Wer die Grundregeln kennt, für den ist das Schärfen einer Motorsägenkette keine komplizierte Arbeit. Welche Arbeitsschritte dabei einzuhalten sind, erfahren Sie im folgenden Beitrag.
Richtige Rundfeile zur jeweiligen Kettenteilung
Unter der Kettenteilung versteht man den Abstand zwischen drei Nieten (siehe Abb. 1). Dieser wird mit einer Schublehre gemessen. In der Forstwirtschaft werden zumeist zwei Kettenteilungen verwendet. Für die 3/8 Zoll Kettenteilung (Nietenabstand etwa 19 mm) kommt eine 5,5 mm, für die 0,325 Zoll Kettenteilung (Nietenabstand etwa 16,5 mm) eine 4,8 mm Rundfeile zur Anwendung. Die mittlerweile auch im „Profisegment“ verwendete Teilung 3/8 Zoll picco (Nietenabstand etwa 19 mm, gedrungener Schneidezahn) schärft man mit einer 4 mm Rundfeile.
Feilenführung und Feilenüberstand
Beim Schärfen der Motorsägenkette wird die Feile von innen (offene Seite des Zahndaches) nach außen (in Richtung der Seitenplatte) geführt (siehe
Abb. 2). Rechte Schneidezähne werden mit der rechten Hand, linke Schneidezähne mit der linken Hand am Feilenheft geschärft. Dies gewährleistet einen guten Blick auf die Feilenführung. Außerdem muss die Rundfeile beim Schärfvorgang etwa 1/5 des Feilendurchmessers über das Zahndach ragen. Beim Feilvorgang ist ein Drehen der Feile grundsätzlich nicht notwendig.
Zahnlänge und Zahnform
Um einen geraden Motorsägenschnitt zu erhalten und den Verschleiß an den Schneidezähnen gering zu halten, müssen alle Zähne gleich lang sein. Machen Sie pro Schärfvorgang immer die gleiche Anzahl an Feilstrichen je Schneidezahn. Im Handel sind verschiedene Zahnformen erhältlich. In der Forstwirtschaft werden Eck- oder Vollmeißelzähne sowie Halbrund- oder Halbmeißelzähne verwendet. Erstgenannte gewährleisten die beste Schnittleistung, haben jedoch einen höheren Verschleiß beim Schneiden von verschmutztem Holz. Bei der Holzernte im Stammverfahren mit nachfolgender motormanueller Aufarbeitung am Lagerplatz ist die Verwendung der Eckzahnkette somit nicht zu empfehlen.
Schärf- und Brustwinkel
Der Schärfwinkel beträgt in der Regel 30 Grad vom rechten Winkel der Schwertachse (siehe Abb. 3). Ein Schärfgitter kann bei der Einhaltung diese Winkels eine große Hilfe sein. Sind Vorgaben vom Kettenhersteller, etwa als Markierung am Zahndach, vorhanden, so können diese berücksichtigt werden. Ein zu kleiner Winkel, von z.B. 20 Grad, führt zu geringer Schnittleistung. Ein zu großer Winkel, von z.B. 40 Grad, zu erhöhtem Verschleiß an Kette und Motorsäge. Der Brustwinkel soll beim Halbrundzahn zirka 85 Grad, beim Eckzahn etwa 65 Grad betragen. Dieser ergibt sich jedoch automatisch bei der Verwendung des richtigen Feilendurchmessers, der Einhaltung des richtigen Feilenüberstandes und bei richtiger Feilenführung. Der richtige Winkel ergibt sich automatisch, wenn man den Feilendurchmesser und den Feilenüberstand einhält und die Feile richtig führt.
Tiefenbegrenzer
Der Tiefenbegrenzer, in Anlehnung an die Arbeit mit der Zugsäge oft fälschlicherweise als „Räumer“ bezeichnet, hat die Aufgabe die Spandicke zu regulieren. Nach mehrmaligem Kettenschärfen muss er herabgesetzt werden. Um den Motorsägenrückschlag gering zu halten ist der Tiefenbegrenzer abzurunden. Dafür verwendet man eine Flachfeile und eine Tiefenbegrenzerlehre. Der Tiefenbegrenzerabstand (Spandicke) beträgt standardmäßig bei der 3/8-Zoll-Kettenteilung 0,75 mm und bei der 0,325-Zoll-Kettenteilung 0,65 mm. Wird der Tiefenbegrenzer zu tief herabgesetzt, erhöht sich die Gefahr eines Motorsägenrückschlages sowie die Verringerung der Lebensdauer der Motorsäge.
Abb. 1: Unter Kettenteilung versteht man den Abstand zwischen drei Nieten.
Abb. 2: Beim Schärfen wird die Feile von innen, von der offenen Seite des Zahndaches nach außen in Richtung der Seitenplatte geführt.
Abb. 3: Der Schärfwinkel beträgt in der Regel 30 Grad.
Kettenschärfen mit Rundfeile und Feillehre. Beim Schärfen im Wald wird die Motorsäge im Feilbock eingespannt oder in einem Schnitt eingeklemmt.
Richtige Ausbildung wichtig – LK Forsttechnikkurse
Werden beim Schärfen einer Motorsägenkette alle grundsätzlichen Dinge eingehalten, so macht die Arbeit im Wald doppelt Spaß.
Bitte informieren Sie sich bei Ihrem Waldverband, Ihrer Landwirtschaftskammer oder einer der Forstlichen Ausbildungsstätten über die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten.
www.forstausbildung-noe.at
www.fasttraunkirchen.at
www.fastossiach.at
www.fastpichl.at










