Trittsteinbiotope: Getrennte Lebensräume wieder verbinden

Okt. 7, 2026 | Allgemein

Für die Vernetzung von Lebensräumen: Fast 300 Waldbesitzer:innen arbeiten mit dem Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) daran, isolierte Lebensräume durch Trittsteinbiotope zu verbinden.

Durch Verkehrswege, landwirtschaftliche Nutzflächen und Siedlungsentwicklung werden die natürlichen Lebensräume Österreichs zunehmend voneinander getrennt. Große Gebiete werden zerschnitten, die Abstände zwischen Lebensräumen wachsen. Diese Fragmentierung bedroht Tiere und Pflanzen: Populationen isolieren sich, neue Lebensräume bleiben unerreichbar, Ressourcen werden knapp.

Mit der Klimaerwärmung suchen viele Arten nach geeigneteren Lebensräumen mit klimatisch günstigeren Bedingungen. Verbindungen zwischen Habitaten sind daher entscheidend, um die Biodiversität zu bewahren. Trittsteinbiotope schaffen hier Abhilfe: Diese kleinen, naturbelassenen Flächen werden weder land- noch forstwirtschaftlich genutzt. Sie dienen Tieren und Pflanzen als Rast-, Fortpflanzungs- oder Nahrungsorte. Wie Trittsteine im Wasser ermöglichen sie es, sicher von einem Kernbiotop zum nächsten zu gelangen. So können sich Arten ausbreiten und der Genfluss bleibt erhalten.

Waldbesitzer:innen engagiert

In fünf Bundesländern arbeitet das BFW eng mit Waldbesitzer:innen zusammen. Im Rahmen des Trittsteinbiotope-Programms des BFW wurden geeignete Flächen ausgewählt und Trittsteinbiotope eingerichtet. Für die freiwillige Außernutzung erhielten die Eigentümer:innen eine einmalige finanzielle Entschädigung. Die Flächen bleiben 10 bis 20 Jahre sich selbst überlassen und bieten so zahlreichen Arten ein Refugium.

„Die begeisterte Nachfrage der Waldbesitzer:innen machen das Trittsteinbiotop-Programm zu einer vollen Erfolgsgeschichte“, sagt Katharina Lapin, Leiterin des Instituts für Waldbiodiversität und Naturschutz am BFW

Die Zahlen sprechen für sich: 294 Waldeigentümer:innen stellten 466 Trittsteinbiotope bereit. Insgesamt 1443 Hektar Wald fördern die Biodiversität und erleichtern die Migration heimischer Arten. Das Besondere: Das Projekt setzt auf Freiwilligkeit statt Zwang. Die Waldbesitzer:innen entschieden sich aus eigener Initiative, ihre Flächen zur Verfügung zu stellen.

„Naturschutz funktioniert am besten gemeinsam mit den Menschen vor Ort. Das freiwillige Engagement der Waldeigentümer:innen schafft die Grundlage für eine nachhaltige Vernetzung von Lebensräumen und einen langfristigen Erfolg für die Biodiversität“, sagt Renate Haslinger, Geschäftsführerin von BIOSA – Biosphäre Austria.

Weitere Trittsteinbiotope gesucht

Die Erfolgsgeschichte geht weiter: Im neuen BFW-Projekt „ConnectHabitat“, gefördert vom Waldfonds des BMLUK, sollen weitere 220 Hektar Trittsteinbiotope entstehen. Gesucht werden Flächen von 0,5 bis 25 Hektar, die für 20 Jahre aus der Nutzung genommen werden. Interessierte Waldeigentümer:innen können sich unter folgender Adresse melden: martin.steinkellner@bfw.gv.at

Auf einen Blick:

Beteiligte Waldbesitzer*innen: 294 Eigentümer:innen

Eingerichtete Trittsteinbiotope: 466 Flächen

Geschützte Waldfläche: 1.443 Hektar

Vertragslaufzeit: 10 bis 20 Jahre freiwillige Außernutzungsstellung

 

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