Borkenkäfersituation 2016 nicht entspannt – Wie wird 2017?

Apr. 11, 2017 | Allgemein

Schon im Herbst 2016 hat sich abgezeichnet, dass die Borkenkäfer-Schadholzmenge 2016 nicht abnehmen wird. Nach vollständiger Erhebung der Waldschädigungsfaktoren durch die Bezirksforstdienste ist nun eine Steigerung um 200.000 Festmeter auf insgesamt 2,63 Mio. Festmeter Gewissheit. Der Buchdrucker (Ips typographus) tritt dabei mit 2,2 Mio. Festmeter einmal mehr als Schadfaktor mit dem größten Anteil auf. Besonders betroffen sind wieder jene Regionen, die im Vorjahr schon große Einbußen hinnehmen mussten.

Dabei hat alles so gut angefangen: Das Jahr 2016 versprach mit einer überdurchschnittlich feuchten Witterung sehr gute Voraussetzungen für die Baumvitalität. Der Schwärmbeginn und die erste Entwicklungsphase verzögerten sich im Mai in einigen Regionen, doch die hohen Temperaturen von Juni bis September machten diese Verzögerungen rasch wett. Meist konnte sich eine zweite Generation fertig entwickeln, die im September noch ausfliegen konnte. In tieferen Lagen wurde teilweise sogar noch eine dritte Generation angelegt, die weit entwickelt in den Bäumen überwintern konnte.

Im Waldviertel, im Burgenland, in der Oststeiermark und dem westlichen Tirol, die schon 2015 von extremer Trockenheit betroffen waren, regnete es auch 2016 nicht ausreichend. „Die Bäume, die 2015 durch den Wassermangel geschädigt worden sind, konnten sich nicht so schnell regenerieren. In diesen Regionen war dann das Folgejahr ebenfalls  zu trocken, wodurch die Fichten in ihrer Abwehrfähigkeit erheblich eingeschränkt waren“, erklärt der Entomologe Gernot Hoch, Leiter des Institutes für Waldschutz des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW).

Ausgangspopulation 2017 wieder hoch

Auch der sehr kalte Jänner 2017 konnte den Käfern nichts anhaben. „Im Spätsommer 2016 ist es vielen noch gelungen, ihre Jugendentwicklung abzuschließen und als Käfer zu überwintern“, sagt Hoch weiter. „Überall dort, wo jetzt befallene Bäume im Wald sind, gibt es noch sehr hohe Ausgangspopulationen, die darauf warten, im Frühjahr auszufliegen“, warnt der Entomologe.

BFW-Leiter Peter Mayer appelliert daher an alle Waldbewirtschafter, das Käferholz umgehend aufzuarbeiten und im Frühjahr den Borkenkäferflug zu beobachten sowie Neubefall rechtzeitig und konsequent zu bekämpfen. „Nur durch gemeinsame und koordinierte Maßnahmen werden wir das Borkenkäferproblem in den Griff bekommen“, sagt Mayer. Informationen dazu bietet der Folder „Leitfaden zur Abwehr von Borkenkäferschäden – Schwerpunkt Fichtenborkenkäfer“ des Instituts für Waldschutz des BFW (erhältlich auf www.borkenkaefer.at).

Kontaktpersonen:
Dr. Gernot Hoch, Waldschutz, 01/87838 – 1155, gernot.hoch@bfw.gv.at
DI Christian Lackner, Öffentlichkeitsarbeit, 0664/8412702, christian.lackner@bfw.gv.at

 

Weitere aktuelle Beiträge

NÖ Waldverband eröffnet Nasslager

NÖ Waldverband eröffnet Nasslager

Vorsorge für den Ernstfall 15.000 Festmeter Lagerkapazität sichern Holzqualität, entlasten den Holzmarkt und stärken die heimische Forstwirtschaft St. Pölten, 19. Oktober 2026 (aiz.info). - Sturm, Schnee- und Eisbruch oder starker Borkenkäferbefall können innerhalb...

mehr lesen
Schleifholz verstärkt und anhaltend rege nachgefragt

Schleifholz verstärkt und anhaltend rege nachgefragt

Trotz hoher Energiepreise und anhaltender Unsicherheiten erwarten Wirtschaftsexperten eine leichte Konjunkturerholung, die vor allem von Industrie und Exporten getragen wird. Die Bauwirtschaft hingegen befindet sich im achten Jahr der Rezession. Seit 2018 gingen rund...

mehr lesen
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.