Mobile Wandersäge – eine gefragte Alternative!

Artikel aus Ausgabe 3/2019

Gerade in diesen turbulenten Zeiten des Holzmarktes ist der Einsatz einer „Wandersäge“ eine gute und auch gefragte Alternative für Waldbesitzer. Die nachfolgende Reportage gibt einen Überblick über die vielfältigen Anwendungsbereiche und Einsatzmöglichkeiten eines mobilen Sägewerkes.

Dankenswerterweise durften wir für diese Reportage interessante Einblicke in den Alltag eines Wandersägers gewinnen. An dieser Stelle möchten wir uns bei dem Wandersäger Peter Oberforster und auch bei den Waldbesitzern Franz und Rosmarie Forster vulgo „Striglgut“ aus Sierning für die Bereitschaft, an diesem Bericht mitzuwirken, herzlich bedanken.

Käferholz selbst verwerten

Bereits seit elf Jahren betreibt der Einzelunternehmer und gelernte Holz- und Sägetechniker Peter Oberforster aus Großraming seine mobile horizontale Blockbandsäge. Gerade in den letzten Jahren lassen seine Kunden auch vermehrt Käferholz lohnschneiden. Zu seinen Stammkunden gehören Landwirte, die sich das eigene Holz schneiden lassen, aber auch Tischler, die ausgewählte Stämme nach ihren Wünschen einschneiden lassen, wobei hier bis zu vier Millimeter dünne Abschnitte möglich sind. „Das Besondere an dieser Blockbandsäge ist, dass sie von 1 Meter bis 13 Meter lange Stämme mit einem Maximaldurchmesser von einem Meter schneiden kann“, erläutert Peter Oberforster stolz. „Bei stationären Gattersägen ist oftmals schon bei einem Durchmesser von 65 cm Schluss“. Im Jahreslauf werden ca. 60 Prozent Nadelholz und 40 Prozent Laubholz eingeschnitten. „Neben dem in den vergangenen beiden Jahren vermehrt aufgetretenen Käferholz werden beispielsweise auch gerne starke und überstarke Tannen eingeschnitten. Mit meiner Wandersäge kann ich mich optimal auf die individuellen Wünsche der Kunden einstellen und auch die Ausbeute entsprechend optimieren“, berichtet Peter Oberforster.

Daten und Fakten rund um die Wandersäge

Die Wandersäge wird mit einem eigenen Notstromaggregat angetrieben und kann völlig autark, auch mitten im Wald arbeiten. Die Tagesleistung liegt, in Abhängigkeit des zu verarbeitenden Holzes, bei 15 bis 20 Festmeter. Neben der mobilen horizontalen Blockbandsäge hat Peter Oberforster auch eine Doppelbesäumungsanlage mit im Gepäck, damit aus der Seitenware auch gleich fertig besäumte Bretter erzeugt werden können. Die Schnittholz-Ausbeute liegt bei der Massenware des Nadelholzes (30 bis 45 cm Durchmesser) im Schnitt bei ca. 60 bis 70 Prozent vom Sägerundholz und steigt bei stärkeren Durchmessern überproportional an. Das bedeutet: Aus einem Festmeter Rundholz können 0,7 Kubikmeter Schnittholz erzeugt werden. Die Kosten für den Lohnschnitt der gängigen Bauholzdimensionen liegen in Abhängigkeit des Holzes bei ca. 35 € bis 40 € netto pro Festmeter. Die Rüstzeit der Wandersäge beträgt im Schnitt maximal eine Stunde. Im Durchschnitt wird pro Kunde eine „Haushaltsmenge“ von ca. 25 bis 50 Festmetern verarbeitet. Neben einer gewissen technischen Ausstattung (Traktor mit Hebevorrichtung, Frontlader oder Kranwagen) sind auch zwei Personen als Helfer, zumeist die Waldbesitzer selbst, erforderlich.

Sortimente und Dimensionen

Gefragt nach den am häufigsten gewünschten Sortimenten gibt Peter Oberforster mit einem Lächeln im Gesicht an: „Das Einsermenü ist meistens 10 x 10 cm oder kleinere Kanthölzer, kombiniert mit 5 x 8 cm Staffeln, 4 x 5 cm Dachlatten und 24 mm sowie 30 mm Brettern bzw. auch 50 mm Pfosten. Auch wenn kein unmittelbares Bauvorhaben ansteht, sind dies die gängigsten Dimensionen, welche vielseitig eingesetzt werden können.“ Die gesamten Abschnitte bleiben beim Kunden und können in weiterer Folge als Hackschnitzel ebenfalls verwertet werden.

Beweggründe

„Das gesamte hier verarbeitete Holz ist Käferholz (ca. 70 Festmeter) und stammt aus unserem eigenen Wald. Wir haben ein kleineres Bauvorhaben hier auf unserem Hof geplant und den Rest des Schnittholzes legen wir uns auf Lager. Dazu haben wir uns neben den benötigten Kanthölzern die gängigen Dimensionen (5 x 8 cm Staffeln und
24 mm Bretter) schneiden lassen. Die Beweggründe für den Einsatz einer Wandersäge sind einerseits der aktuelle Holzpreis, da wir unser Holz nicht verschleudern wollen. Andererseits hat man beim Einsatz einer Wandersäge den großen Vorteil, dass man sich den gesamten Transport zur Säge und dann wieder retour erspart. Darüber hinaus gibt es keinerlei Verluste beim eingeschnittenen Holz, die Abschnitte werden gehackt und damit die eigene Hackschnitzelheizung befüllt und sogar die Sägespäne bleiben am Betrieb. Ich habe das Holz dort, wo ich es brauche und muss es nicht unnötig transportieren und manipulieren“, erklärt Franz Forster.

Resümee

Abschließend kann festgehalten werden, dass gerade in schwierigen Zeiten am Holzmarkt der Einsatz einer Wandersäge und die Verwendung des eigenen Holzes, auch ohne konkretes Bauvorhaben, eine gute Alternative zur herkömmlichen Vermarktung darstellt. Allgemein betrachtet, führt dies als zusätzlicher positiver Nebeneffekt in Zeiten wie diesen auch zu einer Entlastung des gesamten Holzmarktes!

Die Rüstzeit beträgt im Schnitt max. eine Stunde. Hier wird direkt am Hof produziert, dort wo das geschnittene Holz zum Einsatz kommt.

Dasselbe Holz vorher…

… und danach: „Wenn man sich spielt, kann man auch aus vermeintlichen Holzfehlern (Krümmung, Astigkeit, Abholzigkeit, Kern aus der Mitte, etc.) noch sehr viel herausholen!“ freut sich der Wandersäger.

Tatkräftige Unterstützung durch die Waldeigentümer Franz und Rosmarie Forster vom „Striglgut“ in Sierning.

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