Die Chance Douglasie nützen!

Artikel aus Ausgabe 4/2019

In Mitteleuropa hat man mit der Douglasie seit 140 Jahren Erfahrung. Die ältesten Bäume haben inzwischen eine Höhe von rund 60 m Höhe erreicht. Das Starkholz der Douglasie hat sich am Markt bereits zu guten Preisen oberhalb der Fichte etabliert.

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Ausgabe: 4/2019
Thema: Klimafitter Wald, Waldbau
Bundesland: Oberösterreich
Autor:in: DI Christoph Jasser

Aufgrund der guten Erfahrungen mit dieser Baumart sind bereits rund 750.000 ha in Europa mit dieser Baumart bestockt. Dennoch gibt es Stimmen – sowohl aus der Holzwirtschaft als auch aus der Forstwirtschaft – die mit folgenden Argumenten vom Anbau dieser leistungsstarken Baumart abraten.

  • „Auch die Douglasie ist durch Borkenkäfer gefährdet.“ Es gibt leider keine Wunderbaumart, die frei von Schadorganismen bzw. Gefährdungen ist. Auch bei Douglasie gibt es Borkenkäferbefall, nur ist die Wahrscheinlichkeit deutlich geringer als bei Fichte oder Weißkiefer und sogar deutlich weniger als bei Tanne oder Lärche. Ein Grund dafür ist, dass diese Baumart in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet mit ausgeprägter sommerlicher Trockenheit zurechtkommen muss. Wie bei allen Baumarten soll auch mit Douglasie kein größerer Reinbestand gebildet werden. Mischungen mit Buche, Tanne und Ahorn sind ideal. Die Douglasie hat sich bisher auch außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes wie beispielsweise in Frankreich, Chile und Neuseeland sehr bewährt.
  • „Das Douglasienholz ist kaum zu verkaufen“: Das Douglasienholz hat ausgezeichnete technische Eigenschaften. Zudem ist das Kernholz ähnlich dem Lärchenholz sehr witterungsbeständig. Bei starkem Douglasienholz übersteigt die Nachfrage das Angebot. Schwierigkeit beim Holzverkauf tritt bei Schwachholz auf, da es noch zu wenig Douglasienholz für die großen Zerspanerwerke gibt, da diese bei täglichen Holzdurchsätzen von 2000 – 3000 Festmetern mit Kleinmengen wenig anfangen können. In Deutschland mit höherem Douglasienholzangebot wird das Holz sehr wohl von diesen Werken verarbeitet. Auch in Österreich wird innerhalb der nächsten 10 bis 20 Jahren das Holzangebot an Douglasien-Durchforstungsholz wesentlich steigen. Zudem wird es dann aufgrund der Waldschäden bei Fichte immer mehr zu Engpässen kommen.
  • „Besser Tanne als Douglasie“: Es geht nicht um die Frage „Douglasie oder Tanne“, da auf sehr vielen Standorten eine Kombination beider Baumarten mit einer Laubholzbeimischung besser ist, als die Verwendung nur einer dieser Baumarten. Die Tanne wird in höheren Lagen und auf schweren Böden bevorzugt, die Douglasie auf leichteren, sauren Böden.

Das ist bei der Douglasienwirtschaft jedenfalls zu beachten

  • keine Böden mit freiem Kalk. Die Douglasie braucht eine mind. 30 – 40 cm starke Bodenschicht ohne freien Kalk, darunter liegende Kalkschichten spielen aber keine Rolle. Im Zweifelsfall soll mit einer verdünnten Salzsäure getestet werden. Wenn die Probe aufbraust, ist der Boden für die Douglasie ungeeignet.
  • keine luftfeuchten Lagen (Unterhänge, Schluchten, Gräben), da hier hohe Schüttegefahr besteht.
  • nicht auf schweren Böden. Hier wächst die Douglasie sehr gut, ist allerdings gegen Windwurf gefährdet. Eiche oder Tanne sind auf solchen Böden die eindeutig bessere Wahl.
  • frisch gepflanzte Douglasien sind gegen Rüsselkäferschäden sehr empfindlich (Kulturen daher genau beobachten und notfalls bekämpfen).
  • hohe Fegegefahr: allerdings wird – sofern der Baum nicht zu Tode gefegt worden ist – die Wunde ohne Gefahr
    einer Stammfäule überwachsen.
  • Aufforstungen mit 2 x 3 m sind dicht genug um ohne Astung Bauholzqualitäten zu bekommen. Mischbaumarten sind aufgrund des starken Wachstums der Douglasie in Trupps zu mind. 200 bis 300 m² beizumischen.

Bei der Douglasie liegen im Unterschied zur Fichte die Probleme (Rüsselkäfer, Fegen, Schütte) in der Jugend; später ist die Douglasie zwar keine Wunderbaumart, aber eine sehr stabile, leistungsfähige Baumart. Es wäre ein Fehler auf geeigneten Standorten auf diese
Baumart mit ihren Vorteilen zu verzichten!

Douglasie als wichtige Baumart für stabile Mischbestände. 

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