Kulturpflege – aufwendig aber wichtig

Artikel aus Ausgabe 3/2019

Zu einer nachhaltigen Waldwirtschaft zählt neben dem Ernten auch die Pflege. Gesunde Wälder erfordern vom Waldbesitzer viel Fleiß und Schweiß. Neben der Witterung entscheidet die Kultur-und Jungwuchspflege wie schnell sich eine Verjüngung etabliert.

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Ausgabe: 3/2019
Thema: Waldbewirtschaftung, Waldpflege
Bundesland: Salzburg
Autor:in: DI Alexander Zobl

Vor allem in den ersten Jahren nach dem Aufforsten ist die Jungwuchspflege besonders wichtig. Neben möglichen Verbiss- und Fegeschäden konkurrieren die Forstpflanzen mit vielen anderen Pflanzenarten um Licht, Wasser und Nährstoffe. Es geht vereinfacht gesagt oft um das schlichte Überleben. Das Ziel der Pflege ist es, dass sich rasch eine gesunde, gewünschte Baumartenkombination etabliert und die Verjüngung schnellstmöglich gesichert ist.

Der Sinn der Arbeit

Zu den wichtigsten Maßnahmen der Jungwuchspflege zählt daher das Ausmähen der Forstpflanzen. Dadurch soll die Verfügbarkeit von Licht, Wasser und Nährstoffen für die Verjüngung optimiert werden. So können sie schneller dieser kritischen Phase entwachsen. Gleichzeitig verhindert das Ausmähen Pilzschäden an den Nadeln. Diese können insbesondere ab Mitte August selbst bei Halbschatt- und Schattbaumarten auftreten. Verantwortlich dafür ist der Frühtau verbunden mit filzig auftretenden Pflanzen wie Seegras, Brombeeren oder ähnlichem. Diese decken die Nadeln und Blätter mehr oder minder zu und verhindern ein rasches Abtrocknen des Taus unter Tags. In diesem feucht warmen Milieu im Spätsommer finden Schimmelpilze ideale Bedingungen vor. Sie bringen betroffene Assimilationsorgane zum Absterben. Weniger Grünmasse bedeuten allerdings Zuwachsverluste bei den Forstpflanzen. In weiterer Folge ist bis zur Sicherung der Kultur noch häufiger auszumähen.

Die Intensität kann variieren

Sofern es sich um eine Jungwuchsfläche handelt, wo Kräuter und Himbeere in der Begleitvegetation dominieren, reicht das Ausmähen ausschließlich rund um das Bäumchen oft aus. Das spart Arbeit. Gleichzeitig findet Wild zusätzlich Äsungsmöglichkeit, sodass sich der Verbissdruck mehr verteilt. Bei stark vergrasten Flächen, wo mit Mäuseschäden zu rechnen ist, bzw. stark mit Brombeere verstrauchten Flächen ist ein flächiges Ausmähen oft unumgäng-lich. Auf besseren Standorten erfordert die Wüchsigkeit somit ein mehrmaliges Ausmähen der Kultur. Auf nährstoffärmeren Standorten im Gebirge reicht oft schon das Austreten der Jungpflanzen. Hier geht es vor allem zusätzlich darum, die Forstpflanzen vor Schneeschubschäden im Winter zu schützen. Mit Unkraut verflochtene Forstpflanzen wirken wie ein Netz und stellen einen unnötigen Widerstand für die langsam gleitende Schneedecke dar. Schneeschubschäden lassen sich durch das Austreten oder Ausmähen etwas minimieren, aber nicht ausschließen. Der Säbelwuchs der Bäume in steileren und schneereichen Lagen zeugt davon.

Die Art der Durchführung

Neben dem Ausmähen mit Sichel, (Motor)Sense oder Heppe gibt es noch die chemische Bekämpfung der Konkurrenzvegetation. Die mechanische Kulturpflege ist aber grundsätzlich zu bevorzugen. Bei der Motorsense kommen in Abhängigkeit vom Bewuchs verschiedene Aufsätze zur Verwendung. Neben dem Grasmesser und dem Grasschneideblatt werden sehr häufig drei- oder vierflügelige Dickichtmesser eingesetzt. Diese eignen sich sehr gut für Flächen mit Brombeere, krautigen Pflanzen, aber auch dünne, verholzte Sträucher und Bäume. Trimmerfäden sind zwar sehr beliebt, das Ausmähen mit dem Faden will aber geübt sein. Folgenschwere Beschädigungen der Bäumchen sind hier viel wahrscheinlicher. Neben den benzinbetriebenen Motorsensen werden immer häufiger Akkumotorsensen eingesetzt. Der erforderliche Akku wird hier entweder am Rücken getragen oder direkt am Ende des Gerätes angesteckt. Ein Tragegurt erhöht die Ergonomie. Der Akkufreischneider ist vergleichsweise leise, abgasfrei, leichter und vibrationsärmer. Beim Transport im PKW treten außerdem keine unangenehmen Benzingerüche auf. Die neuesten Rückenakkus verfügen über mehr als 30 Amperestunden und halten somit ca. sieben Stunden. Sind die Kulturen schon etwas größer, sind bei der Standraumregulierung vermehrt stärkere Sträucher und Bäume zu entfernen.

Hierfür sind die derzeitigen Akkufreischneider nicht mehr geeignet. Für diese Pflegemaßnahmen kommen entweder klassisch die Motorsäge oder im Profibereich der Spacer zum Einsatz. Mittlerweise gibt es aber mit der Pflegesäge auch für diesen Bereich ein praktikables Akkugerät.

Bei der Pflegesäge ist es wichtig, die Kettenschmierung rechtzeitig nachzufüllen (kleiner weißer Behälter). Die Sägekette sollte im Vergleich zur Motorsäge relativ straff montiert sein, damit sich nicht leicht abspringt.

Die Bedienung der Motorsense ist sehr einfach gestaltet. Per Knopfdruck wird ein- und ausgeschalten, in den Energiesparmodus oder die Richtung beim Dickichtmesser gewechselt.

Hier ist ein einfacher Akku am Ende der Pflegesäge eingesteckt. Je nach Akkukapazität sind diese 0,8 bis 2 Kilogramm schwer. Möglich ist hier ein Einsatz mit oder ohne Tragegurt. Letzteres empfiehlt sich gegebenenfalls nur für kurze Einsätze.

Beim Einsatz mit dem Freischneider ist eine entsprechende Schutzausrüstung zu tragen. Der hier abgebildete Lithium-Ionen-Rückenakku wiegt 9,4 Kilogramm. Das Gewicht wird wie bei einem Rucksack ergonomisch auf Hüfte und Schulter verteilt.

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