Kärnten: Einstimmiger Landtagbeschluss zur Senkung des Schutzstatus des Wolfes

Okt. 30, 2018 | Allgemein

Mößler: Petition der Landwirtschaftskammer trägt Früchte

Klagenfurt, 29. Oktober 2018 (aiz.info). – „Wölfe sind in Europa nicht vom Aussterben bedroht. Die Senkung des Schutzstatus dieses Raubtiers ist daher ein dringendes Gebot der Stunde, um die Almwirtschaft zu schützen“, begrüßt Landwirtschaftskammer (LK)-Präsident Johann Mößler den einstimmen Beschluss des Kärntner Landtages als wichtigen Zwischenschritt auf dem Weg zu einem wolfsfreien Alpenraum.

Landtag beschließt Forderungen der LK

Vorangegangen war dem Beschluss eine Petition der Landwirtschaftskammer, die im Mai gemeinsam mit dem Almwirtschaftsverein, den Zuchtverbänden und der Jägerschaft an die Kärntner Abgeordneten gerichtet wurde. Neben der Senkung des Schutzstatus des Wolfs forderten die Organisationen, dass die Weide- und Almwirtschaft auch in Zukunft ohne aufwendige Herdenschutzmaßnahmen (Herdenschutzhunde, Zäunungen, ständige Behirtung) möglich sein sollte und das Land Kärnten die Haftung für sämtliche Schäden, die durch Großraubwild an landwirtschaftlichen Nutztieren verursacht werden, übernehmen müsse. Dass die Abgeordneten in ihrem nunmehrigen Landtagsbeschluss diese Forderungen übernommen haben, ist laut Mößler ein „Akt der Wertschätzung gegenüber der Almwirtschaft und Zeichen dafür, dass sich in der Diskussion die sachlichen Argumente gegen die Emotionen durchgesetzt haben“.

Landesregierung gefordert

Da Naturschutz Ländersache ist, fordert Mößler als nächsten Schritt einen entsprechenden Beschluss der österreichischen Landesnaturschutzreferenten. Entsprechend dem Kärntner Regierungsprogramm solle und müsse das Land jetzt aktiv werden und einen entsprechenden Beschluss im Kreis der Bundesländer initiieren, verlangt Mößler. Denn erst dann könnte Österreich dieses Anliegen bei der Europäischen Kommission vorbringen, die letztlich für die Senkung des Schutzstatus zuständig ist. „Ein konfliktfreies Nebeneinander zwischen Almwirtschaft und Wolf ist nicht möglich. Die Gesellschaft muss sich entscheiden – entweder Wolf oder Almwirtschaft“, stellt der LK-Präsident klar.

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