Forststraßen: „Lebensadern“ der Forstwirtschaft

Artikel aus Ausgabe 1/2018

Das Thema „Forststraßensanierung“ war Gegenstand einer von der WWG Jauken organisierten Podiumsdiskussion. Unter der profunden Moderation von Univ. Prof. Dr. Karl Stampfer teilten vier Experten ihr Wissen mit etwa hundert interessierten Besuchern und stellten sich deren Fragen.

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Ausgabe: 1/2018
Thema: Wald & Technik, Wald & Wirtschaft
Bundesland: Kärnten
Autor:in: Mag. Matthias Granitzer

Von Seite der Behörde referierte der Leiter der Bezirksforstinspektion Hermagor, Dipl.-Ing. Wilfried Straßer. Mit 60 bis 70 Laufmetern je Hektar ist die Erschließung im Bezirk Hermagor sehr gut. Er bezeichnet auch den Zustand der etwa 3.000 Kilometer Forststraßen als insgesamt sehr zufriedenstellend. Probleme verursacht jedoch oftmals die Begrünung der Böschungen und die laufende Instandhaltung der Wege wird mitunter vernachlässigt. Vor allem das Freischneiden zugewachsener Böschungen und die Räumung von Wassergräben nach Nutzungen sind seiner Erfahrung nach häufig unterlassene Maßnahmen, die immer wieder zu leicht vermeidbaren Schäden und unnötigen Kosten führen. „Besonders plakativ werden die Schwierigkeiten eines schlechten Wegenetzes bei Schadereignissen wie dem diesjährigen Windwurf“, berichtet Straßer. Für die Abfuhr größerer Holzmengen bei unterschiedlichen Witterungsverhältnissen ist ein entsprechender Zustand der Forststraßen (Breite, Fahrbahnzustand, Kurvenradien, etc.) das Um und Auf.

„Die Ansprüche an Forststraßen steigen!“, stellt in diesem Zusammenhang auch der Obmann der WWG Region Gailtal, Dipl.-Ing. Ernst Herzog klar. Als Ziviltechniker weiß er aus seiner langjährigen Erfahrung, dass insbesondere eine gute Planung nicht nur Zeit bei der Umsetzung, sondern vor allem auch Kosten spart. Gerade im steilen Gelände ist es oft unausweichlich, betonierte Wasserrinnen, Steinschlichtungen oder Geogittereinbauten anzubringen. Diese kostenintensiveren, baulichen Maßnahmen rechnen sich aber langfristig durch den geringeren Instandhaltungs- und Sanierungsaufwand. Herzog verweist auch auf die Probleme von zu schmalen Trassenaufhieben und appelliert an eine konsequente Materialtrennung für die Fahrbahnbefestigung. Wo es notwendig ist, sollte man den nötigen Schotter antransportieren lassen.

Als langjähriger Praktiker beim Forststraßenbau unterstrich Daniel Straßer (Johann Straßer GesmbH) unter anderem die Wichtigkeit einer guten Bauvorbereitung, auch bei Wegsanierungen. So bewirkt das ordentliche Freischlägern der Trasse zum Beispiel ein schnelleres Auftrocknen der Fahrbahn und der Bagger kann zügiger arbeiten. Auch sauber freigeschnittene Böschungen und deutlich markierte Durchlässe erleichtern dem Baggerfahrer die Arbeit. Vorteilhaft ist hier die Anbringung von Holzpflöcken mit einer spezifischen, farblichen Kennzeichnung. „Eigene Farben für Beton-, Plastik- und Eisenrohre sowie besondere Hinweise bei verschmutzten Rohren sind sehr hilfreich“, informiert Straßer.

Thomas Holzer, Spezialist für Oberflächensanierungen, berichtet über den Leistungsumfang seines Unternehmens. Je nach Zustand der Fahrbahn unterscheidet er zwischen „Voll-, Misch- und Schnellsanierung“. Vor der Sanierung sind zumeist Vorarbeiten durch einen Bagger erforderlich. Die Sanierung selbst gliedert sich in das Aufreißen der Straße, das Fräsen des Aufbruchmaterials, das anschließende Gradern und das Verdichten mit der Walze. „In unmittelbarem Anschluss an die Arbeiten sollte der Weg nach Möglichkeit bis zum nächsten Regen nicht mit schweren Lasten befahren werden, damit sich die frische Fahrbahn noch verfestigt“ klärt Holzer die Besucher auf.

In der anschließenden Diskussion wurden noch verschiedene Detailfragen beantwortet. So wurde unter anderem empfohlen, bei talseitigen Böschungsrutschungen einen Aufbau mit Geogitter einer Steinschlichtung aufgrund des hohen Eigengewichtes der Steine vorzuziehen. Wegsanierungen im Winter gestalten sich insbesondere bei Schneelage problematisch, da sich Schnee und Erdreich vermengen. Für die Benützung und Instandhaltung von Gemeinschaftswegen wurde den Besuchern die Vereinbarung einer „Wegordnung“ nahegelegt, welche hierzu klare Regeln vorgibt.

Schon beim Bau werden die Voraussetzungen für die weiterführende Straßenerhaltung geschaffen. Eine gründliche Planung ist das Um und Auf.

Das leichte Geogitter hat vor allem talseitig entscheidende Vorteile.

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