Waldverjüngung braucht Schutz und Pflege

Artikel aus Ausgabe 2/2020

Junge Bäume sind den vielfältigsten Gefahren ausgesetzt, so auch dem Verfegen. Damit die kritische Jungwuchsphase schneller überwunden werden kann, sind verschiedene Kulturschutz- und Pflegemaßnahmen durchzuführen.

Mehr finden zu …

Ausgabe: 2/2020
Thema: Forstschutz, Wald & Wild
Bundesland: Salzburg
Autor:in: FD DI Franz Lanschützer

Junge Bäume in Aufforstungs- oder Naturverjüngungsflächen sind insbesondere im Frühjahr oftmals durch Verfegen stark gefährdet. Ursache dafür sind vor allem Rehböcke, die im Frühjahr nach Abschluss des Wachstums von ihrem Geweih den äußerlichen Bast davon an Bäumen und Sträuchern abstreifen. Gleichzeitig beginnen die Rehböcke in dieser Zeit auch ihr Revier zu markieren, was ebenfalls durch Wetzen des Geweihs an verholzten Pflanzen passiert.

Rinde verletzt

Dabei wird die Rinde von den kleinen Bäumen verletzt und abgestreift, sodass diese Pflanzen für eine weitere wirtschaftliche Entwicklung des Waldes als unbrauchbar einzustufen sind. Den Fegeschäden allein durch Abschuss der Rehböcke vorzubeugen, kann in Einzelfällen durchaus sinnvoll sein, aber generell ist es sicher nicht möglich, alle Rehböcke, die fegen, zu erlegen. Die Fegeschäden beginnen auch bereits in der Schonzeit des Wildes.

Belassen von Fegehölzern

Außerdem werden vielfach Bäume und Sträucher verfegt, die keine besondere wirtschaftliche Bedeutung haben. Das Belassen von Fegegehölzen wie Hollerstauden, Weiden, und der gleichen, kann den Schaden an Forstpflanzen verringern. Eine insgesamt reduzierte Rehwilddichte kann aber durchaus Fegeschäden reduzieren, weil damit auch jeder Rehbock ein größeres Gebiet beanspruchen kann und sich so die Schäden weitläufiger verteilen. Bei extrem auftretenden Böcken, sogenannten Fegeböcken, werden diese sehr vereinzelt durch besondere gesetzliche Regelungen, auch in der Schonzeit freigegeben. Dies macht durchaus Sinn, auch wenn jedes durch Abschuss freigewordene Bockrevier relativ rasch wieder von einem anderen jungen Rehbock besetzt wird.

Verschiedenste Schutzmaßnahmen

In vielen Fällen wird es daher oft eher zielführend sein, auf besonders gefährdeten Flächen und bei besonders wertvollen Baumarten Schutzmaßnahmen vorzusehen.
Ein sehr einfach auszubringender Fegeschutz wäre das Spritzen der Pflanzen mit Fegeschutzmitteln. Zum Teil handelt es sich dabei um dieselben Mittel, die im Herbst gegen Verbissschäden aufgebracht werden können. Indem diese Mittel aus übelriechenden Substanzen bestehen, können sie sowohl im Herbst zum Schutz der Knospen als auch im Frühjahr zum Schutz des Stammes gegen Verfegen aufgebracht werden. Dieser Fegeschutz durch Spritzen ist jährlich rechtzeitig zu erneuern.

Baumschutzsäulen

Eine weitere wirksame Methode, die jungen Pflanzen sowohl vor Verfegen als auch vor Verbiss zu schützen, sind Baumschutzsäulen. Diese werden vor allem bei Laubholz verwendet und sie haben den zusätzlichen Vorteil, dass sie beim Ausmähen der Pflanzen sehr gut sichtbar sind.

Drahtkörbe können ebenfalls gegen Fegeschäden angebracht werden. Dabei werden Drahtgeflechte mit einem Durchmesser von ca. 50 cm um den zu schützenden Baum angebracht und mit einem Pflock ordentlich befestigt. Entscheidend ist bei diesen Einzelschutzmaßnahmen, dass die Drahtkörbe ebenso wie die Baumschutzsäulen wieder entfernt werden, wenn die Pflanzen nicht mehr fegegefährdet sind, damit sie nicht später durch den Schutz selbst Schaden nehmen.

Fichte schützt Lärche

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, als Fegeschutz für eine Lärche eine Fichte in dasselbe Pflanzloch zu setzen. Die Fichte schützt die Lärche vor Verfegen, sie ist aber in der Dickungspflege später zu entfernen, damit die Lärche ungestört weiterwachsen kann.
Weil Fegeschutzmaßnahmen meist sehr aufwändig sind, empfiehlt es sich, vor allem besonders wichtige Baumarten und schöne Pflanzen zu schützen und diese dafür umso sorgfältiger. In vielen Bereichen reicht für wertvolle Mischbaumarten ein Abstand von fünf bis sieben oder sogar zehn Metern pro Baum. Damit halten sich auch auf größeren Flächen die Kosten für den Fegeschutz in Grenzen und die Hauptbaumarten sollten ohne Schutzmaßnahmen aufwachsen können.

Das Pflocken der jungen Bäume erleichtert deren Auffinden bei der Kulturpflege und sie werden beim Ausmähen weniger leicht beschädigt.

Baumschutzhüllen sind ein sehr aufwendiger Einzelschutz, der aber die jungen Bäume sowohl gegen Verfegen als auch gegen Verbiss und gegen Begleitvegetation schützt. Diese Schutzmaßnahmen sind sorgfältig an einem Pflock zu befestigen und später wieder zu entfernen.

Das Einschlagen von Pflöcken oder das Anbringen von Fegeschutzspiralen sind sehr einfache Maßnahmen, um das Verfegen von Lärchen durch Rehböcke weitgehend zu verhindern.

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.