HOLZMARKTBERICHT der LKÖ – Oktober 2017

Okt 17, 2017 | Holzmarktberichte

Rundholzpolter © A. Schreiner

Mit einem Exportüberschuss von 4,19 Mrd. € konnte die Forst-, Holz- und Papierbranche im Jahr 2016 ein Rekordergebnis einfahren. Die anhaltend gute Konjunktur in Österreich und Europa schafft weiterhin hohen Schnittholzbedarf und lässt auch für 2017 ein sehr gutes Ergebnis erwarten.

Jahreszeitlich bedingt kann nun die Aufarbeitungsgeschwindigkeit bei Käfer- und Sturmholz den Absatzmöglichkeiten bei Sägerundholz angepasst werden. Die Standorte der österreichischen Sägeindustrie sind sehr gut mit Fichtensägerundholz aus dem In- und Ausland bevorratet. Aufgrund der Bemühungen zur Ausweitung der Kapazitäten bei der Rundholzübernahme können mittlerweile auch die Rundholzlager in den Hauptschadensgebieten Ober- und Niederösterreichs allmählich abgebaut werden. Trotz Tonnageerhöhung kommt es regional aber weiterhin zu Engpässen bei der Holzabfuhr. Die Preise für Holz aus Normaleinschlag wurden zu Beginn des vierten Quartals österreichweit reduziert. Wegen des Überangebots an Käferholz sind die preislichen Einbußen bei den schlechteren Qualitäten wie Braunblochen und Cx-Blochen noch wesentlich deutlicher. Durch das temporäre Überangebot bei der Fichte ist die Vermarktung von Kiefernsägerundholz bedeutend schwieriger geworden, vor allem bei durchschnittlichen Qualitäten und schwächeren Dimensionen. Unbeirrt dessen ist die Nachfrage nach Lärche bei attraktiven Preisen kaum zu decken.

Am Laubholzmarkt ist wieder eine rege Nachfrage nach Eiche bei weiter anziehenden Preisen zu erwarten. Die Vermarktung von Eschenblochen läuft mengenmäßig zufriedenstellend, insbesondere auch durch die Exportmöglichkeit nach Vietnam.

Der Nadelindustrieholzmarkt ist bei vollen Lagern und ausgelasteten Kapazitäten zweigeteilt. Während im Süden Österreichs die Marktlage als stabil bzw. konstant beschrieben wird, ist im Norden die Lage angespannt. Die Zufuhr ist bei allen Sortimenten kontingentiert, Zusatzmengen außerhalb der Verträge sind nur schwer am Markt abzusetzen. Regional wurden die Preise für das Industrierundholz um 3,- bis 4,- € je Tonne atro abgesenkt. Am Laubindustrierundholzmarkt ist der Absatz von Eschenfaserholz aufgrund der vollen Industrieholzlager weiterhin sehr schwierig. Die Vermarktung von Rotbuchenfaserholz ist bei guter Bevorratung zu stabilen Preisen problemlos möglich.

Anfallendes Schadholz wirkt sich auch auf den Energieholzmarkt aus. Die Standorte sind sehr gut bevorratet. Hackgut minderer Qualität aus Ästen und Schlagabraum ist nahezu unverkäuflich. Daher sollten diese Teile auch aus Forstschutzgründen verhackt und im Bestand belassen werden. Auslaufende Ökostromtarife, billiges Erdöl sowie niedrige Kohle- und Atomstrompreise dämpfen die Nachfrage zusätzlich.

Alle angegebenen Preise – mit Ausnahme der Steiermark – beziehen sich auf den Zeitraum Ende September bzw. Anfang Oktober 2017 und sind Nettopreise, zu denen die Umsatzsteuer zuzurechnen ist. Für den Holzverkauf an Unternehmer gelten folgende Steuersätze: bei Umsatzsteuerpauschalierung für alle Sortimente 13 %, bei Regelbesteuerung sind für Energieholz/Brennholz 13 % und für Rundholz 20 % anzuwenden.

Holzmarktbericht Oktober 2017
Holzpreise Oktober 2017
Preisentwicklung Oktober 2017

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