Die Aufarbeitung erfordert nun rasches Handeln, wobei die persönliche Sicherheit bei der Fällung immer an erster Stelle stehen muss. Neben der Motorsäge und der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) ist auch die Verwendung einer zugkräftigen Traktorseilwinde eine Mindestanforderung bei der Schadholzaufarbeitung.
Käferholz
Immer noch gibt es Bäume mit Borkenkäferbefall. Die Herausforderung bei der Fällung besteht darin, dass die trockenen Bäume weniger Gewicht haben und keinen „Zug“ bekommen. „Aufgehängte“ Bäume sind die Folge. Eindringlich wird vor dem verbotenen „Darüberschlägern“ weiterer Stämme gewarnt. Auch wenn es oft gut geht, werden dadurch jedes Jahr ein bis zwei Todesfälle im Bauernwald verursacht. Noch gefährlicher wird es, wenn auch der zweite Baum hängen bleibt und plötzlich beim Hinzutreten und Begutachten abrutscht.
Insektizidspritzung: meist verboten, aber ohnehin weitgehend wirkungslos
Da es in starken Borkenkäferjahren vermehrt zu Abfuhrschwierigkeiten kommt, wollen einige Waldbesitzer mittels Insektizidspritzung der Holzpolter den Ausflug der Käfer verhindern. Vor dieser unsachgemäßen Verwendung muss dringend gewarnt werden!
- Die Verwendung im Wald ist meist verboten, weil sie für die Umwelt schwerwiegende Folgen nach sich ziehen kann, vor allem wenn Regen die Mittel abwäscht und ins Oberflächenwasser schwemmt.
- Ebenso ist die Kontamination der Rinde zu bedenken.
- Insektizide sind auch für Menschen nicht unbedenklich und dürfen nur mit geeigneter Schutzausrüstung ausgebracht werden.
- Vor allem aber ist das oberflächliche Besprühen für die Borkenkäfer, die unter der Rinde sitzen, weitgehend wirkungslos. Nur durch spezielle Sprühgeräte mit Hochdrucklanzen könnte man die Holzpolter mit zugelassenen Mitteln allseitig benetzen.
Als bessere Lösung bieten sich Holzschutznetze an. Dabei sind für den Menschen harmlosere Mittel in das Gewebe dieser Netze eingearbeitet, welche die Käfer, wenn sie darüber krabbeln, schädigen.
Auch bei Windwurf: „Sicherheit geht vor Holzverlust“
Schwierig ist die Spannungsbeurteilung bei flächigen Windwürfen. Grundsätzlich gilt: Beim Trennschnitt muss sich der Stamm immer vom Fäller wegbewegen. Manchmal kann es hilfreich sein, den Stamm vom Wipfel aus aufzuarbeiten, um gefährliche Spannungen zu lösen.
Die Kenntnis und Beurteilung über die Spannung und die Folgen jedes Schnittes sind lebenswichtig. Der Beginn des Schnittes erfolgt immer auf der Druckseite, also dort, wo die Holzfasern zusammengedrückt werden. Erst zuletzt werden die Holzfasern der Zugseite durchtrennt. Dabei steht der linke Fuß vorne und die Arme sind ausgestreckt. Dadurch kann man den Körper schnell wegbewegen, falls Unvorhergesehenes geschieht.
Auch umklappende Wurzelteller – speziell im Hang – stellen eine große Gefahr dar. Ein länger belassenes Stammstück oder Sicherungen mittels Seilwinde schützen vor dem Herabkollern der Wurzelteller.
Verschiedene Schnitttechniken je nach Situation
Bei dünneren, stark verspannten Stämmen, eignet sich besonders der
V-Schnitt, bei dickeren Stämmen kann sich der Vorhängerschnitt als die bessere Methode erweisen. In beiden Fällen wird möglichst viel Holz druckseitig herausgeschnitten und nur die unbedingt notwendige Bruchleiste übrig gelassen. Je weniger Holz druckseitig stehen bleibt, desto weniger kann der Stamm am Schluss aufreißen. Der letzte Schnitt wird von außen beginnend mit höchster Motordrehzahl durchgeführt. Bei Spezialfällen kann auch der Zapfenschnitt angewendet werden. Dabei wird der Stamm am Schluss mit der Seilwinde auseinandergezogen.
Einsatz von Großmaschinen
Wann immer es die Situation zulässt, soll dem Einsatz mit Maschinen der Vorzug gegeben werden. Besonders bei großflächigeren Windwürfen ist der Einsatz von Großmaschinen wie Harvester, deren Kabinen auf die starken Kräfte im Wald abgestimmt sind, aus Sicherheitsgründen anzuraten.
Windwurfarbeit ist Arbeit für Profis
Keinesfalls darf man alleine mit der Aufarbeitung beginnen. Falls man nicht über fundierte Erfahrung oder Ausbildung verfügt, soll man unbedingt überbetriebliche Hilfe in Anspruch nehmen. Forstdienstleister stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Verfügung. Da meist mehrere Waldbesitzer von Windwürfen betroffen sind, besteht auch die Möglichkeit, sich über gemeinschaftliche und betriebsübergreifende Maschineneinsätze zu informieren und durchzuführen.
Schneedruck – spezielle Keile erleichtern die Fällung
Diesen Winter traten gebietsweise auch Schneedruckschäden auf. Besonders in den mittleren Lagen, in denen der Regen an den Ästen anfror und den nachfolgenden Schnee nicht mehr abrutschen ließ, waren schwere Schäden die Folge. Auch Laubholz und Kiefer litten massiv unter der Schneelast. Manch ein Baum fiel mit der Wurzel, die meisten allerdings brachen am Wipfelansatz.
Die Schwierigkeit der Fällung dieser Stümpfe besteht darin, dass, neben den etwaigen Spannungen und Vorhängern, der fehlende Wipfel anstrengendes Keilen erfordert. Durch einen Herzstich und seitliche Splintschnitte bei gesunden Bäumen wird die Keilarbeit erleichtert. Die Verwendung von Spindelkeilen mit Ratsche oder eines “Hubmandls” ermöglichen leichtes Umkeilen.
Im Steilhang kommt eine zusätzliche Gefahr dazu: Aufgrund der fehlenden Äste bleibt der Baum nicht liegen, sondern rutscht, oft noch vom Fall auf einen Baumstumpf oder Stein emporschnellend, rasch den Hang hinunter. Ein rasches und möglichst weites Zurücktreten vom fallenden Stamm ist daher erforderlich. Wie weit dies möglich ist, muss vor dem Schnitt gut überlegt werden.
Ausführliche Informationsbroschüre
Eine fundierte Ausbildung und achtsames Vorgehen gewährleisten eine sichere Aufarbeitung des Schadholzes. Gesundheit ist unser wichtigstes Gut – gehen Sie sorgsam damit um, denn Unfälle verursachen oft nicht nur menschliches Leid, sondern mitunter auch schwerwiegende betriebswirtschaftliche Folgen.
Eine Broschüre über sicheres Aufarbeiten von Schadholz wurde gemeinsam von SVB und LK aufgelegt und ist auch online unter www.svs.at verfügbar.
Fehlende Wipfel und damit fehlende Neigungen des Baumes erfordern stärkeres Keilen. “Hubmandl” oder Spindelkeile erleichtern die Arbeit.
Manchmal kann es hilfreich sein, den Stamm vom Wipfel aus aufzuarbeiten, um gefährliche Spannungen zu lösen.
Auf den richtigen Stand kommt es an: linker Fuß vorne und ausgestreckte Arme. In dieser Haltung kann man den Körper schneller wegbewegen.
Gefahr durch umklappende Wurzelteller. Absicherung mittels Seilwinde oder länger belassene Stammstücke schützen vor dem Herabkollern der Wurzelteller.





