Bedingt durch die Klimaerwärmung sind wir in den vergangenen Jahren immer häufiger mit Hitzewellen oder auch langanhaltenden Dürreperioden bzw. extremen Trockenheitsphasen konfrontiert. Dieser Trend ist weltweit zu spüren, man denke hier nur an die jährlich wiederkehrenden medialen Bilder aus Kalifornien, Australien, Griechenland, Spanien oder auch Portugal, wo ganze Landstriche den Flammen zum Opfer gefallen sind.
Ursachen für Waldbrände
Laut einem Bericht des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft aus 2024 werden in Österreich mehr als acht von zehn Bränden durch den Menschen ausgelöst, wobei der häufigste Grund für die Entzündung achtlos weggeworfene Zigaretten sind. Die Anzahl der Brandereignisse in Österreich schwankt zwischen 150 und 300 pro Jahr. Im Jahr 2025 waren es laut der Waldbrand Datenbank Österreich rund 200 Waldbrände. Aufgrund des Klimawandels wird die Waldbrandgefahr in Zukunft weiter zunehmen. Um auf das stark gestiegene Waldbrandrisiko zu reagieren, wurden die Mittel für die Waldbrandprävention im Rahmen des Waldfonds aufgestockt. Zum Beispiel können die Feuerwehren die Förderung für Spezialgeräte und Ausrüstung zur Waldbrandbekämpfung im Waldfonds beantragen.
Bei Waldbränden wird unterschieden zwischen natürlich entstandene und durch den Menschen ausgelöste Waldbrände. In Österreich werden 85 % aller Waldbrände direkt oder indirekt durch menschliche Tätigkeiten ausgelöst und haben zumeist folgende Ursachen:
- achtlos weggeworfene Zigaretten
- Feuer außer Kontrolle (Abbrennarbeiten, angezündete Laubhaufen, Lagerfeuer)
- ausgebrachte heiße Asche
- Brandstiftung (in Österreich ca.10 % aller Waldbrände)
- Feuerwerkskörper und Brauchtumsfeuer (Ostern, Sonnenwende)
- gerissene Stromleitungen
- Funkenflug bei bremsenden Zügen
- Reste von Munition
Untersuchungen zeigen, dass entgegen der landläufigen Meinung, Brandauslösung durch Glasflaschen oder -scherben sehr unwahrscheinlich ist. Die wichtigste und in Österreich einzig relevante natürliche Ursache für Waldbrände sind Blitzschläge (rund 15 %). Demzufolge wird also ein Großteil aller Waldbrände direkt oder indirekt durch menschliches Handeln verursacht. Insbesondere achtlos weggeworfene glimmende Zigarettenstummel oder auch der leichtfertige Umgang mit offenem Feuer gelten als häufige Ursache für Waldbrände. Durch verantwortungsbewusstes und aufmerksames Verhalten und Handeln kann jedoch jede:r einzelne Waldbesucher:in einen Teil dazu beitragen, unseren Wald vor Bränden zu schützen.
Neben dem sorgsamen Umgang mit Feuer ist es ebenso wichtig, Zufahrten zu Wäldern freizuhalten, damit im Fall des Falles eine freie Zufahrt für die Einsatzkräfte gewährt ist. Nebenbei sei erwähnt, dass auch im Wald oder in Waldnähe geparkte Autos eine Gefahrenquelle darstellen können. Hierbei ist besonders darauf zu achten, dass der Wagen (heiße Motorenteile, Auspuff, etc.) nicht auf einem entzündlichen Untergrund (z. B. trockenes Gras, etc.) abgestellt wird.
Entzünden/Unterhalten von Feuer im Wald
Im Forstgesetz 1975 (§ 40 ff ForstG) wird geregelt, dass im Wald, in der Kampfzone des Waldes und auch in Waldnähe das Entzünden oder Unterhalten von Feuer durch nicht befugte Personen und auch der unvorsichtige Umgang mit feuergefährlichen Gegenständen verboten ist. Dazu zählt auch das Wegwerfen von brennenden oder glimmenden Gegenständen, wie beispielsweise Zündhölzer und/oder Rauchwaren. Eine Person, die den Wald im Rahmen des allgemeinen Benützungsrechts zu Erholungszwecken benützt, darf daher ein Feuer nur mit einer diesbezüglichen schriftlichen Erlaubnis des Wald-eigentümers entzünden. In Zeiten besonderer Brandgefahr hat die Behörde für besonders waldbrandgefährdete Gebiete jegliches Feuerentzünden sowie das Rauchen im Wald und in dessen Gefährdungsbereich mittels Waldbrandschutzverordnung zu verbieten. Es ist zu erwarten, dass dies auch im heurigen Jahr wieder der Fall sein wird.
Service für unsere Mitglieder: Waldbrandsammelversicherung
Extreme Temperaturen gepaart mit anhaltender Dürre sind der perfekte „Nährboden“ für Waldbrände. Im heurigen Jahr ist das Gefährdungspotenzial für Waldbrände ähnlich hoch wie in den vergangenen Jahren. Oft genügt schon eine kleine Unachtsamkeit, um ganze Waldbestände in Brand zu setzen. Derartige Waldbrandszenarien sind der Albtraum für jede:n Waldbesitzer:in. Damit im Fall des Falles jedoch zumindest die mit einem Brand verbundenen finanziellen Folgen (Schäden am Bestand, Löschkosten, etc.) weitestgehend abgedeckt sind, bietet der BWV OÖ gemeinsam mit der UNIQA-Versicherung einen guten Basisschutz, in Form einer kostengünstigen (0,44 € pro Hektar und Jahr) Mitgliedersammelversicherung an. Bei diesbezüglichen Fragen können Sie sich gerne an Ihren Waldhelfer wenden. Details zur Sammelversicherung finden Sie selbstverständlich auch auf unserer Homepage www.waldverband-ooe.at . Aktuell haben unsere Mitglieder bereits über 68.000 Hektar Wald in der Sammelversicherung angemeldet und versichert.
Meinungeen
„Im April 2025 erlitten wir einen Waldbrand in unserem Wald. Glücklicherweise hatten wir die Waldbrandsammelversicherung des Waldverband OÖ abgeschlossen. Alles hat super gepasst und es ist schnell und reibungslos gegangen. Mein Waldhelfer hat mich bei der Abwicklung und der Schadensermittlung sehr gut unterstützt. Alles perfekt, ich bin froh, dass ich dieser Sammelver-sicherung beigetreten bin.“
Thomas Lichtenecker, Waldbesitzer aus dem Bezirk Perg
Mehr als 8 von 10 Bränden werden durch den Menschen ausgelöst.



