Vielfalt braucht Bewirtschaftung

Artikel aus Ausgabe 3/2025

Die steirische Waldwirtschaft setzt mit der Informationskampagne „Vielfalt braucht Bewirtschaftung“ ein starkes Zeichen: Bewirtschaftung und Biodiversität gehen Hand in Hand!

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Ausgabe: 3/2025
Thema: Waldökologie
Bundesland: Steiermark
Autor:in: Lisa Münzer

Zentrale Akteur:innen bündeln erstmals ihre Kräfte – die Landwirtschaftskammer Steiermark engagiert sich gemeinsam mit dem Waldverband, proHolz, dem Holzcluster, den Land & Forst Betrieben Steiermark und dem Steiermärkischen Forstverein für eine faktenbasierte Diskussion über die Rolle der Wirtschaftswälder. Grundlage sind fundierte Daten zur Artenvielfalt und neue wissenschaftliche Erkenntnisse aus der waldökologischen Basisinventarisierung im Forstgut der FAST Pichl im Mürztal.
Dass dieser organisationsübergreifende Schulterschluss auch gelebte Praxis ist, zeigte sich beim hochkarätig besetzten Stakeholderdialog am 22. Mai 2025. Im Fokus standen die Ergebnisse der waldökologischen Basisinventarisierung und zentrale Botschaften zur Bedeutung nachhaltiger Waldwirtschaft. Die Veranstaltung vereinte Vertreter:innen aus Verwaltung, Bildung, Medien und Praxis – darunter Elfriede Moser (Forstsektionschefin, BML), Michael Luidold (Landesforstdirektor), Christian Mairhuber (Landesnaturschutzbeauftragter), Kurt Ramskogler (PEFC/BIOSA) und Andreas Steinegger (Präsident LK Stmk.).

Wachstum für die nächsten Generationen
Seit Generationen gestalten und prägen Waldbewirtschafter:innen die heimische Landschaft und sichern ihre ökologischen, ökonomischen und sozialen Leistungen langfristig. Gerade mit Blick auf die Zukunft ist Vielfalt in der Bewirtschaftung des Waldes ebenso entscheidend wie der Erhalt seiner zahlreichen Leistungen. Zukunftsfähige Wälder entstehen durch Wissen, Pflege und das Zusammenspiel vieler Faktoren – vom Boden bis zur Krone. Diese Zukunft beginnt heute: mit standortgerechten Baumarten und bewussten Entscheidungen über Aufbau und Struktur.
Schon mit wenigen, gezielten Maßnahmen lässt sich viel bewirken: Wer standortgerechte Baumarten wählt, schafft die Basis für stabile, klimafitte Wälder und erhöht die Anpassungsfähigkeit an Trockenheit, Stürme oder Schädlingsdruck. Dabei gilt es, jeweils die Lichtverhältnisse und den Wasserhaushalt zu berücksichtigen. Totholz und Habitatbäume fördern Artenvielfalt und bieten Rückzugsräume, während sie gleichzeitig als Wasserspeicher und Keimbett für Naturverjüngung dienen. Ihr Erhalt zählt zu den wirkungsvollsten Maßnahmen der Biodiversitätsförderung. Auch sogenannte „Ökoinseln“ – kleinflächige, möglichst ungestörte Waldareale – tragen zum Erhalt der genetischen Vielfalt bei und fördern langfristig stabile Waldgesellschaften.
Auch das Bodenleben verdient Aufmerksamkeit: Laubbäume verbessern durch Streufall die Bodenstruktur, fördern Bodenorganismen und unterstützen die Wasserspeicherung. Gleich-
zeitig helfen bodenschonende Erntetechniken, das Bodenrelief zu erhalten. Besonders wichtig ist die horizontale und vertikale Strukturvielfalt – etwa durch stufige Waldränder, gestaffelte Kronenschichten und mosaikartige Übergänge. Diese stabilisieren das Bestandsklima und schützen vor Überhitzung.
Vielfalt braucht vor allem eines: aktives Handeln. Wer naturnahe Elemente erhält, Licht gezielt lenkt, Lebensräume schützt und standortgerecht wirtschaftet, leistet einen wertvollen Beitrag – für Biodiversität, Klimaresilienz und eine enkeltaugliche Waldzukunft!

Mehr Informationen unter:
www.vielfaltbrauchtbewirtschaftung.at
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