Gute Abstimmung mit Ländern für praxistaugliche Ausführungsgesetze notwendig

Wien, 27. März 2019 (aiz.info). – “Der rasche Beschluss des Biomasse-Grundsatzgesetzes im heutigen Ministerrat ist ein wichtiger Schritt zur Absicherung unserer heimischen Holzkraftwerke. Im Zuge der Klimaverschlechterung fallen durch Stürme, Dürre, Borkenkäferplagen und andere Probleme immer größere Schadholzmengen an, die es aufzuarbeiten gilt. Mithilfe der bestehenden Holzkraftwerke können gleichzeitig erneuerbare Energie gewonnen und kostspielige Strafzahlungen infolge der Nichterfüllung der EU-Klimaschutzziele verhindert werden. Bei dieser Entscheidung gehen Ökologie und Ökonomie somit Hand in Hand”, unterstreicht der Präsident der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich, Josef Moosbrugger.

Weitere Hürde im unnötigen Hindernislauf genommen

“Es ist gut und wichtig, dass sich Bundesministerin Elisabeth Köstinger über die Verzögerungstaktik der Ökostromgegner hinweggesetzt hat. Mit der Vorlage des Biomasseförderungs-Grundsatzgesetzes hat sie eine weitere parteitaktisch motivierte Blockade der dringend notwendigen Lösung für die Holzkraftwerke verhindert. Durch den umgehenden Beschluss des Entwurfes im heutigen Ministerrat hat sie eine wichtige Hürde in diesem unnötigen Hindernislauf genommen. Das Ziel heißt Nachhaltigkeit – in klimapolitischer und wirtschaftlicher Hinsicht”, betont Moosbrugger.

Energiesystem-Umbau wird nur gemeinsam gelingen

“Wichtig wird es jetzt sein, bei der parlamentarischen Bearbeitung des Entwurfes einen intensiven Austausch mit den Bundesländern vorzusehen, um auch zeitgerecht praxistaugliche Ausführungsgesetze auf den Weg zu bringen. Im Verhältnis zu den umfassenden Anstrengungen, die zur Bekämpfung der Klimakatastrophe notwendig sind, sollte die Absicherung bereits bestehender Anlagen und deren optimaler Weiterbetrieb eine administrativ recht einfach zu lösende Aufgabe sein”, hebt der LK-Präsident hervor. “Der dringend notwendige Umbau unseres Energiesystems – raus aus Fossilen hin zu Erneuerbaren – wird nur bei einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Gemeinden gelingen.”

Holzenergie CO2-neutral und wetterunabhängig

“Die Entscheidungsträger müssen auf allen Ebenen ihre Verantwortung für unsere Lebensgrundlagen und vor allem auch für zukünftige Generationen wahrnehmen. Voll funktionsfähige Holzkraftwerke müssen erhalten bleiben. Holzenergie ist nicht nur wetterunabhängig, sondern auch CO2-neutral, denn durch die Fotosynthese wird biogener Kohlenstoff im geschlossenen Kreislauf genutzt. Holzenergie ist daher ein sehr wichtiger Teil der Lösung im Kampf gegen die Klimaverschlechterung”, unterstreicht Moosbrugger.

Für Schadholzaufarbeitung unverzichtbar

“Die Gefahr, dass wir durch die fortschreitende Klimaverschlechterung auch dieses Jahr erhebliche Borkenkäferschäden in unseren Wäldern haben werden, ist sehr groß. Die Verarbeitungskapazitäten der Holzkraftwerke für Schadholz und die damit im direkten Zusammenhang stehenden Ernte-, Logistik- und Lagersysteme sind unverzichtbar”, betont der LK Österreich-Präsident. “Es ist daher von großer Bedeutung, dass mit dem Biomasseförderungs-Grundsatzgesetz nun tatsächlich für alle betroffenen Anlagen eine Lösung eröffnet wird, insbesondere auch für jene im Wald- und Mühlviertel, wo es besonders große Borkenkäferschäden gibt. Wir sichern Bundesministerin Köstinger jedenfalls auch in ihren weiteren Bemühungen um eine praxistaugliche Lösung unsere volle Unterstützung zu”, so Moosbrugger.

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