Mit Schlagruhe Rüsselkäfer ausbremsen

Artikel aus Ausgabe 2/2023

Nachtaktiv, flugfreudig und gefräßig – der Große Braune Rüsselkäfer ist neben dem Borkenkäfer ein „gewichtiger“ Forstschädling. Mit dem folgenden "Kleinen Rüsselkäfer 1x1“ können Schäden im Jungwald einfach vermieden werden.

Mehr finden zu …

Ausgabe: 2/2023
Thema: Forstschutz
Bundesland: Österreich
Autor:in: Simon Wimmer

Unter den bisher weltweit beschriebenen 1,4 Millionen Insektenarten, finden sich auch viele Insekten, welche Schäden in der Land- und Forstwirtschaft verursachen können. Neben den durch Buchdrucker und Kupferstecher verursachten Borkenkäferkalamitäten in den vergangenen Jahren, kann ein kleiner Käfer aus der Familie der Rüsselkäfer zu beträchtlichen Schäden an jungen Nadelholzkulturen führen. 

Der Große Braune Rüsselkäfer (Hylobius abietis) verursacht durch seinen Fraß an jungen Nadelholzkulturen große Schäden und kann sogar deren Ausfall bewirken. Der nachtaktive Käfer gilt als sehr flugfreudig, kann sich aber auch am Boden mit einer durchschnittlichen Reichweite von 30 – 40 Meter am Tag fortbewegen. Am aktivsten ist der Käfer in den Monaten Mai und Juni, wobei die Eiablage zwischen dem Spätfrühjahr und September stattfindet. Für seine Eiablage benötigt der Große Braune Rüsselkäfer absterbende Baumstümpfe mit flachstreichenden Wurzeln. Die Entwicklung zum adulten Käfer benötigt in den meisten Fällen zwei Jahre, gefolgt von einer Lebensdauer des erwachsenen Käfers von bis zu drei Jahren.

Durch den Fraß des Käfers sind insbesondere Fichte, Tanne, Lärche, Kiefer und Douglasie bis zu einem Alter von fünf bis sechs Jahren betroffen. Der Fraß konzentriert sich auf die Rinde der jungen Bäume, wobei bei einer kompletten Ringelung der Baum nicht mehr lebensfähig ist. Angelockt werden die Käfer durch die Duftstoffe aus Nadeln und Rinden. Kahlschlagflächen sind aufgrund der hohen Anzahl an Baumstöcken besonders gefährdet.

Bekämpfungsmaßnahmen

Nach einer Holznutzung durch einen Kahlschlag sollte die Aufforstung erst nach einem Zeitraum von mindestens drei Jahren, in Hochlagen mindestens vier Jahren, erfolgen. Nach dieser Schlagruhe löst sich die Rinde von den Stöcken und die Rüsselkäfer haben die Fläche üblicherweise verlassen. Des Weiteren ist es möglich, durch das Ausbringen von Fangrinden die Käfer zu fangen. Dabei werden größere Rindenstücke übereinandergelegt. Zwischen den Rindenstücken verstecken sich die Rüsselkäfer bei Tag und sie können so eingesammelt werden. Chemische Mittel zur Bekämpfung von Rüsselkäfern sind erlaubt und werden nach dem Tauch- oder Spritzverfahren angewendet. Beim Tauchverfahren werden die jungen Pflanzen vor dem Setzen in das Pflanzenschutzmittel getaucht. Beim Spritzverfahren werden die oberirdischen Teile der Pflanze mit dem Mittel besprüht. Dies ist am zweckmäßigsten, wenn die ersten Rüsselkäfer nach dem Versetzen der Pflanzen auftreten.

Der Große Braune Rüsselkäfer frisst an allen Nadelholzarten und verursacht einen typischen Pockennarbenfraß.

Infos

Große Braune Rüsselkäfer (Hylobius abietis) 
  • Größe: bis 14 mm
  • Aussehen: 2 bis 3 unregelmäßige gelbe Flecken auf den Flügeldecken, ein typisch nach unten gebogener Rüssel
  • Lebensweise: nachtaktiv, langlebig (bis 3 Jahre), sehr flugaktiv, Käfer und Larven ganze Vegetationszeit aktiv
  • Entwicklungsdauer vom Ei bis zum fertigen Käfer 1-2 Jahre je nach Witterung
  • Forstschutz
Nachhaltige Holzwuchshüllen
Wuchshüllen aus Holz gewinnen zunehmend an Aufmerksamkeit und bieten eine nachhaltige Alternative gegenüber den aus Ku...
  • Borkenkäfer
  • Forstschutz
Forstschutzrisiko durch Einzelwürfe