sektor.

Fast 60% der in der EU erzeugten erneuerbaren Energie stammen aus nachhaltiger Biomasse, die fast ausschließlich aus Europa kommt. Für viele Europäer ist Bioenergie eine beliebte, erschwingliche und regionale Energiequelle, umso mehr seit Beginn der Invasion in der Ukraine und dem allgemeinen Anstieg der Energiepreise. Daher sei klar, dass die EU ihr gestecktes Ziel von 45% erneuerbarer Energie bis 2030 ohne die “optimale Mobilisierung ihrer ersten erneuerbaren Energiequelle“ nicht erreichen könne, so die Agrarverbände.

Das Ende der finanziellen Unterstützung für “primäre Biomasse“, die Beschränkung auf die EU-Ziele für erneuerbare Energien auf dem Niveau von 2017-2022 und das von den Abgeordneten vorgeschlagene schrittweise Herunterfahren sei “ein Schlag ins Gesicht“ für Tausende von Waldbesitzern und Bioenergieproduzenten. Diese Entscheidung missachte die Grundlagen der forstwirtschaftlichen Realität, da fast jeder Ernte- und Pflegevorgang dazu führe “primäre Biomasse“ aus Wäldern zu entfernen. Die Vernachlässigung von “primärer holzartiger“ Biomasse würde auch bedeuten, dass Reststoffe im Wald verrotten und die gleiche Menge an CO2 freisetzen würden, als ob sie für Energiezwecke verwendet würden, ohne den Vorteil, fossile Brennstoffe zu ersetzen – ganz zu schweigen vom erhöhten Risiko von Waldbränden. Dieser Ansatz betreffe die gesamte Biomasse-Wertschöpfungskette, bis hin zu den Endverbrauchern, die auf Biomasse als stabile, kostengünstige und nachhaltige Wärme- und Stromquelle angewiesen seien, geben Copa und Cogeca zu bedenken.

Hinsichtlich der Thematik der pflanzenbasierten Biokraftstoffe begrüßen Copa und Cogeca die Ablehnung der schädlichsten Änderungsanträge. Das EU-Parlament habe beschlossen, eine stabile und berechenbare Politik zu verfolgen, heißt es in der Aussendung. Zertifizierte nachhaltige pflanzenbasierte Biokraftstoffe seien in der Tat eine effiziente Lösung zur Dekarbonisierung des Verkehrs. Forschungs- und Innovationsprogramme müssten weiterhin Lösungen in Sektoren anbieten, in denen eine Elektrifizierung nicht möglich sei. Pflanzenbasierte Biokraftstoffe schaffen Nahrungs-, Futter- und Kraftstoffe sowie Arbeitsplätze in ländlichen Gebieten.

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