Dürre Äste und abgefaulte Wurzeln gefährden insbesondere diejenigen, die mit der Fällung von toten oder kranken Eschen beschäftigt sind. Umso wichtiger ist derzeit gerade bei dieser Baumart eine richtige Beurteilung der möglichen Gefahrenmomente. Erst dann kann die hinsichtlich Arbeitssicherheit optimale Fällungsvariante gewählt werden. Bei einer von der Landwirtschaftskammer gemeinsam mit dem Ländlichen Fortbildungsinstitut organisierten Sicherheitsschulung stellte Forstwirtschaftsmeister Josef Eisl aus Abersee verschiedene Lösungsmöglichkeiten vor.
Nicht alles Gute kommt von oben
Abgestorbene Äste und Kronenteile von ausgewachsenen Eschen im laubfreien Zustand im Winter zu erkennen, ist nicht einfach. Oft ist dies nur bei stark fortgeschrittenem Befall durch das Eschentriebsterben feststellbar. Das Schlagen der Keile bei einer klassischen Fällung löst immer Vibrationen aus, die tote Ästen abbrechen lassen und damit den Fäller massiv gefährden können. Deshalb sollten Eschen grundsätzlich möglichst erschütterungsfrei gefällt werden. Hier kann ein mechanischer oder ein hydraulischer Fällkeil helfen, eine erschütterungsfreie Fällung durchzuführen.
Seilunterstützte Fällung
Eschen können zusätzlich im Wurzelbereich derart durch den Hallimasch abgefault sein, dass sie ohne große Einwirkung unkontrolliert umstürzen können. Dies ist natürlich eine weitere Gefährdung. Deshalb ist bei Eschen eine seilunterstützte Fällung zu empfehlen, indem der Baum am Windenseil bzw. Baumzugseil angehängt wird. Die Befestigungshöhe am Stamm richtet sich nach den Spannungsverhältnissen des Baumes. Das Seil über eine ausreichend dimensionierte Umlenkrolle zu führen, ermöglicht, dass sich Mensch und Gerät auf einem sicheren Standplatz befinden. Im Seilwinkel darf sich natürlich keiner aufhalten. Wenn die Seile in größeren Höhen angebracht werden sollen, bedarf es weiterer technischer Hilfsmittel. Konkret wurde beim Kurs mit einer Wurfbeutelschleuder eine Hilfsleine über eine Astgabel befördert, um ein Baumzugseil aus Kunststoff nachziehen zu können. Dieses wird dann beim Windenseil über Schäkel befestigt und das Seil am Baum festgezogen. Nach der Anlage des Fallkerbes erfolgt der Fällschnitt, wobei ein Halteband im hinteren Zugbereich belassen wird. Zur Sicherheit wird ein mechanischer Fällkeil in der Schnittfuge angesetzt und vorangetrieben, nachdem diese in diesem Bereich mit der Motorsäge verbreitert wurde. Nach Fertigstellung des Fällschnittes wird das Halteband oberhalb durchtrennt und der Baum mit Hilfe der Seilwinde umgezogen. Steht keine Seilwinde zur Verfügung, kann ein Greifzug eine sichere Fällung unterstützen.
Der mechanische Fällkeil sorgt für eine erschütterungsfreie Fällung.
Mit Trainer und Waldhelfer Josef Eisl (vorne Mitte) hat der Waldverband Salzburg einen Vollprofi in Sachen Laubholzernte in seinen Reihen.
Das Halteband im hinteren Bereich wird erst durchtrennt, wenn der Baum fallen soll.
Die Wurfbeutelschleuder erfordert Geschick und freie Bahn.





