Warum kommt der Frächter nicht?

Artikel aus Ausgabe 4/2022

Stockt die Zufuhr bei der Holzindustrie oder habe ich meine Hausaufgaben als Waldbesitzer nicht erledigt? Diese Frage sollte sich jeder, der auf die Abfuhr seines Holzes wartet, gewissenhaft stellen.

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Ausgabe: 4/2022
Thema: Wald & Wirtschaft
Bundesland: Kärnten
Autor:in: Elisabeth Wedenig

Inakzeptable Forststraßenzustände oder die nicht zufriedenstellende Lagerung des bereitgestellten Rundholzes sind vielfach die Ursachen für fehlende Motivation bei den Holzfrächtern. Durch den Einsatz unserer eigenen Rundholz-LKWs werden wir wieder verstärkt auf diese Tatsachen aufmerksam gemacht.
Bereits im Jahr 2013 hat eine interne Erhebung („Forststraßen-Vital-Check“) ergeben, dass die Holzabfuhr auf mehr als einem Drittel der Forststraßen im Kleinprivatwald nur mit mehr oder weniger großen Einschränkungen möglich ist. Dieser Zustand hat sich bis heute leider nicht geändert, wobei eine unzureichende Beschaffenheit der Fahrbahn der Hauptgrund für eine schlechte Befahrbarkeit ist. Auch zugewachsene Böschungen und in die Fahrtrasse wachsende Äste behindern vielfach die Holzabfuhr und verursachen Schäden an den Fahrzeugen.

Für die laufende Instandhaltung einer Forststraße ist der Wegehalter – und das ist in der Regel der Waldbesitzer – verantwortlich! Zur Sicherstellung eines guten Fahrbahnzustandes und für die Vermeidung von Schäden durch Niederschläge gilt es vor allem, die Funktion von Durchlässen und Mulden regelmäßig zu überprüfen. Besonders empfehlenswert ist eine Wegkontrolle während oder unmittelbar nach einem Regenguss. Zu dieser Zeit sieht man besonders genau, ob die Wasserableitung funktioniert und wo sich der Abfluss falsche Wege sucht. Oft kann das Wasser dann händisch, ohne viel Aufwand wieder richtig gelenkt werden und gröbere Schäden bleiben aus. Auch nach Holznutzungen sollte man nicht darauf vergessen, Rindenreste und Äste von der Fahrbahn und aus den Spitzgräben zu räumen. Die Entfernung von Böschungsbewuchs und behindernden Ästen gehört zu den periodischen Instandhaltungsarbeiten. In diesem Zusammenhang ist es für jeden Waldbesitzer überaus empfehlenswert, den Rundholzfrächter bei der nächsten Gelegenheit einmal als Beifahrer zu begleiten. Der störende Bewuchs wird dabei sofort ersichtlich und kann gezielt beseitigt werden.

Der Zustand unserer Forststraßen ist entscheidend für die Handlungsfähigkeit bei der Waldbewirtschaftung. Nur mit einem funktionstauglichen Erschließungsnetz ist ein reibungsloser Holztransport möglich, der nicht nur bei Normalnutzungen geboten, sondern insbesondere nach Schadereignissen dringend erforderlich ist.
Die Anforderungen an die Lagerung des bereitgestellten Rundholzes wurde in den Österreichischen Holzhandelsusancen zwischen Forstwirtschaft und Holzindustrie vereinbart (ÖHU § 13, Abs. 5). Dabei sollte das Holz, nach Säge- und Industrieholz getrennt, in Kranreichweite verladebereit gesammelt werden und die Beladung eines LKW-Motorwagens in der Regel mit maximal drei Verladestellen möglich sein. Auch wenn dieser Grundsatz nicht immer eingehalten werden kann, so sollte eine „saubere“ Holzbereitstellung mit möglichst wenigen Verladestellen im Eigeninteresse des Holzverkäufers liegen und als Beitrag für einen reibungslosen Holzfluss gesehen werden.

Bemühen Sie sich um einen guten Erhaltungszustand Ihrer Forststraßen und um eine ordentliche Bereitstellung Ihres Holzes – Ihr Rundholzfrächter wird es Ihnen mit einer zeitnahen Holzabfuhr danken.

Lange Wartezeiten bei der Holzabfuhr sind oft auf Eigenverschulden des Waldbesitzers zurückzuführen. Der Zustand der Forststraße sowie die Lagerung des bereitgestellten Holzes haben große Auswirkungen auf die Arbeitsmoral des LKW-Fahrers.

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