MÖßLER: BEI FREIZEITUNFÄLLEN DÜRFEN WALDBAUERN NICHT DRAUFZAHLEN

Sep. 3, 2018 | Allgemein

Experten diskutieren am Landeswaldbauerntag über Lösungsansätze

Wer haftet, wenn etwas passiert? Diese Frage stellt sich für viele Waldbesitzer immer häufiger, seit sich die heimischen Wälder seit ihrer Öffnung vielerorts zu einem “Outdoor-Fitness-Raum” entwickelt haben. Aber auch die Holzerntetechnik hat sich grundlegend geändert. Mit der Entwicklung moderner Ernte- und Seilgeräte wurden die Forststraßen zusehends zu Arbeitsplätzen, auf denen schwere Maschinen zum Einsatz kommen. Aus diesem Zusammenwirken resultieren immer wieder Freizeitunfälle.

Freizeitnutzung steigt, Eigenverantwortung sinkt

Verschärft wird die Situation dadurch, dass die Eigenverantwortung vieler Freizeitnutzer zunehmend geringer wird und Warnhinweise oft ignoriert werden. Bei Unfällen wird eigenes Fehlverhalten bagatellisiert und die Schuld bei anderen gesucht.Insbesondere die Haftungsfrage bei Unfällen hat zuletzt bei vielen Waldbesitzern aufgrund von Gerichtsurteilen für Verunsicherung gesorgt. Die Anforderungen an die Besitzer, sich gegen Haftungsansprüche abzusichern (z. B. Hinweisschilder, Versicherungen etc.), werden immer größer, um etwa auch nur eine Teilschuld ausschließen zu können. Aus diesem Anlass stellt die Landwirtschaftskammer (LK) Kärnten die Haftungsfrage in den Mittelpunkt des morgigen Waldbauerntages im Rahmen der Internationalen Holzmesse und lässt dabei zahlreiche Experten zu Wort kommen.

Rechtssicherheit für Waldbesitzer

LK-Präsident Johann Mößler fordert im Vorfeld “Rechtssicherheit für Waldbesitzer”, denn diese dürften nicht draufzahlen, wenn Freizeitnutzer durch eigenes sorgloses Verhalten zu Schaden kommen. “Der Wald ist kein Spielplatz, sondern in erster Linie Einkommensgrundlage für rund 20.000 Waldbesitzer in Kärnten”, unterstreicht Mößler, der auf Ordnung im Wald pocht. “”Als Sieg der Vernunft” bezeichnet er das Bekenntnis der Landesregierung, Forststraßen nicht generell für Mountainbiker freigeben zu wollen. Eine Freigabe hätte die Situation im Wald noch dramatisch verschärft, wie Mößler abschließend erklärt.

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