SCHMIEDTBAUER ZUR EU-WALDSTRATEGIE: KURSKORREKTUR DRINGEND ERFORDERLICH

Sep. 2, 2021 | Allgemein

Nachhaltige Bewirtschaftung für erfolgreichen Green Deal entscheidend

Brüssel, 1. September 2021 (aiz.info). – In den Verhandlungen über die EU-Waldstrategie lehnt Simone Schmiedtbauer, Agrarsprecherin der ÖVP im Europaparlament und Co-Vorsitzende der Arbeitsgruppe für nachhaltige Forstwirtschaft, Entscheidungen über die Fachexpertise und den Erfahrungsschatz der EU-Länder hinweg entschieden ab und fordert die EU Kommission auf, ihren Kurs gemeinsam mit den EU-Ländern und Praktikern zu korrigieren.

“Jetzt kommt es darauf an: Der Wald spielt eine entscheidende Rolle für nachhaltigen Klimaschutz und zum Erreichen der Ziele des Green Deals. Wir Forstwirte stehen bereit, den Wandel hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft und Gesellschaft mit vollem Einsatz zu unterstützen. Seine Schlüsselrolle beim Klimaschutz kann der Wald nur dann voll ausspielen, wenn er aktiv und nachhaltig bewirtschaftet wird. Die vorliegende EU-Waldstrategie berücksichtigt diese Realität zu wenig. Darüber hinaus untergräbt sie die Waldkompetenz der EU-Länder und sieht rechtlich verbindliche Vorgaben vor”, merkte Schmiedtbauer zur heutigen Debatte mit Agrarkommissar Janusz Wojciechowski im Agrarausschuss des Europaparlaments kritisch an.

Im Kampf gegen den Klimawandel gebe es keine größere Unterstützung als nachhaltig bewirtschaftete Wälder, die sich gleichermaßen dem Umweltschutz und der Artenvielfalt, der Wirtschaftlichkeit und dem Wald als Erholungsraum für die Gesellschaft verschreiben. “Dafür müssen wir den Wald nicht nur schützen, sondern auch aktiv nützen – zum Beispiel durch den Ersatz fossiler Brenn- und Baustoffe durch den nachwachsenden Rohstoff Holz. So speichern wir CO2 aus der Atmosphäre auf Dauer”, sagte Schmiedtbauer. Denn totes Holz helfe niemandem. “Es gibt CO2 in die Atmosphäre ab, macht umliegende Bäume anfälliger für Schädlinge und bringt keinerlei Wertschöpfung”, so die EU-Abgeordnete.

“Die Forstwirte kümmern sich seit Generationen in bewährter Art und Wiese um den Erhalt sowie den klima- und standortangepassten Umbau der Wälder Europas. Sie wollen zu einem wirksamen Green Deal und einer guten Zukunft für die Menschen in Europa und der Welt beitragen. Dafür setzen wir auf eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und eine dynamische Bioökonomie. Dabei erwarten wir Unterstützung von der Europäischen Union und nicht den Versuch, untaugliche Einheitsregeln für alle Wälder in Europa vorzugeben. Es ist noch nicht zu spät für einen Schwenk in die richtige Richtung”, forderte Schmiedtbauer.

Weitere aktuelle Beiträge

Der Waldbodenlehrpfad Taferlklause erstrahlt in neuem Glanz

Der Waldbodenlehrpfad Taferlklause erstrahlt in neuem Glanz

Das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW), zu dem auch die Forstliche Ausbildungsstätte Traunkirchen gehört, hat im Jahr 2008 am malerischen Taferlklaussee in der Gemeinde Altmünster einen Waldbodenlehrpfad errichtet. In den 18 Jahren seines Bestehens haben mehrere...

mehr lesen
Industrierundholz rege nachgefragt

Industrierundholz rege nachgefragt

Die österreichische Wirtschaft zeigte im 1. Quartal 2026 mit 0,2 Prozent ein schwaches, aber stabiles Wachstum. Dabei lieferte die Industrie positive Impulse, während konsumnahe Dienstleistungen rückläufig waren. Die Kriege in Nahost haben deutliche Spuren am...

mehr lesen
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.