Wir brauchen für die Zukunft eine stabile Waldbewirtschaftung, die auch gute wirtschaftliche Vermarktungsmöglichkeiten für die Mischbaumarten bietet.
Herausforderung Klimawandel
Wir befinden uns im Klimawandel! Mittel- bis langfristig wird eine heute noch nicht fassbare Umweltveränderung prognostiziert. Die Anfänge merken wir im Wald an den Arealverschiebungen verschiedener Baumarten und ganzer Waldgesellschaften bereits heute. Wir müssen vermehrt mit Witterungsextremen wie Windstürmen, sehr intensiven Niederschlagsereignissen, längeren Trockenphasen oder zunehmendem Schädlingsdruck zurechtkommen. Besonders problematisch wirkt sich in einem Gebirgsland wie Vorarlberg die befürchtete Destabilisierung der Schutzwaldwirkung aus. Die ganz aktuelle Gefahr der Borkenkäfermassenvermehrung gibt einen Vorgeschmack auf die zukünftigen Herausforderungen in der Waldwirtschaft.
Was tun – welche Rezepte im Wald anwenden?
Mit einer möglichst großen Breite an Baumarten und Strukturen wird versucht Waldbestände zu begründen, zu pflegen und zu bewirtschaften, die mit dem klimabedingten Stress möglichst gut fertig werden. Mit dem vorhandenen und dem möglichen Baumartenspektrum können wir auf der Basis der traditionellen naturnahen Waldbewirtschaftung in Vorarlberg weiterarbeiten. Sogenannte „Gastbaumarten“ wie beispielweise die Douglasie werden unser heimischen Baumarten ergänzen. Die gesamte „Biodiversität“ (biologische Vielfalt) wird sich klimabedingt verändern. Unsere Wälder werden auch in Zukunft Lebensräume für viele, teils seltene Tier- und Pflanzenarten bieten.
… und die Buche
Die Baumartenzusammensetzung in unseren Wäldern ändert sich Richtung Laubholz. Insbesondere die Buche wird weiter zunehmen. Das Buchenholz war über viele Jahre ein beliebtes Holz für die verschiedensten Möbel, Innenausbau oder Bodenanwendungen (Parkettboden). Seit einigen Jahren ist das Buchenholz leider nicht mehr in Mode. Welches Potenzial in der Buche steckt zeigen neue Anwendungsbeispiele, wie das vorgezeigte Projekt bei der Firma Wagnertec in Nüziders. Mit einem sägerauhen Bandsägeschnitt können sehr attraktive und moderne Holzatmosphären erzeugt werden. Innovative Tischer aus Vorarlberg verwenden hier die guten Buchenqualitäten aus dem Vorarlberger Wald. Auch in der konstruktiven Anwendung bieten sich, durch ausgezeichnete Tragfähigkeiten neue Verwendungsmöglichkeiten mit geringeren Querschnitten an (Leimbindertechnologien mit Buchenholz). Eine solche innovative Baubuchenanwendung gab es bei der neuen Schule am See in Hard. Hier konnte mit der Anwendung der Buche in diesem Bereich eine wohnbiologische und auch architektonische Aufwertung des Gebäudes erreicht werden.Â
Eine Belebung des Buchenabsatzmarkes ist für die Vorarlberger Forstwirtschaft schon heute, aber insbesondere für die Zukunft sehr wichtig! Damit kann eine stabile naturnahe Mischwaldbewirtschaftung mit den notwendigen Einkünften auf eine gute wirtschaftlichen Basis gestellt werden.





