Rüsselkäfer gefährdet Aufforstungen

Artikel aus Ausgabe 2/2020

Sterben Pflanzen kurz nach der Aufforstung im Frühling ab, ist meistens nicht die mangelnde Qualität der Pflanzen schuld, sondern der Große Braune Rüsselkäfer.

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Ausgabe: 2/2020
Thema: Forstschutz
Bundesland: Oberösterreich
Autor:in: Dr. Christian Rottensteiner

Der Große Braune Rüsselkäfer verursacht häufig große Schäden in Nadelholzkulturen, indem er die Pflanzenrinde von Jungpflanzen abfrisst. Er bevorzugt Kiefer, Lärche und Douglasie sowie Fichte. Wird die Rinde auf großer Fläche zerstört, ist der Saftstrom unterbrochen und die Pflanze stirbt ab. Der Käfer frisst das ganze Jahr über, seine Fraßhöhepunkte fallen in die Monate Mai/Juni sowie August/September. Der Rüsselkäfer legt seine Eier an frischen Baumstümpfen ab, wo sich die Larven innerhalb von ein bis zwei Jahren zu einem acht bis 14 Millimeter großen Käfer entwickeln. Den Schaden an den Jungpflanzen verursacht ausschließlich der Käfer und nicht die Larve.

Klassische Vorbeugung durch Schlagruhe

Schlagruhe ist die Zeit von der Fällung bis zur neuerlichen Aufforstung. Wenn durch die Schlagruhe kein bruttaugliches Material vorhanden ist, kommt es zum natürlichen Rückgang der Käferpopulation. Die Dauer ergibt sich aus der Entwicklungszeit vom Ei bis zum Käfer plus der Lebensdauer des Käfers. Das bedeutet, dass mindestens drei Jahre, in Hochlagen sogar vier Jahre, mit der Wiederaufforstung zugewartet werden muss. Damit verbunden ist ein Produktionsausfall von mindestens drei Jahren. Häufig kommt es in dieser Zeit zur Verunkrautung, weshalb eine mechanische oder chemische Kulturvorbereitung notwendig ist.

Bekämpfung mit Pflanzenschutzmittel

Das Aufbringen von Pflanzenschutzmitteln erfolgt entweder im Tauch- oder im Spritzverfahren. Beim Tauchverfahren werden die Jungpflanzen in ein für die Rüsselkäferbekämpfung zugelassenes Pflanzenschutzmittel getaucht. Wichtig ist, dass die Brühe nicht durch Erde verunreinigt wird, da Erde die Wirksamkeit des Mittels mindert. Außerdem ist zu beachten, dass es beim Versetzen von nicht vollständig abgetrockneten Pflanzen zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung des Pflanzpersonals kommt. Handschuhe sind daher obligatorisch. Beim Spritzverfahren wird das Pflanzenschutzmittel mit einer Rückenspritze ausgebracht. Zangendüsen gewährleisten die gleichmäßige Benetzung mit dem Mittel. Beim Ausbringen sind Mundschutz und Schutzhandschuhe zu verwenden. Außerdem dürfen nur im Pflanzenschutzmittelregister zugelassene Mittel verwendet werden.

Biotechnische Bekämpfung

Eine Möglichkeit der biologischen Bekämpfung sind von Fichtenstämmen abgelöste im Saft stehende „Fangrinden“, die Bast auf Bast gefaltet am Boden ausgelegt werden. Dies ist mühsam, weshalb als Weiterentwicklung der Fangrinden im Fachhandel Rüsselkäferfangrohre erhältlich sind, die den Käfer mittels Pheromon anlocken. Die Fangrohre sind wöchentlich zu kontrollieren und die Käfer abzusammeln. Als Richtwert gilt eine Anzahl von sechs bis zehn Fangrohren pro Hektar Bekämpfungsfläche. Darüber hinaus gibt es Rüsselkäferschutzkrägen, die um den Stamm jeder Pflanze gegeben werden. Es handelt sich dabei um eine mechanische Barriere für den Rüsselkäfer. Die Schutzkrägen bestehen aus Polypropylen, sind aber auch aus kompostierbarem Biokunststoff erhältlich.

Frisst der Rüsselkäfer die Rinde großflächig ab, stirbt die junge Pflanze.

Den Schaden verursacht ausschließlich der Käfer und nicht die Larve

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