Der BFZ – Bäuerlicher Forstpflanzenzüchter

Artikel aus Ausgabe 1/2019

Der BFZ – ein Verein bäuerlicher Forstpflanzenzüchter - wurde 1963 im Mühlviertel von 14 Mitgliedern gegründet. Damals produzierten viele kleine bäuerliche Betriebe, im für Mais- und Getreideanbau benachteiligten, rauen Mühlviertel, als Zusatzerwerb zur Landwirtschaft Forstpflanzen.

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Ausgabe: 1/2019
Thema: Aufforstung, Waldbau
Bundesland: Österreich
Autor:in: DI Andreas Teufer

Auf Bemühen der Landwirtschaftskammer OÖ (vor allem auf Betreiben des damaligen Kammerforstdirektors DI Josef Anderl) vereinigten sich die einzelnen Forstpflanzenproduzenten zu einem Erzeugerverein. Das Ziel war die optimalen, klimatischen Bedingungen und die hervorragenden Bodenverhältnisse des Mühlviertel für die Aufzucht von erstklassigen Forstpflanzen zu nutzen. Durch die Gründung einer Einkaufs- und Verkaufsgemeinschaft konnte die stetig steigende Nachfrage an Forstpflanzen im Zuge der Aufforstungswellen der 60er und 70er- Jahre gedeckt werden.

Der Verein wuchs rasch auf über 90 Mitglieder an, die in Spitzenjahren bis zu sieben Millionen Pflanzen (fast nur Fichte) produzierten. Ein wesentlicher Kundenkreis sind bäuerliche Waldbesitzer. Als Fachverband der Landwirtschaftskammer OÖ ist es uns ein Anliegen, bäuerliche Waldbesitzer mit Forstpflanzen aus herkunftsrichtigen Beständen zu beliefern.

Ein weiterer Vorteil eines Vereins mit vielen Mitgliedern ist die Frische der Pflanzen. Beim BFZ sind die einzelnen Mitglieder für die Produktion selbst verantwortlich. Der Saatguteinkauf und dessen Verteilung werden zentral organisiert und verwaltet. Hierfür sind immer forstlich ausgebildete Mitarbeiter zuständig. Wenn im Frühjahr in kurzer Zeit große Mengen Pflanzen benötigt werden, kann der BFZ auf mehrere Bauern (= Lieferanten) zurückgreifen, die gleichzeitig Pflanzen unterschiedlicher Herkunft liefern können.

Richtige Herkunft und Lagerung sind entscheidend

Gerade bei Forstpflanzen ist die Frische ein entscheidendes Kriterium für den Anwuchserfolg. Auch die kurzfristige Lagerung sollte bei Forstpflanzen in dafür geeigneten, gekühlten Hallen erfolgen. Der BFZ baute hierzu zwei große Mantelkühlhäuser. Darin werden die frisch gelieferten Pflanzen im Frühjahr, sofern diese nicht direkt zum Kunden gefahren werden, zwischengelagert. Der Vorteil eines Mantelkühlhauses liegt darin, dass der gekühlte Luftstrom in einer Aussenkammer um das eigentliche Kühlhaus geführt wird. Die Pflanzen sind somit vor Zugluft geschützt und ruhen in einer Art Winterstarre bis zur eigentlichen Auslieferung. Speziell im Hochgebirge ist es oft erforderlich die Winterruhe der Pflanzen auszudehnen, da die Schneemengen auf Schattseiten oft sehr spät eine Pflanzung zulassen.

Ein strategisch ganz wichtiger Erfolg gelang dem BFZ im Jahr 2006. Das Land OÖ bot seine Landesforstgärten zum Verkauf an und der BFZ erhielt den Zuschlag. Somit verfügt der BFZ nun über Forstgärten, welche sich auf ganz OÖ verteilen. Die Vorteile liegen darin, dass einerseits lange Pflanzentransporte vermieden werden können und andererseits vor allem im Frühling eine gewisse „witterungsbedingte Unabhängigkeit“ erreicht wurde. Die oft sehr langen und harten Winter im Mühlviertel können nun durch die tiefer liegenden und somit klimatisch begünstigten Forstgärten kompensiert werden.

Besonderes Augenmerk wird auf die richtige Herkunft und kontrollierte Qualität des Pflanzmaterials gelegt. Es wurden bereits mehr als 190 Millionen Pflanzen von bäuerlichen Betrieben aus dem Mühlviertel produziert.

Modernste Geräte sowie die Beachtung der landwirtschaftlichen Fruchtfolge gewährleisten ausgeglichene Nährstoffversorgung und kräftigen Pflanzenwuchs. Die Produktpalette erstreckt sich von unterschiedlichsten Nadel- und Laubhölzern in verschiedenen Sortierungen bis hin zu einer großen Auswahl an Landschaftsgehölzen und Christbaumpflanzen. Auch Containerpflanzen (Fichte und Lärche) zählen zu unserem Verkaufsangebot. Eine vollständige Übersicht finden sie auf www.bfz-gruenbach.at.

Das lange Bestehen dieses Vereines einerseits und die Verleihung des Staatspreises für beispielhafte Waldwirtschaft 2005 in der Sonderkategorie „Kooperation“ andererseits, zeigen dass der Zusammenschluss von mehreren Mühlviertler Bauern eine Erfolgsgeschichte ist.

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