Waldverband Salzburg unterstützt Einforstungsberechtigte

Artikel aus Ausgabe 1/2021

Im Pinzgau hat sich die gemeinschaftliche Holznutzung der Einforstungsberechtigten durch den Einsatz von Hansjörg Kirchner erfolgreich entwickelt. In dieser Tätigkeit wird sich künftig Regionalwaldhelfer Christoph Emberger engagieren.

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Ausgabe: 1/2021
Thema: Reportage
Bundesland: Salzburg
Autor:in: FD DI Franz Lanschützer

Aus der geschichtlichen Entwicklung heraus gibt es in Salzburg nicht nur sehr viele land- und forstwirtschaftliche Betriebe mit jeweils sehr unterschiedlich großem Waldbesitz, sondern ebenso zahlreiche Liegenschaften, die Holzbezugsrechte besitzen. Sozusagen als Ersatz für Eigenwald wurden bestimmten Liegenschaften im 19. Jahrhundert Holzbezugsrechte zugeordnet, deren Grundlage Regulierungsurkunden bilden, in denen Ausmaß, Holzqualität und Bezugsmodalitäten geregelt sind. In den allermeisten Fällen bestehen derartige Ansprüche gegenüber den Österreichischen Bundesforsten, aber auch größere Privatforstbetriebe sind mit derartigen Rechten belastet. Insgesamt gibt es in Salzburg einen urkundlichen jährlichen Bezug im Ausmaß von ca. 160.000 Raummeter Brennholz sowie ca. 60.000 Festmeter Nutzholz.

Nicht eingerechnet ist hier Bedarfsholz, das nur abzugeben ist, wenn der tatsächliche jeweilige Bedarf besteht. Für den einzelnen Betrieb sind die bezugsberechtigten Holzmengen sehr unterschiedlich, aber in vielen Fällen doch so hoch, dass sie auch geeignet sind, einen nicht unbedeutenden Beitrag zum Betriebseinkommen und somit zur Sicherung von bäuerlichen oder anderen betrieblichen Existenzen zu leisten. Einkommen aus Holznutzungsrechten wird aber nur dann erzielt, wenn die aus dem Recht erwachsenen Holzanspruchsmengen auch tatsächlich genutzt werden. Zu beachten ist, dass diese auch verfallen können, wenn sie nicht innerhalb der urkundlich vorgegebenen Zeiträume beansprucht werden. Oft verfällt Einforstungsholz deshalb, weil der Nutzungsberechtigte dieses nicht selbst erzeugen kann oder die Kosten dafür den Wert des Holzes übersteigen. So wie generell in der Bewirtschaftung des Waldes hat sich auch bei den Einforstungsrechten in der letzten Zeit eingebürgert, dass die Erzeugung des Holzes professionellen Akkordanten übertragen wird. Sinnvollerweise werden dabei oft gemeinschaftliche Bezüge vorgenommen. Dabei tun sich mehrere Einforstungsberichtigte zusammen, um eine größere Holznutzung vorzunehmen, wodurch die Erntekosten reduziert und der Verwaltungsaufwand für den Verpflichteten verringert werden kann. Außerdem kann mit der dabei eingesetzten modernen Erntetechnik ein für die Traktor- bzw. händische Lieferung nicht erreichbares Holz erzeugt werden.

Gemeinschaftsnutzung

Bei diesem gemeinschaftlichen Holzbezug wird aber nicht nur das Holz gemeinsam erzeugt, sondern auch vermarktet. Indem der Waldverband Salzburg seit langer Zeit für alle interessierten Mitglieder sowohl die Holzernte als auch die Holzvermarktung organisiert, kann er auch diese gemeinschaftlichen Holzbezugsprojekte umfassend unterstützen. In der letzten Zeit ist dies schon sehr oft erfolgt, wobei es vor allem für die Abrechnung des Holzes einige wichtige Vorgaben gibt. Erforderlich ist dazu selbstverständlich, dass die Mitglieder dieser Gemeinschaftsnutzung beim Waldverband Salzburg registriert bzw. Mitglied sind. Wichtig ist auch im Vorhinein die Bekanntgabe des jeweiligen Umsatzsteuersatzes. Wenn abweichend vom üblichen Steuersatz von 13 % entweder 0 % oder 20 % zu verrechnen sind, so ist dies bei Beginn des Projektes mitzuteilen. Sobald das gesamte Projekt abgewickelt ist und von Seiten des Verpflichteten die Bezugsmengen für das einzelne Mitglied bekannt gegeben werden, kann die Überweisung der Holzerlöses erfolgen. Von Vorteil ist dabei auch die Möglichkeit eines Stockkaufes durch den Waldverband, durch den die Holzerntekosten günstiger gestaltet werden können.

Initiative von Hansjörg Kirchner

Im Oberpinzgau hat sich in den letzten Jahren Ök.-Rat Hansjörg Kirchner sehr stark für derartige Gemeinschaftsnutzungen von Einforstungsholz eingesetzt. Auf seine Initiative hin ist es mittlerweile auch möglich, die Einforstungsberechtigten bei der Aufarbeitung von Schadholz über den Katastrophenfonds zu unterstützen und sie können auch an Förderprojekten teilnehmen, wie Eigenwaldbesitzer. Die Betreuung der Einforstungsberechtigten im Oberpinzgau wird bei Gemeinschaftsnutzungen in Zukunft Christoph Emberger als neuer Waldhelfer übernehmen. Aber auch in allen übrigen Gebieten des Landes sind flächendeckend Waldhelfer des Waldverbandes vorhanden, die die Einforstungsberechtigten unterstützen können.

Vermarktung mit Wert

Organisiert sind die Einforstungsberechtigten in Ortsgruppen, Einforstungsgenossenschaften sowie im Einforstungsverband. Die Einforstungsgenossenschaften zählen in Salzburg 4.815 Mitglieder. Ein großer Teil davon wird bereits auch Mitglied beim WV Salzburg sein. Zur gegenseitigen Unterstützung hat der Einforstungsverband mit dem Waldverband vor einigen Jahren eine strategische Partnerschaft vereinbart. Für beide Organisationen ist es das Ziel, dass über die gemeinschaftliche Vermarktung die Erzeugung von Holz sowohl im Eigenwald als auch über Einforstungsrechte einen Wert behält, damit die Forstwirtschaft weiterhin ein attraktives Einkommen für land- und forstwirtschaftliche Betriebe bieten kann.

Die gemeinschaftliche Holznutzung und Vermarktung ist durch das große Engagement von Hansjörg Kirchner für die Einforstungsberechtigten eine Aufwertung ihres Rechtes geworden. Zusätzlich konnte die Förderfähigkeit für die Berechtigten erreicht werden. Im Bild links Franz Lanschützer, Florian Past, Rudi Rosenstatter, Hansjörg Kirchner und Christoph Emberger.

Einkommen aus Holzbezugsrechten gehört ausgeschöpft. Hansjörg Kirchner hat im Pinzgau vieles umgesetzt, das künftig Christoph Emberger weiterführen wird.

Eine zeitgemäße Ausübung der Einforstungsrechte wird immer wichtiger.

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