„Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft“

Okt 20, 2016 | Allgemein

Klimaschutz 2050: Ausstellung in Berlin zeigt wie Wald und Holz beim Klimaschutz Hand in Hand unsere Zukunft verändern können

Am 21. Oktober 2016 öffnet die Ausstellung „Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft“ im Martin Gropius Bau in Berlin. Fünf Jahre zuvor hatte diese für die Forst- und Holzwirtschaft in Bayern richtungsweisende Ausstellung im Architekturmuseum der Pinakothek der Moderne in München viele tausend Menschen begeistert. proHolz Bayern unterstützt auch diese weiterentwickelte Version der Ausstellung. „Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft“ zeigt anhand herausragender internationaler und nationaler Projekte aktuelle ökologisch-nachhaltige Positionen moderner Holzarchitektur und wagt visionäre Ausblicke. Die Ausstellung gibt dabei klare Antworten auf drängende Fragen des Klimawandels und ist vor dem Hintergrund der Debatte um den Entwurf des Klimaschutzplans 2050 der Bundesregierung genau zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.

So wird in der Ausstellung an zahlreichen Grafiken aufgezeigt, wie Holzbauten das klimarelevante Gas Kohlendioxid speichern und durch die Verwendung des nachwachsenden Rohstoffes Holz energieintensiv hergestellte, konventionelle Baustoffe ersetzt werden können. Anhand von vergleichenden Ökobilanzierungen bereits ausgeführter Bauten wird dies noch weiter untermauert. Es wird klar, dass Holz zum Symbol für Nachhaltigkeit und ressourcenschonendes Bauen geworden ist. So der Tenor der Ausstellung, die von Prof. Hermann Kaufmann in Zusammenarbeit mit Prof. Winfried Nerdinger von der Technischen Universität München kuratiert wird.

Klimaziele durch mehr Holzbauten

Das Klimaschutzpotenzial des Bauens mit Holz ist sehr viel höher, als man im Allgemeinen denkt. „Die Festlegung von CO2 in Holzprodukten und der entsprechende Ersatz konventioneller Bau- und Werkstoffe bringt einen wesentlich höheren Klimaschutzeffekt als die Speicherung von CO2 im Wald alleine. Bei weitgehend konstanten und hohen Vorräten im Wald ist die Senkenwirkung unserer Wälder bereits weitgehend ausgeglichen. Nur die nachhaltige Holznutzung und Speicherung in langlebigen Holzprodukten entzieht zusätzlich CO2 aus der Atmosphäre, was zwingend notwendig ist, um die in Paris vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen. So wird aktuell bereits durch nachhaltige Holznutzung ungefähr die Menge CO2 gebunden oder ersetzt, die der gesamte Straßenverkehr in Bayern jährlich produziert. Und da ist noch Luft nach oben: Durch eine noch aktivere Forstwirtschaft, eine bevorzugte Holzverwendung als Dämmstoff bei der energetischen Sanierung, beim Ausbau von Wohnraum (z.B. Aufstockung) und eine Steigerung des Holzbau-Anteils bei Neubauten. Wir brauchen also Wald und Holz, um in Zeiten des Klimawandels etwas bewegen zu können“, erklärt Hubert Röder, Professor für Betriebswirtschaftslehre Nachwachsender Rohstoffe an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

Die durch den Anbau wuchskräftiger Wälder und durch die energetische und stoffliche Verwendung von Holz mögliche Kohlenstoffsenke wird bei den aktuellen Bestrebungen des Klimaschutzplans 2050 sträflich vernachlässigt. Die vorgesehene Verlängerung der Umtriebszeiten und Flächenstilllegung größerer Teile der Wälder in Deutschland verpuffen als Klimaschutzmaßnahmen, denn in ungenutzten Wäldern stellt sich ein Gleichgewicht zwischen Kohlendioxidbindung und -Freisetzung ein. Vor dem Hintergrund der Ausstellung appelliert proHolz Bayern daher an Politik und Verbraucher, verstärkt auf Holz zu setzen. „Holz ist ein ganz besonderer Rohstoff, der bestens als klimaschonender Energielieferant oder Rohstoff für umweltbewusstes Bauen und innovative Holzprodukte genutzt werden kann“, sagt Johann Koch, Vorsitzender von proHolz Bayern. Deshalb seien eine nachhaltige Forstwirtschaft auf ganzer Fläche und eine verstärkte Holzverwendung wichtige Bausteine zur Bewältigung von Klimaschutz und Energiewende. „Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft, so wie sie von unseren Waldbesitzern und Forstleuten seit Generationen gelebt wird, schützt aktiv das Klima. Einschränkungen unserer nachhaltigen Forstwirtschaft und Holzverwendung wären auch aus Sicht des Klimaschutzes völlig kontraproduktiv und würden die Probleme anderswo auf der Welt verschärfen. Den vielfältigen Ansprüchen an den Wald können wir nur mit einer multifunktionalen, nachhaltigen und leistungsfähigen Forstwirtschaft auf der gesamten Fläche gerecht werden“, betont Koch.

Bildmaterial der Ausstellung zur honorarfreien Verwendung

Über Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft
21.10.2016 – 15.01.2017 Martin-Gropius-Bau Berlin

Anhand von herausragenden internationalen und nationalen Projekten zeigt die Ausstellung ökologisch- nachhaltige und aktuelle Positionen der Holz-Baukunst und moderner Holzarchitektur. Kuratiert wird die Ausstellung von Prof. Hermann Kaufmann in Zusammenarbeit mit Prof. Winfried Nerdinger von der Technischen Universität München. Durchgeführt wird sie in Kooperation mit dem Deutschen Architektur Zentrum DAZ in Berlin und gefördert durch die DBU Deutsche Bundesstiftung Umwelt, den DHWR Deutschen Holzwirtschaftsrat e. V., den GdW Bundesverband deutscher Wohnungs-und Immobilienunternehmen e. V., das Bayerische Zimmerer-und Holzbaugewerbe, proHolz Bayern und die Bayerischen Staatsforsten AöR.

Über proHolz Bayern
Führende Verbände der Forst- und Holzwirtschaft in Bayern haben sich im Juli 2011 mit den Bayerischen Staatsforsten unter dem Dach der Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen. Gemeinsam mit den regionalen Netzwerken Forst und Holz werden flächendeckend in Bayern gezielte Akzente zur sachlich fundierten Imageprofilierung gesetzt. Hinter dem Claim „Wir wirtschaften mit der Natur“ steht das Verständnis einer beweisbaren naturverträglichen Kreislaufwirtschaft.

Pressekontakt
Dr. Ines Heinrich
proHolz Bayern
Cluster-Initiative Forst und Holz in Bayern gGmbH
Hans-Carl-von-Carlowitz-Platz 1
85354 Freising
Tel.: 08161/712582
Mail: heinrich@proholz-bayern.de

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