Zusammen mit seinen Eltern, Andrea und Johann, sowie seiner Freundin Susanne, bewirtschaftet er den Betrieb. Seit rund 30 Jahren ist der Betrieb außerdem ein Biobetrieb, eine Philosophie und Grundüberzeugung, die sich durch die gesamte Arbeit zieht.
Ein Hof, eine Familie
Der Betrieb erstreckt sich auf rund 20 Hektar Grünland sowie 16 Hektar Waldfläche. Der Rinderbestand setzt sich aus über 30 Stück zusammen, davon 16 Fleckvieh Kühen mit dazugehörigen Kälbern und einem Zuchtstier der Rasse Limousine, welche im Winter im Laufstall und im Sommer auf der Weide sind. Die Frage, wie denn ein typischer Arbeitsalltag aussieht, konnte gar nicht so leicht beantwortet werden. Viele unterschiedliche Aufgaben und Tätigkeiten fallen an, kaum ein Tag gleicht dem anderen. Die einzige Routine ist der Stallgang früh morgens und am Abend. Mutter Andrea arbeitet am Betrieb mit und kümmert sich hauptsächlich um die Direktvermarktung. Verkauft werden Rindfleisch, selbstgebackenes Brot, Backwaren und Schnaps. Diese Produkte werden hauptsächlich an Privatpersonen oder auch umliegenden Gasthöfen verkauft.
Die Verarbeitungsräume im Keller des Wohnhauses wurden vor einigen Jahren neu errichtet. Dazu gehören ein Fleischverarbeitungsraum sowie Brotbackraum, ein Selchraum und ein Kühlraum. Vater Johann greift Andrea bei der Direktvermarktung unter die Arme, zusätzlich arbeitet er noch als Betriebselektriker im Schichtbetrieb. Dadurch kann er Thomas bei der Arbeit im Stall unterstützen und für jeden entsteht somit ein gewisses Mehr an Flexibilität. Ein weiteres Highlight versteckt sich auf der Rückseite des Hofs. Ein kleines Sägewerk, erbaut vom Großvater, dient zur Herstellung von Bauholz. Bis zu 10 Meter Stammlänge und maximal 55 cm Durchmesser kann die Säge bewältigen, doch dies reicht für den Eigenbedarf völlig aus.
Selbst und ständig
Die meiste Zeit steckt Thomas jedoch in sein Holzschlägerungsunternehmen „Forstservice Zugger“. Nach seiner land- und forstwirtschaftlichen Facharbeiterausbildung ließ sich Thomas zusätzlich zum Elektrotechniker ausbilden und war anschließend drei Jahre lang bei einem regionalen Forstunternehmen tätig. Vor zwei Jahren hat er sich selbstständig gemacht und seine Leidenschaft verwirklicht. Er baut sein eigenes Unternehmen auf und arbeitet seither jeden Tag im Wald. Mit seinem Traktor mit 12-Tonnen-Tiger Seilwinde, Frontlader und Forstzange schafft er rund 6.000 bis 7.000 Festmeter Holz pro Jahr, und das alles alleine. Zu seinen Kunden gehören Forstbetriebe und private Waldbesitzer, oftmals auch hofferne Waldbesitzerinnen und -besitzer. Gerade dieser Personengruppe fehlt oftmals das Fachwissen und eine genaue Vorstellung, wie sie ihren Wald bewirtschaften möchten. Das stellt auch Thomas immer wieder vor Schwierigkeiten. Dennoch sagt er: „Ich arbeite so, wie wenn es mein eigener Wald wäre. Gründlichkeit und sauberes Arbeiten sind mir dabei extrem wichtig.“
Wie sieht es im eigenen Wald aus?
Über eine gut ausgebaut Forststraße geht es hinter dem Hof hinauf in den Wald. Auf einer Seehöhe von 900 bis etwa 1.200 Höhenmeter erstrecken sich die Forstflächen der Familie Zugger. Steile Hänge definieren das Gebiet, daher ist auch die Seilwinde die beste Lösung. Hauptsächlich stehen Fichten und Lärchen im Wald, vereinzelt sind auch ein paar Laubbäume wie die Birke, Ahorn oder Buche zu sehen. Auf manchen Flächen wurde vor einigen Generationen noch ein Kahlschlag verübt, das sieht man bis heute an den jungen Kulturen.
Generell kann man behaupten, dass der Nachwuchs stabil ist, da Thomas nun auch viel auf Naturverjüngung setzt. Durch regelmäßige Pflege und Durchforstungen von Thomas ist der Wald licht und die Vegetation am Boden üppig.
Trotz des hohen Anteils an Fichte gibt es kaum Probleme mit dem Borkenkäfer. Durch die gründliche Arbeitsweise und gute Waldhygiene von Thomas gibt es kaum Totholz im Wald und daher auch keine Grundlage für den Borkenkäfer. Viel mehr sind die Extremwetterereignisse ein Problem. Vor zwei Jahren hatte die Familie mit massivem Schneedruck zu kämpfen, einige Bestände wurden sehr in Mitleidenschaft gezogen. Auch die zunehmende Trockenheit aufgrund des Klimawandels oder starke Stürme stellt Thomas am Betrieb zuhause sowie auch bei der Arbeit auswärts immer wieder vor Herausforderungen.
Seit den Anfangsjahren des Waldverbands Murtal ist die Familie Zugger, vulgo Klöckl, beim Waldverband Mitglied. Seit kurzem ist Thomas auch im Vorstand der Regionalstelle aktiv. Er sieht die Zusammenarbeit mit dem Waldverband durchwegs positiv. Insbesondere der Rundumservice – von Waldbetreuung bis Holzernte über die Vermarktung – ist ein großer Vorteil für die Mitglieder. Das Holz, welches nicht für die Hackschnitzel oder Bauholz verwendet wird, wird gänzlich über den Waldverband vermarktet. Dabei lobt Thomas Zugger die Zuverlässigkeit und Professionalität des Waldverbandes.
Positiver Blick in die Zukunft
Doch egal wie groß oder klein manche Hürden auch sein mögen, Thomas blickt positiv in der Zukunft. Seine Eltern haben ihm mitgegeben, gründlich und fleißig zu arbeiten, innovativ zu denken und auch den Mut haben, gegen den Strom zu schwimmen. Insbesondere im Hinblick auf das landesweite Bauernsterben erfordert es gerade von jungen Menschen eine große Portion Mut, entgegen diesem Trend zu handeln und den elterlichen Betrieb zu übernehmen. Bald steht auch schon der nächste Schritt am Hof der Zuggers an: gemeinsam mit Freundin Susanne möchte der Junglandwirt das Wohnhaus ausbauen und so einen weiteren Fußabdruck in der Geschichte des Betriebs setzen.
Thomas Zugger möchte den Betrieb so erfolgreich weiterführen sowie ausbauen und immer am neuesten Stand halten und irgendwann mit guten Gewissen an die nächste Generation übergeben. Mit viel Hirn, Leidenschaft aber auch Wertschätzung gegenüber den Tieren, dem Wald, der Arbeit und der Familie. Denn nur wenn alle mitanpacken, kommt man voran.
Holzernte mit der Forstzange.
Die Kühe genießen das frische Heu.
Fakten & Details
Familie
Betriebsführer Thomas Zugger mit Freundin Susanne
Eltern Andrea und Johann Zugger
Rach 6, 8755 St. Peter ob Judenburg
Betriebsgröße
16 ha Wald
20 ha Grünland
2 ha Ackerfläche
Landwirtschaft
Rinderzucht mit über 30 Stück
16 Mutterkühen (Fleckvieh) und Kälbern sowie einem Zuchtstier (Limousine)
Direktvermarktung von Rindfleisch, Backwaren
Lieferung der Kälber an Styria Beef
Holzschlägerungsunternehmen
Baumartenverteilung
80 % Fichten, 15 % Lärchen,
5 % Laubholz
Maschinenausstattung für den Forst
John Deere 6120 M 140 PS mit kompletten Forstverbau
12 to Tiger Getriebe Seilwinde
Hauer Frontlader
Rückezange für den Frontlader
Holz-Rückewagen in Gemeinschaft
Stihl Motorsägen




