Holzmarktbericht November 2015

Nov 17, 2015 | Holzmarktberichte

Trotz zunehmender Investitionstätigkeit im Inland bleibt das Wirtschaftswachstum in Österreich gedämpft. Die rege Nachfrage aus den USA kann den geringeren Bedarf aus den Schwellenländern, den fehlenden inländischen Konsum sowie die nur wenig steigende Nachfrage aus dem Euro-Raum nicht ausgleichen. Wirtschaftsindikatoren prognostizieren die Fortsetzung der derzeit verhaltenen Erholung.

Die Lager der österreichischen Sägeindustrie sind aufgrund der seit dem Spätsommer verstärkt anhaltenden Holzernteaktivitäten sehr gut mit Nadelsägerundholz bevorratet. Daher und individuell abhängig vom Abnehmer kommt der Holzabtransport aus dem Wald immer wieder ins Stocken, bei der Übernahme am Werk zu längeren Wartezeiten. Zusätzlichen Druck üben seit dem Sturm Niklas Kalamitätsmengen aus Deutschland aber auch Tschechien, Slowakei und Slowenien aus. Mit Ausnahme Oberösterreichs ist die Nachfrage allgemein verhalten. Gesonderter Bedarf besteht an frischem, gesundem Fichtensägerundholz, das teilweise um bis zu € 8,- je FMO über dem angegebenen Niveau vermarktet wird. Die Preisspanne für das Leitsortiment Fichte B, 2b ist stabil und liegt zwischen € 83,- und € 94,- je FMO. Bei Starkholz kommt es verstärkt und bei Tanne zu höheren Preisabschlägen.

Der Laubsägerundholzmarkt stellt sich zu Beginn der Einschlagsaison differenziert dar. Dem Trend der Vorjahre folgend, sind dünklere Holzarten rege nachgefragt. So sind bei Eiche guter Qualität leichte Preissteigerungen gegenüber der letzten Saison zu verzeichnen. Rotbuchen guter Qualität und einem Mittendurchmesser von 40 cm aufwärts sind ebenfalls zu leicht gestiegenen Preisen abzusetzen. Die Nachfrage nach Ahorn ist gesättigt. Im Verpackungsbereich wird Pappelholz derzeit durch günstiges Fichtenschnittholz ersetzt. Ende Jänner 2016 werden von den Waldverbänden wieder Wertholzsubmissionen organisiert. Laubholzstämme ausgezeichneter Qualität sollten vor der Ernte beim Forstberater bzw. Waldhelfer gemeldet werden.

Die Standorte der Zellstoff-, Papier- und Plattenindustrie sind sehr gut mit Nadelindustrierundholz bevorratet. Während im Norden Österreichs der Schleifholzabsatz durch den Brand in Laakirchen nahezu zum Erliegen gekommen ist, ist vor allem in der Steiermark rege Nachfrage gegeben. Die übrigen Nadelindustrieholzsortimente werden zu stabilen Preisen schwach nachgefragt. Die Zufuhr ist vor allem in den Schadgebieten streng kontingentiert. Entspannung wird erst mit der Wiederinbetriebnahme von Pöls und nach dem Abbau entstandener Lager erwartet. Der durch den Eisbruch verursachte Rückstau an Buchenfaserholz hat sich entspannt.

Mit Ausnahme von qualitativ hochwertigem Brennholz ist die Nachfrage am Energieholzmarkt sehr verhalten. Der Absatz ist meist nur im Rahmen der abgeschlossenen Verträge möglich.

Alle angegebenen Preise beziehen sich auf den Zeitraum Ende Oktober bzw. Anfang November 2015. Alle Preise sind Nettopreise zuzüglich Umsatzsteuer.

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pdf Preisentwicklung

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