Die starken Glieder einer transparenten Lieferkette

Artikel aus Ausgabe 2/2026

Die Waldverbände setzen auf innovative Lösungen im Holzverkauf und regionale Verantwortung gegenüber den Mitgliedern. Durch eine kontinuierliche Versorgung und eine zuverlässige und transparente Logistik werden Sicherheit und optimale Erlöse gegenüber den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern garantiert. Vor allem zeitgemäße und digitale Prozesse wie der elektronische Lieferschein erhöhen die Effizienz und Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette Holz.

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Ausgabe: 2/2026
Thema: Wald & Wirtschaft
Bundesland: Österreich
Autor:in: Magdalena Schweighofer

Die Zeit der immer fortschreitenden Digitalisierung macht auch in der von Traditionen geprägten Forstwirtschaft keinen Halt. Doch bringt dieser oft negativ behaftete oder sogar mit Misstrauen betrachtete Fortschritt durchaus Positives mit sich. Die transparente und lückenlose Lieferkette ist zum heutigen Tag ein Instrument, welches man nicht missen will, sobald man einmal davon Gebrauch gemacht hat.

Bereits seit über zehn Jahren ist der flächendeckend angewendete elektronische Lieferschein in der Holzlogistik nicht mehr wegzudenken, war der Waldverband Steiermark initial für die Einführung verantwortlich. Die Kooperationsplattform FHP (Forst Holz Papier) erarbeitete die Standards für den elektronischen Datenaustausch, welcher die Verknüpfung und Übermittlung von Werksabmaßen und Rundholzlieferungen in erster Linie ermöglicht, aber vor allem maßgeblich erleichtert hat.

Doch über diese technischen Errungenschaften hinaus arbeitet die Forstwirtschaft noch immer mit der Natur. Deshalb dürfen die Aspekte und Gegebenheiten vor Ort auf der Fläche, wie die Befahrbarkeit von Forstwegen, Wetter, Kalamitäten und der „Faktor Mensch“ keinesfalls außer Acht gelassen werden. Nur wenn diese Zahnräder zu Gunsten aller Beteiligten gut zusammenarbeiten, kann der Rohstoff Holz bestmöglich vermarktet und die Industrie beliefert werden. Transparenz und Informationsaustausch – garantiert durch die digitale Vernetzung der Waldverbände.

Vorausschauende Planung
Zu Beginn steht die Planung. Durch die rechtzeitige und korrekte Meldung der Holzmengen von Seiten der Lieferanten ist es möglich, Mengenflüsse für die weiterverarbeitende Industrie zu planen und aufrecht zu erhalten. Dies ermöglicht eine bessere Planbarkeit hinsichtlich der einzuhaltenden Lieferprofile, von Seiten der Lieferanten, als auch der Kunden und zeichnet einen starken Marktpartner aus. Dabei lässt sich keine Wertigkeit der einzelnen Liefergrößen definieren. Die kleinstrukturierten Betriebe spielen dabei ebenso eine wichtige Rolle, als auch Großgrundbesitzer.

Unverzichtbar für den einzelnen Holzlieferanten ist dabei die gewährte Sicherheit, dass das erzeugte Produkt unter den gegebenen Marktsituationen bestmöglich in den Verkehr gebracht wird. Durch forstliches Fachpersonal auf der Fläche wird die Holzernte nach Rücksprache bestmöglich geplant und durchgeführt, auch um den verbleibenden Bestand eine bestmögliche Zukunft zu ermöglichen und den Zuwachs auf der Fläche, gemeinsam mit ökologischen Maßnahmen zu fördern. Bereits in der Holzernte greifen moderne Tools, wie die Sensorik der Harvester-Aggregate, die schon während des Fällvorganges auf die anfallende Holzmenge jedes Sortiments, als auch die Qualität schließen lassen. Ebenso wird durch die Bankgarantie eine Zusicherung geschaffen.

Kontrolltool Lieferschein
Spätestens bei der direkten Holzabfuhr ist die Digitalisierung nicht mehr wegzudenken. Schon seit dem Jahr 2015 erhält der Lieferant/die Lieferantin den digitalen Lieferschein per E-Mail und somit den Hinweis, dass produziertes Holz abgefrachtet wird. Dieser Vorgang dient nicht nur als Information, sondern auch als erster Liefernachweis und ist somit ein wertvolles Kontrolltool, welches vor allem durch angefügte Bilder des Frächters immer mehr an Bedeutung gewinnt. So sind nicht nur das geplante anzuliefernde Sägewerk vermerkt, sondern auch Daten des Frächters und der beladenen Holzmenge. Bei einer korrekten Abarbeitung der einzelnen Schritte durch den Fahrer kann zu jeder Zeit der Status von „Angenommen“, über „Fahre ins Revier“ bis hin zu „Abfuhr abgeschlossen“ gesehen werden. Ebenso wird durch die genannte Fotodokumentation die Reklamations- und Nachforschungsarbeit maßgeblich erleichtert. Das ist der erste Streich einer transparenten Lieferkette.

Rückverfolgbarkeit
Bei der Holzübernahme der weiterverarbeitenden Industrie ist ebenso ein hohes Maß an Digitalisierung zu finden, welches die Transparenz hinsichtlich der lückenlosen Vermarktung sehr hoch anlegt. Mehrdimensionale Vermessungsarten zeigen deutliche Holzmerkmale, wie Krümmung oder Abholzigkeit oder Metalldetektoren finden auf den ersten Blick nicht ersichtliche Rückstände im Holz. Später kann durch die sogenannten „Fuhrenauswertungen“ jede Lieferung rückverfolgt und genau analysiert werden. Längenausformungen, Stärkeklassen und die Qualität der einzelnen Sortimente können hier auf einen Blick gesichtet und interpretiert werden. Aufgrund dieser Rückschlüsse ist ein schnellstmögliches Eingreifen in laufende Holzernteprozesse gewährleistet, welches den weiteren Mengenfluss und dessen positive Ausbeute maßgeblich beeinflussen kann.

Um den lückenlosen und transparenten Holzverkauf abzuschließen, steht zum Ende einer jeden Lieferung die Abrechnung an. Da heutzutage darauf geachtet wird, dass Programme die „selbe Sprache sprechen“, ist es möglich, erhaltene Abmaße direkt weiter zu bearbeiten. So kann eine rasche Bezahlung gewährleistet werden, die den positiven Abschluss der Holzlieferung bildet.

Aktuelle Mitgliederplattform
Damit der Überblick bei größeren Holzlieferungen nicht verloren geht, ist die Mitgliederplattform ein wichtiges Werkzeug. Hier sind die Lieferscheine, Fuhrenauswertungen und Gutschriften miteinander verknüpft und zeigen einmal mehr, dass die lückenlose und transparente Holzvermarktung weder Schnee von gestern noch Zukunftsmusik ist.

Die optimale Ausbeute des Holzes beginnt schon bei den ersten Schnitten im Wald.

Gezielte Probemessungen und Anwesenheit bei der Holzübernahme vor Ort im Werk.

Kontrolle des übermittelten Abmaßes mit Hilfe der elektronischen Lieferscheine.

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