EU-DEBATTE ÜBER ERNEUERBARE ENERGIEN-RICHTLINIE UND ROLLE VON BIOMASSE

Sep 12, 2022 | Allgemein

Bernhuber/Schmiedtbauer: Biomasse muss Teil der Erneuerbaren bleiben

Brüssel, 12. September 2022 (aiz.info). – Im Europaparlament werden diese Woche für die Forstwirtschaft Maßnahmen im Rahmen des Green Deals beschlossen. Im Zuge von Verhandlungen über die Erneuerbare Energien-Richtlinie steht es auf EU-Ebene zur Debatte, Biomasse nicht mehr als erneuerbare Energieträger anzuerkennen. Die österreichischen EU-Abgeordneten Alexander Bernhuber und Simone Schmiedtbauer beziehen dazu deutlich Stellung. „Während einerseits der Ausbau der Erneuerbaren propagiert wird, will man andererseits den wichtigsten erneuerbaren Energieträger in der EU, die Biomasse, nicht mehr als erneuerbare Energie anerkennen. Damit werden die eigentlichen Ziele für mehr Klimaschutz eindeutig konterkariert. Für uns ist klar, Biomasse muss Teil der erneuerbaren Energieträger bleiben“, sagen die beiden Abgeordneten unisono.

Es gehe beim Ausbau der Erneuerbaren sprichwörtlich „ums Ganze“.

„Wir können nicht auf der einen Seite noch ambitioniertere Ziele für Klima und grüne Energie beschließen und auf der anderen Seite zeitgleich die Wald- und Holznutzung im Übermaß reglementieren und beschränken, wie es durch die neue Erneuerbare-Energien-Richtlinie droht. Denn es geht um eine von Autokraten unabhängige, grüne Energieversorgung, um mehr als 2 Mio. Menschen in der EU, die ihr Einkommen aus dem Wald erwirtschaften und um 16 Mio. Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer. Wälder dürfen nicht zu geschützten Kohlenstoffmuseen verkommen“, kritisieren Bernhuber und Schmiedtbauer scharf. Es gehe um die Zukunft der aktiven nachhaltigen Waldbewirtschaftung, wie sie seit Generationen gelebt wird. Wälder und Biomasse aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung seien der Schlüssel zu einer CO2-neutralen Energieversorgung. „Biomasse deckt europaweit rund 60% der Erneuerbaren ab, ohne Biomasse wird es keinen erfolgreichen EU-Green-Deal geben“, sagt Schmiedtbauer, ÖVP-Forstsprecherin im Europäischen Parlament.

„Wenn Biomasse nicht mehr als erneuerbarer Energieträger gilt, stirbt damit auch die Energiewende“, führt Bernhuber, Umweltsprecher der ÖVP im Europaparlament, weiter aus. „Wir setzen uns gemeinsam für eine Lösung ein, die die Existenz der europäischen Waldbesitzer und die Versorgung aller Europäer mit erneuerbarer Energie sichern soll. Das wird aber nur mit Biomasse als Teil der erneuerbaren Energien funktionieren“, sagt Bernhuber und warnt, dass bei Umsetzung der aktuellen EU-Pläne kein Interesse mehr an Biomasseankauf und der Förderung von neuen Biomasseanlagen bestünde. Dies würde sich unmittelbar auf die Biomasse-Produzenten, also die Waldbesitzer, auswirken.

Bei genauerer Betrachtung der Zahlen wird deutlich, wie sich der Vorschlag auswirken könnte. So wird zum Beispiel derzeit für Österreich erwartet, dass sich bis 2030 der Anteil von erneuerbaren Energien von 34% auf zumindest 46% heben wird. Würde Biomasse nicht mehr als erneuerbare Energiequelle gelten, könnte der Anteil von erneuerbaren Energien bis 2030 aber nicht steigen, sondern würde in Österreich auf unter 25% fallen, veranschaulichen die beiden EU-Abgeordneten.

„Die Biomasse einzuschränken hat nicht nur negative Folgen für alle Waldbesitzer, sondern auch für das Energienetz, und das das Klima. Als Konsequenz müssten wir wieder vermehrt auf fossile Energieträger setzen. Diese Rückschritte haben in einer anbahnenden Energiekrise keinen Platz. Wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass das Potenzial der Biomasse EU-weit genutzt und gefördert wird“, sagen Bernhuber und Schmiedtbauer abschließend.

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