Holzernteaktivitäten rasch auf Absatzmöglichkeiten anpassen

Dem Höhenflug bei Nachfrage und Preisen für Bauholzprodukte folgt nun eine Phase der Konsolidierung. Diese wurde durch einen abrupten Einbruch der Nachfrage eingeläutet, die mittlerweile bis auf die Sägerundholzpreise durchschlägt.

Aufgrund der bereits mehrwöchigen Absatzflaute sind sowohl Schnittholz- als auch Rundholzlager der österreichischen Sägeindustrie sehr hoch. Die Sägeindustrie reagiert darauf mit einer deutlichen Reduktion ihres Einschnittes und Einkauf- bzw. Zufuhrstopps. Die Nachfrage nach Nadelsägerundholz ist daher aktuell, für die Jahreszeit unüblich, sehr gedämpft. Der Abtransport bereits bereitgestellter Sortimente verzögert sich mancherorts spürbar. Soferne Neuabschlüsse getätigt wurden, mussten bei den Nadelsägerundholzsortimenten Preisabsenkungen von bis zu € 10,- je Festmeter hingenommen werden.

Die Standorte der Papier-, Zellstoff- und Plattenindustrie sind ebenfalls noch sehr gut mit Nadelindustrierundholz bevorratet. Der teilweise stark reduzierte Einschnitt der Sägeindustrie scheint aber bereits auf die Rundholznachfrage durchzuschlagen. Die Preise für die Plattenholzsortimente sind um rund € 5,- je AMM gestiegen. Auch bei Faserholz ist regional eine leichte Aufwärtsbewegung spürbar. Dementsprechend ist auch in den meisten Bundesländern der Holzabtransport aus dem Wald gewährleistet. Nur in Kärnten bestehen noch Zufuhrbeschränkungen. Exportströme z.B. nach Slowenien wirken zusätzlich entlastend. Rotbuchenfaserholz wird bei stabilen Preisen kontinuierlich nachgefragt.

Eine Belebung am Energieholzmarkt lässt weiter auf sich warten. Die Lager der Abnehmer sind zu Beginn der Heizsaison voll. Zusätzliche Mengen außerhalb von Langfristverträgen sind weiterhin kaum absetzbar. Wie auch bisher, verläuft die Vermarktung von Qualitätsbrennholz, vor allem in der Nähe urbaner Räume, sehr positiv. Zusätzliche Impulse werden durch die steigenden Preise für Strom und fossile Brennstoffe erwartet.

Insbesondere in der aktuellen angespannten Marktlage wird dringend empfohlen, geplante Nutzungen nur auf Basis vereinbarter Preise sowie Mengen- und Lieferprofile durchzuführen. Alle relevanten Informationen zur Holzvermarktung finden Sie auch auf www.holz-fair-kaufen.at.

Alle angegebenen Preise beziehen sich auf Geschäftsfälle im Zeitraum September – Anfang Oktober 2021 und sind Nettopreise, zu denen die Umsatzsteuer zuzurechnen ist. Für den Holzverkauf an Unternehmer gelten folgende Steuersätze: bei Umsatzsteuerpauschalierung für alle Sortimente 13 %, bei Regelbesteuerung sind für Energieholz/Brennholz 13 % und für Rundholz 20 % anzuwenden.