Virtuelles Training für mehr Arbeitssicherheit

Artikel aus Ausgabe 4/2023

Kann „Trocken-Training“ mithilfe von Virtual Reality-Brillen die Arbeitssicherheit im Wald erhöhen und zur Unfallprävention beitragen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Forschungsprojekt FWSafeXR.

Das Unfall- und Gefahrenpotenzial bei der Waldarbeit ist hoch. Große Gewichte und hohe Spannungen, Forstmaschinen und Geräte wie Seilwinde und Motorsäge bergen bei falscher Handhabung und Anwendung hohes Gefahrenpotenzial. Laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) sind etwa ein Drittel aller tödlichen Arbeitsunfälle der vergangenen fünf Jahre Forstunfälle. Rund 1.900 Personen müssen jährlich aufgrund von schweren Waldunfällen im Krankenhaus behandelt werden. Dabei können eine solide Ausbildung, praktisches Training sowie eine gute Arbeitsvorbereitung die Arbeitssicherheit wesentlich erhöhen. Denn damit können gefährliche Situationen und falsches agieren bzw. reagieren vermieden werden.

Erhöhung der Arbeitssicherheit

Das Gemeinschaftsprojekt „FWSafeXR“ mit Partnern aus dem Umfeld der forstlichen Ausbildung, Sicherheit und Gesundheit unter der Leitung des Austrian Institute of Technology (AIT) erforscht die Möglichkeit, sicherheitskritische Aspekte der Waldarbeit durch Simulation erlebbar und erfahrbar zu machen. Dabei werden Trainingsinhalte mittels der sogenannten Extended Reality (XR) Technologie simuliert. Mit einem zusätzlichen Gamification-Konzept wird das Training um spielerische Elementen ergänzt.

Der besondere Vorteil der XR-Technologien besteht darin, dass gefährliche Situationen realitätsgetreu simuliert und in sicherer Umgebung erlebt werden können, ohne sich den realen Gefahren auszusetzen. Das ermöglicht ein spielerisches, aber vor allem ein wiederholbares Erfahrungslernen und soll dazu beitragen, die Unfallrate bei der Waldarbeit zu senken.

Anwendungsbereiche und Ausblick

Drei XR-Trainings-Prototypen, darunter einer zum Thema „Sicherheitsrelevante Aspekte der Baumfällung (inkl. Sicherung des Geländes) wurden gemeinsam von der FAST Traunkirchen, FAST Ossiach, dem Roten Kreuz und dem Arbeiter-Samariterbund auf Richtigkeit und Funktionalität getestet.

Bisher konnten Erfahrungswerte von über 70 Personen gesammelt und der Mehrwert von XR-basiertem virtuellem Training aufgezeigt werden. Das XR-Training macht demnach nicht nur Spaß, sondern es motiviert dazu, verschiedene Handlungsoptionen zu erkunden, darüber zu reflektieren und korrekte Abläufe durch Wiederholung zu festigen.

Bei der AUSTROFOMA konnten die Besucher beim Stand des BFW in die virtuelle Welt eintauchen und Ausbildungssimulationen interaktiv praxisnah durchleben. Aufgrund der bisherigen sehr positiven Projekterfahrungen und vergleichsweise besseren Lerneffekten als mit traditionellen Methoden, soll diese Technologie künftig auch den Weg in die Klassenräume der forstlichen Ausbildungsstätten finden.

XR-Technologie schafft interaktiv durchlebbare und praxisnahe Lernsituationen.

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