Wasser: “Treibstoff” unseres Körpers

Artikel aus Ausgabe 2/2019

Bei der Arbeit genauso wie in der Freizeit! Denn immerhin besteht der menschliche Körper zu 50 bis 60 Prozent aus Wasser. Für bestmögliche körperliche und geistige Leistungen am Arbeitsplatz bedarf es eines ausgewogenen Flüssigkeitshaushaltes.

Mehr finden zu …

Ausgabe: 2/2019
Thema: Arbeitssicherheit
Bundesland: Österreich
Autor:in: Andrea Engemann

Gerade bei schwerer körperlicher, gefahrengeneigter Arbeit ist ausreichendes Trinken eine immer noch zu wenig beachtete Präventionsmaßnahme. Die Auswirkungen von Flüssigkeitsmangel können gravierend sein. Neben gesundheitlichen Beeinträchtigungen kann sich das Unfallrisiko erhöhen. Bereits bei acht Prozent Flüssigkeitsverlust kommt es zu einem 80-prozentigen Leistungsabfall.

Zum Schutz gegen Wärme/Hitze reagiert der Körper mit der Bildung von Schweiß auf der Hautoberfläche. Damit wird überschüssige Wärme vom Körper abgegeben. Schweiß besteht hauptsächlich aus Wasser. Wird im Laufe eines Tages vom Körper vermehrt Schweiß gebildet, muss diese verloren gegangene Menge durch die Aufnahme von Flüssigkeit ausgeglichen werden. Zumal der tägliche Flüssigkeitsbedarf von rund 2,5 Litern bei körperlicher Arbeit und bei heißer Witterung schnell auf 4 bis 6 Liter ansteigt. Der Körper kann maximal 0,8 Liter Flüssigkeit in der Stunde aufnehmen. Trinken nur in den Hauptpausenzeiten, wie es oft während der Arbeit der Fall ist, reicht in der Regel nicht aus. Deshalb ist ausreichendes Trinken am Arbeitsplatz eine wichtige Präventionsmaßnahme. Die Berufsgenossenschaft empfiehlt, die Trinkflasche wie die persönliche Schutzausrüstung an den jeweiligen Arbeitsplatz mitzuführen. Jedes Arbeitsgerät, jede Maschine braucht regelmäßige Pflege und Wartung, damit sie optimal funktioniert. Und so braucht auch jeder Mensch ausreichend Flüssigkeit, Nährstoffe, Mineralstoffe und Vitamine als Treibstoff, damit er gut funktionieren kann. Daher wird als Trinkregel bei der motormanuellen Holzernte empfohlen, den Tankintervall als persönlichen Trinkintervall zu nutzen. Dieser liegt in der Regel zwischen 30 und 45 Minuten (Abb. 2).

Was passiert, wenn zu wenig nachgetankt wird?

Wie bei einer Maschine, bei der nicht nachgetankt wird, funktioniert auch unser Köper bei fehlender Flüssigkeitszufuhr nicht mehr optimal. Wasser ist der Treibstoff und wird zum Transport vieler Substanzen und bei vielen Stoffwechselprozessen im Körper gebraucht. Damit alle Funktionen im Körper ohne Störung ablaufen können, wird täglich eine ausgeglichene Wasserbilanz benötigt. Das heißt, Wasseraufnahmemenge und Wasserabgabemenge sollten ausgeglichen sein. Der Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten bedingt, dass der Wassergehalt des Blutes sinkt und auch die Natrium- und Kaliumkonzentration rapide abfällt. Dies führt zu einer Eindickung des Blutes. Zellen und Organe werden eingeschränkt mit Nährstoffen versorgt. Der Stoffwechsel und die Stoffwechselversorgung funktionieren nur noch stark eingeschränkt. Es kann zu Durchblutungsstörungen kommen. Auch trockene Haut und Lippen, Benommenheit, Ermüdung, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwäche, Frösteln und Muskelkrämpfe können Warnzeichen für zu wenig Flüssigkeit im Körper sein.

Nachtanken geht nicht

Flüssigkeitsverlust, der über den Zeitraum eines Tages entsteht, kann nicht mit einer einzigen, großen Trinkmenge am Tag ausgeglichen werden. So kann schon z.B. ein Flüssigkeitsverlust von durchschnittlich zwei Prozent des Körpergewichts während der Arbeit nicht mehr vollständig ausgeglichen werden (Abb. 1).

Maßnahmen am Arbeitsplatz

Egal, wo sich der Arbeitsplatz befindet, ein ausreichender Vorrat an Getränken sollte immer mit dabei sein. Geeignete Getränke sind: Leitungswasser, Mineralwasser, Früchte- oder Kräutertees ohne Zucker. Wasser kann z.B. mit Limetten- oder Zitronenscheiben und ein paar Blättern frischer Minze geschmacklich aufgewertet werden. Auch Saftschorlen sind ideale Durstlöscher und zudem gute Energielieferanten. Das optimale Mischungsverhältnis besteht aus einem Anteil Saft und drei Anteilen Wasser. Werden sie im Verhältnis 1:2 gemischt, ergeben sie durch die darin enthaltenen Mineralstoffe, Vitamine und Kohlenhydraten ein wertvolles Getränk für Personen mit anstrengender körperlicher Arbeit, um die Verluste durchs Schwitzen und den Energieverbrauch auszugleichen (Tab. 1).

Auf Zucker achten

Tee und Kaffee sollten nicht ausschließlich die einzige Flüssigkeitsquelle am Tag sein. Weit verbreitete Energy Drinks enthalten ebenfalls Koffein und zum Teil auch viel Zucker. So können beispielsweise in einem Energydrink bis zu zwölf Würfelzucker enthalten sein. Zum Durstlöschen sind sie daher wenig geeignet. In der kalten Jahreszeit eignen sich auch Thermobecher, die bei Arbeiten im Außenbereich für ein warmes Getränk sorgen können.

Die Getränkeart bestimmt maßgeblich die Wirkung im Körper

Hypotonische Getränke (z.B. Wasser, Tee):

  • Gut zur Deckung des täglichen Flüssigkeitsbedarfs
  • Zweck: Durst löschen

Isotonische Getränke (z. B. Fruchtsaftschorlen 1:3, 1:4)

  • Guter Ausgleich des Stoff-/Flüssigkeitsverlustes durch Schwitzen
  • Zweck: Durst löschen, Zufuhr von Elektrolyten/Mineralien (auch Energiequelle)

Hypertonische Getränke (z. B. Energy Drinks, Coca Cola):

  • Achtung: Verstärkt den Flüssigkeitsverlust, speziell beim Schwitzen
  • Zu hoher Zuckergehalt
  • Zweck: Energiequelle

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Internetseite der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau www.svlfg.de unter Prävention/Fachinformationen.

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.