30 Jahre für den Wald(verband)

Artikel aus Ausgabe 3/2026

Seit drei Jahrzehnten ist Christian Schmoliner für den Waldverband unterwegs – bei jedem Wetter, auf unzähligen Waldflächen und immer im Gespräch mit den Waldbesitzern. Wer mit ihm durch den Wald geht, merkt schnell: Hier spricht jemand, der seinen Beruf nicht nur ausübt, sondern lebt.

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Ausgabe: 3/2026
Thema: Persönliches, Reportage
Bundesland: Kärnten
Autor:in: Mag. Stephanie Müller

Du bist seit 30 Jahren beim Waldverband. Wenn du zurückblickst: Was hat sich im Wald am stärksten verändert?

Christian Früher hatte der Wald für viele Waldbesitzer eine ganz andere Bedeutung. Er war Brennholzlieferant, man holte Zaunholz heraus und oft war der Wald auch eine Art Sparbuch. Wenn Geld gebraucht wurde, wurde ein Bestand genutzt und vom Erlös ein Traktor oder eine andere größere Anschaffung finanziert. Heute hat sich das grundlegend verändert. Die Brennholznutzung spielt eine geringere Rolle, die klassische „Sparkassenfunktion“ gibt es kaum mehr. Dafür ist die aktive Bewirtschaftung viel wichtiger geworden. Gleichzeitig stehen wir vor der Herausforderung, dass viele Waldbestände aus einer Zeit stammen, in der sie nach der Aufforstung weitgehend sich selbst überlassen wurden.

Was bedeutet das für die Waldbesitzer heute?

Christian Heute erwarten wir stabile, zukunftsfitte und leistungsfähige Wälder. Dafür braucht es Pflege und regelmäßige Eingriffe. Gleichzeitig haben viele Waldbesitzer weniger Zeit als früher. Früher wurde vieles selbst erledigt, heute arbeiten viele außer Haus und können die Bewirtschaftung nicht mehr im gleichen Ausmaß übernehmen. Genau hier braucht es Beratung und Unterstützung.

Welche Rolle übernimmst du dabei als Förster?

Christian Ich sage bei meinen ersten Gesprächen mit Waldbesitzern immer: „Ich bin kein Holzeinkäufer einer Industrie – ich bin Förster.“ Natürlich gehört die Holzvermarktung dazu. Aber meine eigentliche Aufgabe ist es, mein forstliches Wissen so einzusetzen, dass jeder Waldbesitzer langfristig einen gesunden und ertragbringenden Wald hat.

Was ist dir in der Zusammenarbeit mit den Waldbesitzern besonders wichtig?

Christian Vertrauen. Unsere gesamte Arbeit baut auf Vertrauen auf. Wenn ein Waldbesitzer Vertrauen hat, dann lässt er sich beraten und ist bereit, gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Gerade nach vielen Jahren entstehen daraus oft enge Beziehungen. Viele sagen dann einfach: „Du kennst dich aus – machen wir es so.“ Das ist für mich die größte Wertschätzung.

Du beschreibst den Förster oft als „Drehscheibe“. Was meinst du damit?

Christian Ein Förster fällt keinen Baum und fährt auch kein Holz ab. Unsere Aufgabe ist es, Waldbesitzer, Dienstleister und Frächter zusammenzubringen. Jeder soll das machen, was er am besten kann. Ich sehe mich als Organisator. Wenn Beratung, Dienstleister und Holzabfuhr gut zusammenspielen, dann funktioniert am Ende das ganze System.

Welche Herausforderungen siehst du derzeit im Wald?

Christian Die größte Herausforderung besteht darin, bestehende Wälder behutsam in Richtung Zukunft zu entwickeln. Wir erleben jedes Jahr Stürme, Trockenperioden oder andere Extrem-ereignisse. Deshalb müssen Eingriffe gut überlegt sein. Es geht nicht darum, möglichst viel zu entnehmen, sondern den Bestand so zu behandeln, dass er auch in Zukunft stabil bleibt.

Welchen Rat gibst du den Waldbesitzern mit auf den Weg?

Christian Nicht ausschließlich auf den Holzpreis zu schauen. Ein Wald wird über Generationen aufgebaut. Wir profitieren heute von den Entscheidungen unserer Eltern und Großeltern. Deshalb sollten wir heute so wirtschaften, dass auch unsere Kinder und Enkel einen gesunden Wald übernehmen können.

Was macht für dich gute Waldbewirtschaftung aus?

Christian Ich frage die Waldbesitzer vor Ort zuerst, was sie glauben, auf der jeweiligen Fläche tun zu müssen. Viele zeigen sofort auf jene Bäume, die sie entfernen würden. Ich stelle dann meist die Gegenfrage: „Welchem Baum willst du helfen?“ Wer den Blick auf Zukunftsbäume richtet und diese gezielt fördert, entwickelt den Bestand Schritt für Schritt in die richtige Richtung. Das ist aktive Waldbewirtschaftung.

Nach 30 Jahren beim Waldverband: Was wünschst du dir für die Zukunft?

Christian Ich wünsche mir, dass die Gemeinschaft im Waldverband
lebendig bleibt. Neben der täglichen Arbeit sind gemeinsame Exkursionen, Veranstaltungen und persönliche Begegnungen wichtig. Dort entstehen Gespräche, Erfahrungen werden weitergegeben – und genau das macht unseren Verband aus.

Christian, vielen Dank für das Gespräch. Danke für deinen Einsatz, dein Fachwissen und deine Leidenschaft für den Wald und die Waldbesitzer!

“Ich bin kein Holzeinkäufer einer Industrie – ich bin Förster.”

Christian Schmoliner

Christian mit seiner „Praktikantin“.

Gemeinsam mit langjährigen Dienstleistern wird die optimale Umsetzung geplant.

Ergebnis guter Zusammenarbeit: Bau eines Forstwegs zur Erschließung des Waldes.

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