Nationalrat hat Übergangslösung für Holzkraftwerke beschlossen

Wien, 31. Jänner 2019 (aiz.info). – Als “wichtigen Schritt in die richtige Richtung” bewerten zahlreiche Verbände und Experten den Nationalratsbeschluss zur Änderung des Ökostromgesetzes und somit zur Weiterführung von heimischen Holzkraftwerken.

Titschenbacher: Stabile Rahmenbedingungen für laufende Modernisierungen

“Mit dem Beschluss einer Übergangslösung für Holzkraftwerke ist Bundesministerin Elisabeth Köstinger und der Bundesregierung ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung 100% erneuerbare Stromproduktion und grüne Fernwärme gelungen. Ohne Holzkraftwerke würden etwa 20% der Ökostromproduktion und mehr als 40% der erneuerbaren Fernwärme ausfallen, was eine Erhöhung der Treibhausgasemissionen Österreichs um etwa 3 Mio. t zur Folge hätte”, erklärte Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes.

“Die Weiterentwicklung und laufende Modernisierung des Anlagenparks benötigt stabile Rahmenbedingungen sowie ausreichende Tarifhöhen und realisierbare Effizienzkriterien. Wie viele Anlagen bis zum Inkrafttreten des ‘Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes’ erhalten werden können, hängt nun maßgeblich von der Ausgestaltung der notwendigen Verordnungen ab. Fest steht, dass bei einem Wegfall einer relevanten Anzahl von Anlagen das Verfehlen der österreichischen Energie- und Klimaziele droht”, warnte Titschenbacher.

Pernkopf: Alle Formen der Erneuerbaren zur Erreichung der Klimaziele notwendig

“Wer zusieht, wie Biomasse-Werke zusperren, muss auch erkennen, dass Arbeitsplätze verloren gehen und Atomstrom importiert wird. Ökosozial geht anders: Arbeitsplätze im ländlichen Raum sichern, Umwelt und Klima schützen, Wertschöpfung im Land halten. Der Beschluss zum Weiterbetrieb der Holzkraftwerke ist ein wichtiger Schritt in der österreichischen Energiewende. Denn zur Erreichung der Klimaziele ist es notwendig, alle Formen der erneuerbaren Energie zu nutzen und auszubauen”, betonte Stephan Pernkopf, LH-Stellvertreter in Niederösterreich. Im gesamten Bundesgebiet liefern laut Pernkopf derzeit 134 Biomasse-Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK-Anlagen), darunter 29 in Niederösterreich, 20% des in Österreich erzeugten Ökostroms und sorgen für eine Wertschöpfung von rund 500 Mio. Euro pro Jahr.

IG Holzkraft: Wesentliche Fragen für Anlagenbetreiber bleiben offen

Kritischer äußerte sich die “IG Holzkraft Ökostrom aus fester Biomasse” zur jüngsten Änderung des Ökostromgesetzes. “Das Ziel ist grundsätzlich sehr begrüßenswert, ob der Beschluss aber dazu geeignet ist, tatsächlich die für den Klimaschutz und die Energiesicherheit so wichtigen Holzkraftwerke im Betrieb zu halten, ist zum aktuellen Zeitpunkt fraglich”, meinte Hans-Christian Kirchmeier, Vorsitzender der IG Holzkraft. Wesentliche Anliegen der Anlagenbetreiber seien nicht ausreichend berücksichtigt worden. Es fehle unter anderem eine dringend notwendige Differenzierung der Effizienzkriterien, welche die unterschiedlichen technischen Anlagenkonfigurationen berücksichtigt.

“Da besteht aus Betreibersicht noch erheblicher Verhandlungsbedarf”, so Kirchmeier. “Die Tarifhöhe wird nicht gesetzlich fixiert, sondern in einer gesonderten Verordnung festgelegt. Wir appellieren an Bundesministerin Köstinger, Tarife zu verordnen, welche einen wirtschaftlichen Betrieb der Holzkraftwerke ermöglichen.” (Schluss)

Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie weitersurfen, gehen wir davon aus, dass Sie damit einverstanden sind. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen