Technik gegen Borkenkäfer nützen

Artikel aus Ausgabe 2/2020

Das Bild, das alle Wetterprognosen für den gesamten zentraleuropäischen Raum nördlich der Alpen bis weit in den Sommer hinein zeichnen, macht der gesamten Forstwirtschaft derzeit große Sorgen. Alle Wettermodelle gehen von hohen Temperaturen und extremen Niederschlagsdefiziten aus.

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Ausgabe: 2/2020
Thema: Borkenkäfer, Wald & Technik
Bundesland: Salzburg
Autor:in: FD DI Franz Lanschützer

Das Bild, das alle Wetterprognosen für den gesamten zentraleuropäischen Raum nördlich der Alpen bis weit in den Sommer hinein zeichnen, macht der gesamten Forstwirtschaft derzeit große Sorgen. Alle Wettermodelle gehen von hohen Temperaturen und extremen Niederschlagsdefiziten aus. Für den Voralpenraum zeigt sich jetzt schon, dass der Flug der Borkenkäfer so früh wie noch nie begonnen hat. Aber auch innergebirg zeichnet sich ein wesentlich verfrühter Schwärmbeginn der Borkenkäfer ab. Diesen extremen Verhältnissen sollte nun mit verschiedenen Maßnahmen begegnet werden. Im Winter erzeugtes Holz, das sich jetzt noch im Wald befindet, hat derzeit dieselbe Funktion wie Fangbäume. Borkenkäfer besiedeln dieses als erstes, was grundsätzlich als nicht schlecht anzusehen ist, wenn später das befallene Holz zeitgerecht aus dem Wald gebracht wird. Zeitgerecht ist die Abfuhr, wenn die erste Generation an Käfern noch nicht ausgeflogen ist. Weiters ist es besonders wichtig, ab sofort alle Waldflächen, auf denen in den letzten Jahren Borkenkäfer aufgetreten sind oder, wo im vergangenen Winter Holzerntemaßnahmen durchgeführt wurden, auf frischen Stehendbefall zu kontrollieren. Zu erkennen ist frischer Befall an den Einbohrlöchern, am Harzfluss sowie am Bohrmehl am Stammfuß. Jede stehende Fichte die befallen ist, ist unverzüglich zu fällen und abzutransportieren.

Borkenkäferbekämpfung durch Entrinden der Baumstämme

Wenn der Abtransport nicht möglich ist, können zur Bekämpfung der Borkenkäfer die Bäume entrindet werden. Dazu gibt es mittlerweile auch verschiedene technische Möglichkeiten. Das eine sind mobile Entrindungsgeräte, die an größeren Lagerplätzen vorgelagertes Holz entrinden können. Weiters wurden für Harvester spezielle Prozessoraggregate entwickelt, die während der Aufarbeitung selbst bereits eine Entrindung im Wald vornehmen. Ein derartiges Gerät wurde für Salzburg bereits angeschafft. Erste probeweise Arbeitseinsätze haben ergeben, dass mit diesem Gerät eine durchaus wirksame Entrindung vorgenommen werden kann. Die zusätzlichen Kosten dafür betragen ca. 5,00 € – 7,00 € pro Festmeter. Mit dem Land Salzburg wird eine Förderungsmöglichkeit für diese zusätzlichen Kosten gesucht. Der Waldverband Salzburg ist auch dabei, größere Lagerplätze für jenes Holz ausfindig zu machen, das nicht direkt zu den Abnehmern geliefert werden kann. Mit den Abnehmern selbst wurden in Salzburg bereits Vorgespräche geführt, dass vor der Übernahme von Importholz das heimische Holz abgefahren werden kann. Schwierigkeiten in der Abfuhr treten oftmals bei sehr kleinen Holzmengen auf. In Anbetracht der schwierigen Situation sollten alle Waldbesitzer, die nur wenige Käferbäume haben, diese aus dem Wald bringen und am Hof lagern.

Der Harvesterkopf wurde für eine Entrindung während der Aufarbeitung des Holzes aufgerüstet. Dabei muss das Grundgerät eine ausreichende Hydraulikleistung besitzen und es werden die Vorschubwalzen mit Spezialwalzen getauscht. Eine Entrindung von ca. 70 % des Stammes reicht aus, um die Entwicklung des Borkenkäfers zu verhindern.

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