Mit tiefem Bedauern nehmen wir Abschied von OFM DI Ernst Tschida, einer herausragenden Persönlichkeit der burgenländischen Forstwirtschaft, dessen Wirken weit über die Grenzen des Landes hinaus Spuren hinterlassen hat.
Nach dem Abschluss seines Studiums der Forstwirtschaft an der Universität für Bodenkultur in Wien begann Ernst Tschida im Jahr 1970 seine berufliche Laufbahn als Forstberater im Landwirtschaftlichen Bezirksreferat Güssing der Burgenländischen Landwirtschaftskammer. Schon früh zeigte sich sein außergewöhnliches Engagement für den heimischen Wald und die Menschen, die von ihm leben.
Im Jahr 1976 gründete er den Burgenländischen Waldverband und prägte diesen als Geschäftsführer fast zwei Jahrzehnte lang. Mit großem Weitblick, fachlicher Exzellenz und unermüdlichem Einsatz legte er die Grundlagen für eine starke Interessenvertretung der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer. 1995 wechselte er in die Zentrale der Landwirtschaftskammer nach Eisenstadt, wo er bis zu seiner Pensionierung als Leiter des Forstreferates mit voller Hingabe tätig war.
Sein berufliches Wirken war stets dem Burgenländischen Kleinwald und dem Rohstoff Holz gewidmet. Gemeinsam mit dem damaligen Landesrat ÖkRat Paul Rittsteuer gelang ihm 1990 ein Meilenstein: Die Realisierung des ersten Biomasse-Fernheizwerks im Burgenland. Dieses Projekt wurde zum Vorbild für erneuerbare Energienutzung. Ernst Tschida war maßgeblich daran beteiligt, dass damit der Grundstein für die Entwicklung Güssings zur energieautarken Stadt gelegt wurde.
Doch sein Engagement reichte weit über die Energieholzproduktion hinaus. Als Obmann von Pro Holz Burgenland setzte er sich mit Nachdruck für die verstärkte Nutzung des Werkstoffes Holz in Zimmerei-, Tischlerei- und anderen holzverarbeitenden Betrieben ein. Sein Einsatz für die regionale Wertschöpfung und die nachhaltige Nutzung des Waldes war beispielgebend.
Mit seinem unerschütterlichen Glauben an die Möglichkeiten des Kleinwaldes, seiner fachlichen Kompetenz und seinem unermüdlichen Ehrgeiz zeigte OFM DI Ernst Tschida, was trotz schwieriger Rahmenbedingungen erreichbar ist. Am 1. Jänner 2008 trat er in den wohlverdienten Ruhestand – doch sein Wirken bleibt lebendig.
Die burgenländische Forstwirtschaft verliert mit Ernst Tschida einen Pionier, einen Gestalter und einen leidenschaftlichen Fürsprecher des Waldes. Sein Vermächtnis wird weiterwirken – in den Wäldern, die er geprägt hat, in den Projekten, die er initiiert hat, und in den Menschen, die mit ihm gearbeitet haben.
Wir werden OFM DI Ernst Tschida ein ehrendes Andenken bewahren.
OFM DI Herbert Stummer





