Die Bedeutung der Schutzwälder für die Katastrophenvorsorge bei Extremniederschlägen, Muren und Lawinen wird für unsere Lebens-, Wirtschafts- und Tourismusregion immer wichtiger. Umso besorgniserregender ist es, dass ein Rückgang der Waldbewirtschaftung droht“, so LK-Präsident Josef Moosbrugger.
Großes Potenzial bei Holzbau und Energieversorgung
Europa und auch Österreich verfügen nur über wenige Rohstoffe. Einen besonders wertvollen haben wir jedoch direkt vor der Haustür: Holz wächst regional und kontinuierlich nach. Die globalen Abhängigkeiten von Energie- und Rohstoffimporten könnten dadurch deutlich reduziert werden. Sowohl als Energieträger als auch als Baustoff bietet Holz noch erhebliche nachhaltige Ausbaupotenziale. Gleichzeitig können durch den CO₂-neutralen Energieträger Holz sowie durch den Ersatz emissionsintensiver Baustoffe wie Beton erhebliche Treibhausgasemissionen eingespart werden. Dazu Moosbrugger: „Versorgungssicherheit und geringere globale Abhängigkeiten müssen uns etwas wert sein. Mittelfristig rechnen sich solche Strategien auch wirtschaftlich, wie die aktuellen geopolitischen Krisen eindrücklich zeigen. Wir rufen daher öffentliche Bauträger ebenso wie private Bauherren auf, den nachhaltig verfügbaren heimischen Baustoff und Energieträger Holz verstärkt einzusetzen und damit Verantwortung zu übernehmen.“
Ein Rückgang der Waldbewirtschaftung droht!
Die Bewirtschaftung des Waldes wird überwiegend durch Holzverkaufserlöse finanziert. Die Holzerlöse, die in der vergangenen Wintersaison zwar leicht gestiegen waren, inzwischen aber bereits wieder nachgegeben haben, können mit den deutlich gestiegenen Holzaufarbeitungs- und Bewirtschaftungskosten nicht Schritt halten. „Die Kostenschere öffnet sich zunehmend. Hinzu kommt die Kürzung der Forstförderungen in budgetär angespannten Zeiten. Dadurch fehlen wichtige Anreize für Waldpflege, notwendigen Waldumbau im Zuge des Klimawandels und eine vorausschauende Waldverjüngung. Klimafitte, stabile und resiliente Waldstrukturen geraten dadurch zunehmend in Gefahr. Auch die derzeit noch gut funktionierenden Strukturen mit bäuerlichen und gewerblichen Holzakkordanten, Holzfrächtern und Sägewerken stehen unter Druck. Ein späterer Wiederaufbau dieser Strukturen wäre mit erheblich höherem Aufwand verbunden“, so der Präsident.
Forstunterstützung entlastet öffentliches Budget
Für eine aktive Waldbewirtschaftung, deren Bedeutung als zentrales Element der Vorarlberger Waldstrategie 2030+ verankert ist, braucht es weiterhin entsprechende Unterstützungen. Diese werden zwar als Förderungen bezeichnet, stellen aber in Wahrheit eine Abgeltung wichtiger Leistungen der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer für die Allgemeinheit dar. Die Kosten vermiedener Schäden lassen sich zwar nicht exakt beziffern, wären jedoch um ein Vielfaches höher als die Unterstützung einer aktiven Waldbewirtschaftung. Dazu zählt auch die Vermeidung von Personenschäden und großem menschlichem Leid. Werden stattdessen technische Schutzmaßnahmen erforderlich, fallen die Kosten oftmals bis zu hundertmal höher aus als jene einer regulären Waldbewirtschaftung. „Aus gesamtgesellschaftlicher Sicht ist es daher sinnvoll, auch in budgetär schwierigen Zeiten die Förderschwerpunkte im Bundeswaldfonds, bei den EU-Forstförderungen sowie im Waldfonds des Landes fortzuführen“, so der Präsident abschließend.
In die gleiche Richtung argumentiert der Vorarlberger Waldverein in einer Presseaussendung anlässlich der Woche des Waldes. Mit der prognostizierten Zunahme von Extremereignissen brauchen wir in Zukunft die Schutzleistungen des Waldes gerade in einem Gebirgsland wie Vorarlberg noch mehr als heute.
Zuviel Beton im Holzbauland
Wir loben uns in Vorarlberg als Holzbauland, obwohl nach wie vor sehr viel mit klimaschädlichen Baustoffen gearbeitet wird. Gerade die aktuell ausgezeichneten Beispiele wie das neue Rathaus in Hohenems oder die Schulen in Hittisau zeigen, was alles in Holz möglich ist. Mit dem Baustoff Holz werden gleichzeitig wichtige Klimaschutzeffekte in der CO2-Speicherung und der CO2-Vermeidung erzielt.
Unser Holz muss nicht durch die Straße von Hormus
Die nachhaltig vorhandene regionalen Potenziale für den Baustoff und die Energie verringern die hohen globalen Abhängigkeiten. Diese Sicherheiten haben einen hohen Wert, wie wir derzeit sehr eindrücklich mit der Blockade der Straße von Hormus alle zu spüren bekommen. Setzen wir auf eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holznutzungen bei uns, das ist auch ökonomisch sicher der bessere Weg!
Abbau von unnötigen Bürokratien
Nehmen wir – neben Bürokratien auf EU- und Bundesebene – auf Landesebene beispielsweise die Bewilligungspflicht von nicht heimischen Pflanzen her. Da-runter fällt zum Beispiel die Anpflanzung von „Gastbaumarten“ wie die der Douglasie, die windwurfstabiler, trockenresistenter, keine Borkenkäfer hat und außerdem hohe Zuwächse hat. Die Gastbaumarten können das Spektrum für eine klimafitte Waldbewirtschaftung erweitern. Der Vorarlberger Waldverein fordert schon lange, dass die im österreichischen Forstgesetz beinhalteten Baumarten von dieser Bestimmung im Landesnaturschutzgesetz ausgenommen werden müssen.
Sicher und regional verfügbar: Das ist langfristig auch ökonomisch der richtige Weg.
Wir gratulieren zu den kürzlichen Auszeichnungen der Vorzeigeprojekte Rathaus Hohenems und Schulen in Hittisau. Diese Beispiele zeigen eindrücklich, was noch alles möglich wäre!




