Waldbauliche Untersuchungen und Weiterentwicklungen, aber auch der Arbeitskräftemangel führten zu neuen waldbaulichen Überlegungen mit geringeren Pflanzzahlen.
Grundsätzliche Überlegungen
- Quadratverbände sind zwar einfach, aber kostspieliger als Rechteckverbände. Durch die geringere Pflegelinie und die geringeren Abstände innerhalb der Reihe sind Rechteckverbände leichter und kostengünstiger zu pflegen. Zudem führt der Ausfall von einzelnen Bäumen zu kleineren Lücken.
- Zu dichte Aufforstungen führen rasch zu Stabilitätsproblemen (zu hohe h/d-Werte) und erfordern Stammzahlreduktionen und/oder sehr frühe Durchforstungen. Werden diese nicht rechtzeitig durchgeführt – was leider sehr oft der Fall ist – sind anhaltende Stabilitätsverluste die Folge.
- Die für Bauholz erforderlichen Qualitäten werden bei Nadelholz auch mit deutlich geringeren Pflanzzahlen erreicht. Für hohe Qualitäten mit astfreien Stämmen sind sowohl beim Nadel- als auch beim Laubholz im Regelfall ohnehin Astungsmaßnahmen erforderlich.
- Aufgrund des größeren Reihenabstandes entwickelt sich zwischen den Reihen oft eine interessante Naturverjüngung.
- Geringere Pflanzzahlen haben zur Folge, dass weniger schwache Sortimente anfallen, was wiederum positive Auswirkungen auf die Ertragssituation hat.
Erfolgreiche Forstwirtschaft fängt schon beim richtigen Pflanzverband an!
Optimale Pflanzverbände bei unseren gängigen Baumarten
Für die einzelnen Baumarten sind nach dem heutigen Wissensstand die nachfolgenden Pflanzverbände erfolgversprechend und zugleich arbeitssparend. Bei Nadelholz sollte der Abstand zwischen den Reihen drei Meter betragen. Bei Laubholz sind 2,5 Meter zwischen den Reihen die Regel, wobei auch drei Meter Abstand kein Problem darstellt.
- Fichte, Tanne: 3 x 1,7 oder gleich 3 x 2 Meter
- Lärche: bei Mischung mit Buche und Wienerwaldherkünften 3 x 4 Meter; bei Lärche mit Sudeteneinschlag (z.B. P11) 3 x 2 Meter
- Douglasie: 3 x 2 Meter (auch ohne Astung werden Bauholzqualitäten erreicht)
- Weiß- oder Schwarzkiefer: 3 x 1 Meter
- Stiel- und Traubeneiche: 2,5 x 1 Meter bis 3 x 1 Meter; alle fünf oder vier Reihen Hainbuche mit einem Abstand von 2,5 Meter innerhalb der Reihe. Eine Alternative bei Eiche ist auch die Begründung in Trupps: Der Abstand vom Mittelpunkt eines Trupps zum nächsten beträgt 12 bis 15 Meter, je Trupp werden 25 Eichen im Verband 1 x 1 bis 1,3 x 1,3 Meter gesetzt. Wie immer mehr wissenschaftliche Auswertungen zeigen, bewährt sich das Pflanzen in Nestern (20 Eichen im Verband 0,25 x 0,25 Meter) nicht und wird daher nicht mehr empfohlen.
- Roteiche: 3 x 1,2 Meter
- Bergahorn: 2,5 x 1,5 oder 3 x 1 Meter
- Schwarzerle: 3 x 2,5 Meter
- Schwarznuss, Walnuss, Hybridnuss: 2,5 x 1,5 Meter
- Buche: aus ökologischen Gründen gesetzt reicht ein Pflanzverband von etwa 3 x 3 m. Höhere Qualitäten sind bei Pflanzverbände von 2,5 x 1 Meter nur mit intensiver Astung erreichbar.
Pflanzenqualität und Pflanzqualität
Als Grundregel sollte bei Aufforstungen immer berücksichtigen werden: Es ist besser weniger Bäume zu pflanzen, diese sollen aber möglichst gute genetische und physiologische Qualität aufweisen und sorgfältig behandelt und gesetzt werden. Eine sorgfältige Lochpflanzung sollte ohnehin selbstverständlich sein.


